Ernährung
 
Cola in der Schwangerschaft: Wie viel ist zu viel?

Cola ist in der Schwangerschaft nicht verboten. Allerdings kann sie in großen Mengen durch den hohen Koffein- und Zuckergehalt sowohl für die werdende Mama als auch für das ungeborene Baby problematisch werden. Warum, das erfährst du in diesem Artikel.

Cola in zwei Gläsern mit Eis und Strohhalm
iStock, StudioThreeDots
Auf einen Blick
Artikelinhalt
  • Cola in der Schwangerschaft ist nicht verboten, allerdings auch nicht besonders gesund.
  • Bedenklich sind vor allem der Koffein- und der Zuckergehalt: Cola enthält bis zu 13 g Zucker und 25 mg Koffein auf 100 ml.
  • Koffein kann die Plazenta problemlos passieren und ins Blut des Kindes übergehen.
  • Ein hoher Zuckerkonsum erhöht das Risiko auf Schwangerschaftsdiabetes.

Kalte Cola erfrischt und schmeckt lecker, aber machen wir uns nichts vor: Sie ist kein gesundes Getränk. Viel Koffein und noch mehr Zucker verbannen die dunkle Brause von jedem gesunden Speiseplan. Zudem können Koffein- und Zuckergehalt je nach Marke stark schwanken, wie unsere Tabelle mit verschiedenen Sorten zeigt:

Cola-Sorte Koffeingehalt pro 100 ml Zuckergehalt pro 100 ml
Fritz-Kola 25 mg 11 g
Afri-Cola 25 mg 10,6 g
Red Bull Cola 13,4 mg 8,5 g
Sinalco Cola 12 mg 10 g
Pepsi-Cola 10,5 mg 7 g
Coca-Cola 10 mg 10,8 g
Lidl Freeway Cola 9,7 mg 10,4 g
Aldi Nord River Cola 9,6 mg 10 g

Cola in der Schwangerschaft: Warum ist Koffein so problematisch?

Bis zu 200 Milligramm Koffein gelten für Schwangere als unbedenklich. Was zunächst nach viel klingt, ist schnell erreicht. Wer morgens eine Tasse Kaffee trinkt (circa 90 mg Koffein), mittags einen Becher schwarzen Tee (circa 45 mg Koffein) und abends ein Glas Cola, kratzt schon an der Grenze.

Welche Wirkung Koffein auf die Mutter und das Baby hat, zeigen Studien. Bei Schwangeren, die dauerhaft große Mengen Koffein zu sich nehmen, können unter anderem folgende Wirkungen beobachtet werden:

  • Wachstumsverzögerung beim Fötus
  • Ein geringeres Gewicht des Babys bei Geburt
  • Ein signifikant erhöhtes Risiko einer Fehlgeburt ab 300 mg Koffein am Tag

Koffein ist auch deshalb kritisch zu betrachten, weil es die Plazenta der schwangeren Frau passieren kann und ungefiltert in den Kreislauf des Kindes gelangt. Die Auswirkungen beim Ungeborenen sind dieselben, wie bei der Mutter – der Herzschlag beschleunigt sich und das Nervensystem wird angeregt. Tatsächlich bleibt Koffein sogar länger im Kreislauf des Babys, da sein Körper die Substanz langsamer abbaut.

Warum ist Zucker in der Schwangerschaft besonders ungesund?

Kelle Zucker und Zuckerwürfel auf einem Tisch
iStock, HandmadePictures

Ein erhöhter Zuckerkonsum kann während der Schwangerschaft ebenfalls schwerwiegende Folgen haben. Im schlimmsten Fall kann er Schwangerschaftsdiabetes auslösen und das kann sowohl für die Schwangere als auch für das Baby ernste Folgen haben. Zum Beispiel kann Schwangerschaftsdiabetes zu einer Fehlbildung des Herzens führen, zu einer verzögerten Reifung der Lungenbläschen und es zu einer Frühgeburt kommen.

Auch für die Mutter erhöht sich das Risiko auf

  • erhöhten Blutdruck,
  • Nierenprobleme,
  • Infektion der Harnwege,
  • Präeklampsie (Schwangerschaftshochdruck)

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt, maximal 50 Gramm freien Zucker am Tag zu sich zu nehmen, sagt aber auch: „Weniger Zucker ist mehr“. Willst du auf Nummer sicher gehen, iss während deiner Schwangerschaft am besten so wenig Zucker wie möglich. Wenn du mehr über Schwangerschaftsdiabetes wissen möchtest, informiere dich in unserem Artikel "Schwangerschaftsdiabetes: Wie gefährlich ist er für Mutter und Kind?"

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Cola in der Schwangerschaft: Macht sie wirklich weiche Knochen?

Diese Behauptung hat wahrscheinlich jeder schon gehört: Cola macht die Knochen weich. Hintergrund ist eine Untersuchung von US-Wissenschaftlern aus dem Jahre 2006. Dort wurden Daten einer Osteoporose-Studie ausgewertet, die einen Zusammenhang zwischen der Menge an getrunkener Cola und der Dichte der Knochen nahelegt. Schuld daran sei die in Cola enthaltene Phosphorsäure. Sie würde den Knochen Kalzium entziehen.

Dieser Zusammenhang konnte allerdings bis heute nicht nachgewiesen werden. Vielmehr legt die so genannte DONALD Studie nahe, dass der Abbau von Knochendichte mit jahrelanger schlechter und einseitiger Ernährung im Allgemeinen zu tun hat, bei der zwar auch Cola eine Rolle spielt, allerdings nicht die alleinige.

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Was kann ich während der Schwangerschaft trinken?

Ab und zu ein Glas Cola schadet weder dir noch deinem Kind. Falls du zuckerreduzierte Cola trinken möchtest, achte auf den Koffeingehalt. Willst du auf Nummer sicher gehen, achte darauf, ob das Colagetränk deiner Wahl wirklich koffein- und zuckerfrei ist. Am besten trinkst du viel Wasser, Früchtetee und Saftschorlen.

Eine ausgewogene Ernährung während der Schwangerschaft ist knifflig, da einige Lebensmittel für Schwangere tabu sind. Unser Ratgeber "Ernährung in der Schwangerschaft: So isst du richtig" bietet dir wertvolle Hilfestellungen beim komplexen Thema Gesunde Ernährung.

Quellen:
Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.
Bundeszentrum für Ernährung
Gesund ins Leben
Kinderärzte im Netz
Verbraucherzentrale
Stiftung Warentest