Beltz kinderkinder
 
Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Jedes Lebensalter eines Kindes bietet seinen Eltern einmalige Erlebnisse - und stellt sie vor ganz besondere Herausforderungen. Deshalb gibt es "Beltz kinderkinder", die Ratgeberreihe aus dem Beltz Verlag in Kooperation mit ELTERN FAMILY und ELTERN. Hier stellen wir sie Ihnen vor.

"Beltz kinderkinder": Antworten auf alle Erziehungsfragen

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

"Beltz kinderkinder" ist eine Ratgeberreihe, die der Beltz Verlag in Kooperation mit ELTERN FAMILY und ELTERN herausgibt. Die Absicht: Namhafte Autoren machen Eltern zu Experten in Sachen Erziehung!

In den Büchern geben Fachleute Vätern und Müttern alltagstaugliche Tipps. Darüber hinaus vermitteln sie aktuelles Fachwissen auf so verständliche Art, dass Eltern fit sind für alle Erziehungsfragen, die in einer Familie früher oder später auftauchen. So geht es in den neuen Ratgebern zum einen um die Entwicklung von Kleinkindern, zum anderen um die richtige Unterstützung von Schulkindern, die Probleme beim lesen und schreiben Lernen haben.

Jeder Band kostet 12,95 Euro (teilweise erhältlich in unserem Shop auf Eltern.de). Und falls Sie jetzt neugierig auf die neuen "Beltz kinderkinder" sind: Klicken Sie einfach auf den jeweiligen Link - schon finden Sie eine kurze Leseprobe und Infos zum Autor!

"Beltz kinderkinder" für werdende und junge Eltern:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Wenn das erste Kind unterwegs oder gerade zur Welt gekommen ist, haben junge Eltern viele Fragen. Zum Glück gibt es Antworten - in den passenden Büchern aus der "Beltz kinderkinder"-Ratgeberreihe! Alle Infos zu diesen Büchern bekommen Sie hier




"Beltz kinderkinder" für Eltern von Schulkindern:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Die diese in der "Beltz kinderkinder"-Ratgeberreihe erschienenen Bände beschäftigen sich mit den typischen Sorgen und Fragen von Eltern mit Kindern im Schulalter haben. Alle Infos zu diesen Büchern bekommen Sie hier






"Beltz kinderkinder" - für alle Eltern!

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Wie kommen wir als Familie gut durch die Pubertät? Und wie können wir unserem Kind helfen, wenn unsere Beziehung als Paar zerbricht? Fragen, die auf Väter und Mütter zukommen können. Zum Glück gibt es dazu Antworten in den Büchern aus der Beltz kinderkinder"-Ratgeberreihe! Alle Infos zu diesen Büchern bekommen Sie hier

"Beltz kinderkinder" für werdende und junge Eltern:

In diesem Buch erfahren werdende Eltern alles, was sie für eine gute Geburtsvorbereitung wissen müssen.

Geburtsvorbereitung und Geburt

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Ines Albrecht-Engel: Geburtsvorbereitung und Geburt. Entspannung und innere Balance, Massagen und Atemübungen
Empfohlen von der "Gesellschaft für Geburtsvorbereitung" (GfG), begleitet dieses Buch durch die Schwangerschaft und gibt viele praktische Ratschläge zur Geburt sowie für die ersten Wochen danach.




Bestellen Sie "Beltz kinderkinder" bei uns im Shop auf Eltern.de!

Gute Idee: Bestellen Sie die "Beltz kinderkinder"-Bücher in unserem Shop auf Eltern.de. Weitere Infos und Bestellmöglichkeiten für die Einzelbände finden Sie auch unter www.beltz.de

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Leseprobe aus: Geburtsvorbereitung und Geburt

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

"Menschen, die bisher ohne Kinder gelebt haben, können sich die Veränderungen, die das Leben mit Kind mit sich bringt, kaum vorstellen. Die Schwangerschaft als eine Übergangszeit bietet die Chance, sich mit vielen Veränderungen gedanklich vertraut zu machen. Aber erst die reale Erfahrung zeigt: Jetzt beginnt ein anderes Leben, mit Kind. Ein Leben, das nicht selten neue Werte setzt. Sie haben vielleicht schon in der Schwangerschaft bemerkt, dass Ihnen manche Dinge nicht mehr so wichtig sind wie früher, dass Sie bei anderen Themen dagegen viel empfindsamer reagieren, als Sie es bisher von sich kannten.

Ihr Baby wird immer konkreter für Sie, je mehr es sich bewegt. Allerdings ist es noch sehr pflegeleicht. Ihr Baby bekommt in der Schwangerschaft alles, was es braucht, durch Sie: Nahrung über die Nabelschnur, Wärme im warmen Fruchtwasser, Nähe und Körperkontakt in seiner kuscheligen Uterushöhle, Berührung und Massage durch ständige Bewegung in Ihrem Bauch, vertraute Geräusche (von Schlagadern und Darm) und Stimmen (Ihre Stimme und die Ihres Partners). All dies wird sich nach der Geburt radikal ändern. Ist Ihr Kind draußen, müssen Sie für alles sorgen, und dafür brauchen Sie wieder Ihren Körper: für das Stillen, für die Nähe und den Hautkontakt, für die Bewegung, das Schaukeln, das Tragen Ihres Kindes, für die Beruhigung durch Ihre Ansprache oder Ihren Gesang.

Eine massive Umstellung kommt auf Sie zu. Nähe und Geborgenheit zu vermitteln und zu empfangen ist zwar wunderschön, aber andere Dinge, die bisher in Ihrem Alltag selbstverständlich waren, kommen Ihnen da vielleicht zu kurz. Bereiten Sie sich darauf vor.

Gehen Sie jetzt noch möglichst oft ins Theater oder Kino, dann macht Ihnen eine Pause von mehreren Monaten nicht so viel aus. Wenn Sie gerne Essen gehen, stellen Sie fest, welche Ihrer Lieblingsrestaurants nach Hause liefern. Das können Sie gut gebrauchen in der ersten Zeit. Und prüfen Sie schon mal Cafs auf ihre Kinderfreundlichkeit. Mit Freunden vereinbaren Sie schon jetzt, dass diese bei einem Besuch Essen und Trinken mitbringen. Natürlich herrscht Rauchverbot in der Wohnung. Machen Sie sich aber auch mit dem Gedanken vertraut, dass sich kinderlose Freunde wahrscheinlich zurückziehen, und freuen Sie sich darauf, dass Sie neue finden werden."

Zur Autorin:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Ines Albrecht-Engel ist seit 1981 Geburtsvorbereiterin und Mitbegründerin von ISIS, dem Zentrum für Schwangerschaft, Geburt und Elternschaft in Göttingen. Lange Jahre war sie Vorstandsvorsitzende der GfG (Gesellschaft für Geburtsvorbereitung), jetzt ist sie deren Ehrenvorsitzende. Ines Albrecht-Engel ist Autorin vieler Fachaufsätze und mehrerer erfolgreiche Ratgeber. Frau Albrecht-Engel ist Mutter von drei Kindern.

"Beltz kinderkinder" für Eltern von Schulkindern:

Auch Eltern von Schulkindern bietet die "Beltz kinderkinder"-Ratgeberreihe viele nützliche Tipps und Infos - natürlich auch hier in Kooperation mit ELTERN und ELTERN FAMILY.

Jedes Kind kann lesen und schreiben lernen

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Ingrid Naegele: Jedes Kind kann lesen und schreiben lernen. LRS, Legasthenie, Rechtschreibschwäche - wie Eltern helfen können
Die Lehrerin und Diplompädagogin Ingrid Naegele räumt auf mit vielen weit verbreiteten Vorurteilen über Lese- und Rechtschreibschwächen. Und sie zeigt Eltern Wege auf, wie sie ihr Kind fördern können, ohne es zu überfordern.

Jedes Kind kann rechnen lernen

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Klaus R. Zimmermann: Jedes Kind kann rechnen lernen
Jedes Kind kann die vier Grundrechenarten verstehen, auf denen Mathematik in weiterführenden Schulen aufbaut. Das Geheimnis: Nicht noch mehr üben, sondern Verständnis wecken!




Null Bock auf Lernen?

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Detlev Träbert: Null Bock auf Lernen?
Motivation wächst mit dem Erfolg. Der entsteht, wenn die einzelnen Lernschritte so klein portioniert werden, dass sie gut zu schaffen sind.





AD(H)S in der Schule

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Wolfgang Bergmann: AD(H)S in der Schule
Sichere Bindung und Ordnung heißen die Schlüssel bei AD(H)S-Symptomen. Wie beides in alltäglichen Lernsituationen erreicht wird, erläutern zahlreiche Beispiele.






"Beltz kinderkinder" in unserem Shop auf Eltern.de bestellen

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Leseprobe aus: Jedes Kind kann lesen und schreiben lernen

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Leseprobe aus: Jedes Kind kann lesen und schreiben lernen

LRS - eine kurze Einführung

"Die Ursachen
Im Prinzip kann jedes Kind schreiben und lesen lernen. Doch wie die Ergebnisse von Schulvergleichstests wie IGLU und PISA zeigen, schafft es die Schule nicht, allen Kindern ein solides Fundament im Lesen und Schreiben zu vermitteln, weil zu wenige Lehrkräfte über eine solide Ausbildung in den notwendigen sprachwissenschaftlichen Grundlagen und das methodisch-didaktische Knowhow verfügen. Zu viele Kinder und Jugendliche erfassen das System unserer Buchstabenschrift unzureichend, machen dadurch zu viele Fehler und erleben das Lesen nicht als etwas Positives. Die Folgen sind Ärger mit der Schule, schlechte Noten in Deutsch und den Fremdsprachen, häusliche Auseinandersetzungen, Verlust des Selbstbewusstseins und der Lernfreude, Sitzenbleiben, Nachhilfe, Schulangst bis zur Schulverweigerung.

Früher nannte man das Problem 'Legasthenie' und verstand darunter eine Krankheit, die man sein ganzes Leben mit sich herumschleppt, was sich zum Glück als nicht haltbar erwiesen hat. Die Autorin hat in vielen, vielen Fällen während ihrer Arbeit mit Betroffenen erlebt, dass Kinder und Jugendliche sehr wohl lesen und schreiben lernen können.

Immer wieder werden im Zusammenhang mit Lese- und Rechtschreibversagen Gespenster einer lebenslangen Gehirnanomalie oder genetische Defekte beschworen. Heute werden sie 'bewiesen' durch die Beobachtungen bei Leseaktivitäten mithilfe von bildgebenden Verfahren (z. B. MRT). Doch können solche Beobachtungen nicht ohne Weiteres als Ursachen verwendet werden, Schon vor 130 Jahren erwies sich die Übertragung von Sprachausfällen Erwachsener nach Unfällen auf die Probleme von Kindern, die den Code des alphabetischen Schriftsystems nicht knacken können, als falsch.

Die Ursachen und Auswirkungen sind sehr verschieden. Es gibt, wie Untersuchungen belegen, viele Kinder, die trotz Hör-, Seh-, Intelligenz- oder Bewegungsauffälligkeiten problemlos im Schulalltag lesen und rechtschreiben lernen. Um es gleich vorweg klarzustellen: Selbst gravierende Probleme beim Lesen- und Schreibenlernen sind für mich keine Krankheit im medizinischen Sinn, die man, wie man früher dachte, an bestimmten Symptomen erkennen kann. Bei Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (im Folgenden abgekürzt als LRS) geht es zunächst um eine erwartungswidrige Entwicklung der Schriftsprache, ausgelöst durch fehlende oder unpassende Vorstellungen des Kindes über unser alphabetisches Schriftsystem.

Probleme beim Erwerb der Schriftsprache verschwinden jedoch nie von allein, wie manche Lehrkräfte meinen, wenn sie besorgte Eltern mit der Aussicht vertrösten, dass der Knoten irgendwann schon von allein platze. Nein, im Gegenteil, die Situation verschlechtert sich drastisch, wenn das Kind merkt, dass es versagt. Es gibt auch keine 'Legasthenie'-typischen Fehler, wie man früher glaubte: Viele Kinder vertauschen in ihrer Lese-/Schreibentwicklung Buchstaben, weil ihnen die Schreibrichtung noch nicht geläufig ist und sie sich darauf konzentrieren, das Gehörte in Buchstaben zu übersetzen.

Kinder kommen mit den unterschiedlichsten Vorstellungen über Schrift in die Schule. Einige Kinder können schon fließend lesen und schreiben, eine Reihe von ihnen benötigt jedoch differenzierte, auf sie abgestimmte, methodisch-didaktisch sinnvolle Lernangebote, gezielte individuelle Zuwendung und mehr Zeit, damit sie erfolgreiche Leser und Schreiber werden können. Hürden, die den Zugang erschweren, entstehen meist in einem Zusammentreffen von unzureichenden schulischen Bedingungen, methodisch-didaktischen Mängeln, fehlendem Lernerfolg und falscher Reaktion der Umwelt. Je früher geholfen wird, desto weniger droht Gefahr, dass sich aus einem Entwicklungsrückstand im Lernen ein ernstes, umfassendes Lern- und Verhaltensproblem entwickelt.

Die in diesem Buch beschriebenen Maßnahmen sind erfolgreich

(...) Wenn Sie die Ratschläge dieses Buches beherzigen, sind Sie dem Ziel, Ihrem Kind wirksam und erfolgreich zu helfen, bereits einen großen Schritt näher gekommen. Dieses Buch beinhaltet jedoch kein fertiges Trainingsprogramm und auch keine Alternative zum Förderunterricht oder einer Therapie. Was es will, ist:

  • informieren über die vielfältigen Verursachungsmöglichkeiten von Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten (im Folgenden als LRS abgekürzt),
  • beraten über Wege, wie Eltern ihr Kind gegen schlechte Noten, verhauene Diktate und Ärger mit der Schule unterstützen
  • helfen durch geeignete, langjährig erprobte Vorschläge für häusliche Förder- und Übungsmöglichkeiten, die zudem das kindliche Selbstwertgefühl und die Lernmotivation aufbauen.

Es muss jedoch betont werden, dass es kein Schnellverfahren gibt, um die Schwierigkeiten verschwinden zu lassen. Der Weg zur Schriftsprache kostet Zeit, Anstrengung und Geduld, sichert aber das Glück und die Zukunft Ihres Kindes.

Wo steht mein Kind?

Zum Einstieg einige Fragen zur aktuellen Situation Ihres Kindes:

Lesen: Mein Kind

  • buchstabiert beim Lesen leise ein Wort vor (z. B. be-a-el-el, ge-e-ha-te) und hat Schwierigkeiten, das gemeinte Wort (Ball, geht) zu erkennen;
  • lautiert Wörter vor (b-a-l-l, g-e-t) und braucht zu lang, bis es das Wort als Ganzes entschlüsselt;
  • ist unsicher in der Leserichtung (mal von rechts, mal von links);
  • erkennt häufig vorkommende Wörter nicht wieder (ein, die, wir);
  • liest sehr langsam;
  • versteht den Inhalt des Gelesenen auf Nachfragen nicht/teilweise/richtig;
  • liest nicht freiwillig/freiwillig.

Schreiben: Mein Kind

  • kennt die Buchstaben: in Druckschrift , Großbuchstaben, Gemischt Groß-/Klein-, Anfangsschrift, vereinfachter Ausgangsschrift, lateinischer Ausgangsschrift, Schulausgangsschrift;
  • beherrscht die Laut-Buchstaben-Zuordnungen nur teilweise;
  • ist in seiner Schreibrichtung noch unsicher;
  • hat eine verkrampfte Schreibhaltung, hält die Zeilen nicht ein;
  • hat Probleme beim Abschreiben;
  • schreibt gern/ungern Geschichten.

Rechtschreiben: Mein Kind

  • macht viele Fehler in geübten Wörtern;
  • schreibt unvollständige Wörter, in denen meist Vokale fehlen (hnd Hand);
  • versucht zu schreiben, wie es spricht (aein, Schbigel);
  • macht trotz häuslichen Übens viele Fehler in geübten Diktaten;
  • schreibt ohne Punkt und Komma.

Lern- und Arbeitsverhalten: Mein Kind

  • kann sich beim Schreiben nur schwer konzentrieren;
  • versucht, Hausaufgaben zu verdrängen, oder braucht viel zu lange;
  • schafft die Aufgaben nur mit Unterstützung;
  • wirkt mutlos, wenig motiviert

Schulische Situation: Die Lehrkräfte

  • beobachten die schriftsprachliche Entwicklung meines Kindes und fördern es gezielt nach einem Förderplan;
  • vertrösten mich, dass sich der Rückstand in der Lese- und Schreibentwicklung meines Kindes von allein gebe;
  • haben mein Kind eine Klasse zurückgestuft, ohne dass es nennenswerte Fortschritte macht.

Häusliche Situation: Mein Kind

  • hat ein angegriffenes Selbstwertgefühl;
  • hält sich für dumm;
  • verschweigt Arbeiten;
  • lehnt häusliches Üben ab.

Treffen auf Ihr Kind mehrere der angeschnittenen Probleme zu, dann können Ihnen die Ratschläge dieses Buches sicherlich mit Erfolg helfen.

Hat zusätzliches häusliches Üben oder Nachhilfe keine erkennbare Verbesserung gebracht und reagiert Ihr Kind gereizt, aggressiv oder zieht es sich zurück, so sollten Sie die Alarmzeichen ernst nehmen, die Hinweise in den einzelnen Kapiteln beachten und professionelle Beratung suchen.

Zusammenfassung

  • Auch gravierende Probleme beim Lesen und Schreiben sind keine 'Krankheiten'!
  • Fehler beim Schreiben beruhen auf einem mangelnden Verständnis unseres Schriftsystems, dem abgeholfen werden kann.
  • Kinder mit Lese- und Rechtschreib-Schwierigkeiten brauchen differenzierte Lernangebote, die genau zu ihnen passen.
  • Der erste Schritt für eine erfolgreiche Lernstrategie besteht immer in einer Analyse der bestehenden Situation: Wo steht mein Kind im Lernprozess?"

Zur Autorin

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Ingrid Naegele, Lehrerin und Diplompädagogin, hat das "Institut für Lernförderung" in Frankfurt gegründet, in dem nach ihrem FIT-Förderkonzept gearbeitet wird. Sie beschäftigt sich seit Jahrzehnten mit Lese- und Rechtschreibschwierigkeiten und hat Handbücher für Lehrer und Eltern herausgegeben.

Leseprobe aus: Jedes Kind kann rechnen lernen

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

"Wie helfen Sie Ihrem Kind beim Rechnen: Was sollten Sie beim Üben unbedingt beachten?
Um Lernerfolge zu erreichen, sind neben dem konkreten Üben eine positive Haltung und Geduld unabdingbar. Hinterfragen Sie daher kritisch Ihre Einstellung und prüfen Sie, ob Sie die folgenden Ratschläge beachten können.

Besonders wichtig beim Üben mit Ihrem Kind ist eine positive Einstellung! Wichtiger als alles Üben ist es, dass Ihr Kind spürt, dass Sie es so annehmen und lieben, wie es ist, unabhängig von seinen schulischen Leistungen, dass Sie es unterstützen wollen und sich Zeit für seine Sorgen und Freuden nehmen. Enttäuschende Leistungen sollten Sie weder durch Liebesentzug noch Verbote von Hobbys wie Fußballspielen, Schwimmen oder durch Fernseh- und Computerverbot bestrafen. Vielmehr sollten Sie auch kleinste Lernerfolge loben und richtige Lösungen hervorheben und belohnen.

Akzeptieren und motivieren Sie Ihr Kind! Akzeptieren Sie die Schwierigkeiten Ihres Kindes und üben Sie insbesondere keinen zusätzlichen Druck aus. Zeigen Sie Ihrem Kind, dass Sie überzeugt sind, dass seine Schulprobleme lösbar und Rechenprobleme nicht, wie immer wieder behauptet wird, ein unabdingbares Schicksal sind. Vermeiden Sie Vergleiche mit anderen Kindern und Geschwistern. Motivieren Sie Ihr Kind und stärken Sie sein Selbstwertgefühl, denn Schimpfen und ärgerliches Reagieren blockieren nur.

Wählen Sie die richtige Zeit und einen geeigneten Ort! Wählen Sie die Zeit für das Üben sorgsam aus, was bei Berufstätigkeit und immer mehr Ganztagsunterricht schwierig ist. Sinnvoll ist es, in einem Wochenplan die Zeiten für Hausaufgaben, die Zeiten zum Üben sowie feste Termine für Hobbys und die freie Zeit für Freunde, Familie und Pausen festzuhalten. Zum besseren Erkennen können Sie die Zeiten im übrigen auch farbig eintragen und die Zeitintervalle ganz nach Ihren Bedürfnissen variieren. Das zusätzliche Üben sollte möglichst immer zur gleichen Tageszeit stattfinden, jedoch sollten ein Tag in der Woche sowie jeweils eine Hälfte der Ferien übungsfrei bleiben. Die Übungszeit sollte je nach Alter und Belastbarkeit des Kindes gestaffelt sein und nicht länger als 20 bis 30 Minuten dauern, einschließlich kurzer Entspannungspausen. Ein ruhiger Platz ohne äußere Ablenkungen wie Handy, Radio, Fernseher oder Computer hilft der Konzentration. Auch Musik ist beim konzentrierten Lernen meist störend, ebenso wie Geschwisterkinder, die die konzentrierte Arbeit des Kindes unterbrechen.

Erwarten Sie keine schnellen Ergebnisse! Lang andauernde Rechenprobleme können nicht über Nacht verschwinden. Erwarten Sie daher keine kurzfristige Verbesserung der schulischen Noten und werden Sie nicht ungeduldig mit sich und Ihrem Kind. Es gibt keine schnellen Lösungen für komplexe Probleme, auch wenn das immer wieder behauptet wird. Vergessen Sie bitte nicht, dass Ihr Kind - gerade wegen der zusätzlichen Belastungen - Zeit zum Entspannen, Zeit für Freunde, Spiel und Hobbys braucht!

Gehen Sie davon aus, dass Ihr Kind nicht aus Faulheit, Dummheit oder Unkonzentriertheit falsch rechnet, sondern weil es die Rechenschritte nicht ausreichend begriffen hat und daher resigniert, verweigert oder ablenkt."

Zum Autor:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Dr.rer.nat und Diplom-Mathematiker Klaus R. Zimmermann hilft Kindern mit Rechenschwierigkeiten im Institut für Lernförderung in Frankfurt.

Leseprobe aus: Null Bock auf Lernen?

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

"Wenn Schüler nicht wollen, wie sie sollen: Motivationshemmende Haltungen Erwachsener
Wir sind immer ein Produkt unserer genetischen Veranlagung und der Bedingungen im Umfeld. Darum ist es wichtig zu erkennen, wo wir Leistungsmotivation durch unser Verhalten möglicherweise hemmen, um Konsequenzen daraus ziehen zu können.

'Die Hausaufgaben sind einfach zu viel!'
Ein zentrales Problem für die Lern- und Leistungsmotivation von Schülern stellen die Hausaufgaben dar. Ihre eigenen Aussagen dazu sind durchaus widersprüchlich, denn die einen finden sie aus unterschiedlichen Gründen gut, die anderen nicht.

Schulkinder erreichen heutzutage bereits in der Grundschule die Arbeitszeiten Erwachsener. Im G-8-Gymnasium steigert sich ihr Pensum manchmal bis an die Grenze des Erträglichen. Und oft heißt es nach den Hausaufgaben: 'Jetzt müssen wir noch üben.' Schulstress ist ein Faktum, vor dessen Auswirkungen auf die Gesundheit Pädagogen und Ärzte warnen. Dass er aber auch die Motivation hemmt, wird seltener bedacht.

Wer als Eltern die Verantwortung für die Hausaufgaben übernimmt, erlebt die größten Konflikte. Psychologen und Erziehungswissenschaftler stellen fest, dass insbesondere direktive Formen 'wie Aufsicht, Kontrolle oder direkte Hilfe die ohnehin schon schwächeren Schüler weiter verunsichern' (Lipowsky 2004, S. 44). Oder sie 'empfehlen, dass Eltern ihre Kinder nicht bei den Hausaufgaben beaufsichtigen sollten. In der Regel habe etwa ein Schüler der 7. Klasse am Ende des Schuljahres einen höheren Wissensstand erreicht, wenn er selbstständig für die Erledigung der Aufgaben sorge' (vgl. Link http://www.psychotherapie. de/report/2000/09/00092202.htm).

Demnach scheinen emotionale Unterstützung sowie Anregung und Förderung der Selbstständigkeit durch Eltern erfolgversprechender zu sein. Also ist in erster Linie solche Hausaufgabenhilfe motivationshemmend, die einem Kind das Denken abnimmt.

'Sie hat überhaupt nicht nachgeguckt!'
Wenn ein Kind für die Schule arbeitet, steckt es immer auch etwas von sich selbst hinein. Es ist emotional beteiligt, bei kreativen Aufgaben wie einem Aufsatz oder einer Zeichnung vielleicht mehr als bei Mathematik. Dass der Lehrer seine Leistungen würdigt, entspricht seinem Bedürfnis nach Würde. Bei Erwachsenen ist das prinzipiell nicht anders, aber Kinder suchen noch besonders intensiv nach ihrem Selbstbild, der Basis für ihre Identität. Es bildet sich durch Rückmeldungen von Bezugspersonen aus. Solange Kinder noch unkritisch und voller Vertrauen in Erwachsene sind, sehen sie sich so, wie Eltern, Erzieherinnen oder Lehrer es sagen. Im Grundschulalter und manchmal noch etwas darüber hinaus identifizieren sie sich zudem mit ihren Leistungen und sagen bspw. von sich: 'Ich bin gut/Ich bin schlecht', wenn sie meinen, ihre Schulleistungen seien gut oder schlecht.

Vor allem deshalb ist es wichtig, die Arbeitsleistungen von Schülern wahrzunehmen und Rückmeldungen zu geben. Lehrkräfte helfen Kindern bei der Entwicklung ihrer Identität, wenn sie durch sachbezogenes Feedback die Unterscheidungsfähigkeit zwischen 'Ich bin gut' und 'Meine Leistungen sind gut' fördern. Eltern helfen Kindern beim Aufbau eines positiven Selbstbildes, wenn sie sie nicht in erster Linie für die Arbeitsergebnisse, sondern für die aufgebrachte Anstrengung loben.

Darüber hinaus bleiben Hausaufgaben mit Übungscharakter ohne jeden positiven Einfluss auf die Lernentwicklung, wenn sie nicht zeitnah mit einer Rückmeldung über das Ergebnis verbunden sind. Umgekehrt gilt: 'Besonders leistungsförderlich ist ... ein inhaltliches Feedback, das den Schülern eine Kontrolle ihrer Ergebnisse ermöglicht' (Lipowsky 2004, S. 42). Dieses Feedback sollte vom Lehrer kommen, der ja die Aufgaben gestellt hat und den Gütemaßstab bestimmt. Wer einwendet, es gebe nicht die Zeit für Kontrolle und Besprechung der Hausaufgaben, behindert damit genau das bei den Schülern, was Lehrer für erfolgreiches Unterrichten dringend benötigen: Motivation.

Das musst du selber herausfinden
Als Faustregel gilt, dass die Motivation zum Erledigen einer Aufgabe dann am größten ist, wenn die Erfolgswahrscheinlichkeit bei ungefähr 50 Prozent liegt. Zu leichte Aufgaben sind unattraktiv, zu schwierige machen Angst. Es gibt allerdings erhebliche Unterschiede zwischen erfolgszuversichtlichen und misserfolgsängstlichen Schülern. Erstere schätzen die Aufgabenschwierigkeit meist realistisch ein und werten ihre eigene Anstrengung als Ursache für Erfolg oder Misserfolg. Letztere hingegen empfinden bei leichten Aufgaben wenig Stolz über erfolgreiches Arbeiten, reagieren aber mit besonders großer Enttäuschung bis Verzweiflung, falls sie dabei Fehler machen. Wenn sie schwierige Aufgaben erfolgreich bewältigen, begründen sie das eher mit Glück als mit Anstrengung, weshalb sie dann gleichfalls nicht stolz sein können. Misserfolge bei schwierigen Aufgaben werten sie als Bestätigung für ihre vermeintlich mangelnde Begabung und reagieren eher gleichgültig als ärgerlich.

Beim Stellen der Hausaufgaben sollten Schüler also unbedingt einschätzen, ob sie sie auch selbstständig bewältigen können. Das ist wieder besonders wichtig für die Misserfolgsängstlichen - sie brauchen eine größere Sicherheit, um sich an Herausforderungen zu wagen.

'Könnten Sie mir bitte noch mal erklären, wie das geht?' Diese Frage wird im Unterricht viel zu häufig übergangen. Die Antwort 'Das musst du selber herausfinden' wirkt jedenfalls auf einen misserfolgsängstlichen Schüler entmutigend; sie erhöht seine Hemmschwelle, sich überhaupt auf die Aufgabe einzulassen."

Zum Autor:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Diplom Pädagoge Detlef Träbert ist ehrenamtlicher Bundesvorsitzender der "Aktion Humane Schule" und bietet über den Schulberatungsservice "Schubs" vor allem Elternberatung und Elternschulung durch Vorträge und Workshops sowie Fortbildung für Lehrer und Therapeuten an.

Leseprobe aus: AD(H)S in der Schule

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

"AD(H)S und Schule: Mit Disziplin ist nichts gewonnen
(...) Auch Eltern und Lehrer sind angesteckt von dem 'Gehorsamsvirus', der seit drei oder vier Jahren durch die öffentlichen pädagogischen Debatten und Bücher geistert. Im Fokus der Aufmerksamkeit von Eltern und Lehrern stehen dann an allererster Stelle Fragen wie: 'Gehorcht das Kind, tut es, was man ihm sagt, erfüllt es seine Aufgaben?' Besonders die impulsiven, unruhigen und kränkbaren Kinder kann man mit dieser übermäßigen Betonung auf formales Einhalten von Regeln und Ordnungen in eine noch vertrotztere, noch ohnmächtigere und wütende Oppositionshaltung geradezu hineintreiben. Sie sind eh schon überfordert und werden zusätzlich mit disziplinarischen Bewertungen und Maßnahmen bedroht.

Eltern haben selber Angst vor der Zukunft, oft diffus. Das sind Ängste, die mit der Globalisierung der Wirtschaft zusammenhängen und der ungeheuer anonymisierten Abhängigkeit ihres Arbeitsplatzes von Transaktionen auf internationalen Finanzmärkten, von denen sie meist wenig verstehen und auf die sie nicht den geringsten Einfluss haben. Moderne Eltern haben ihre Zukunft nur sehr begrenzt oder gar nicht in der Hand. Auch ein gut ausgebildeter Diplom-Ingenieur oder Kommunikationswissenschaftler kann von heute auf morgen in die Arbeitslosigkeit und unter Umständen auf die Ebene von Hartz 4 abstürzen. Schulprobleme erscheinen aus diesem Grund heute viel bedrohlicher, als dies noch vor zwei oder drei Generationen der Fall war.

Diese Zukunftsängste werden auf die Kinder übertragen: Wenn sie nur rechtzeitig ganz viel lernen, Wissen aufnehmen, eine Fremdsprache möglichst schon im Kindergarten lernen und möglichst rasch eine zweite dazu, wenn sie trainiert werden in Konzentration und Lerntechniken - dann, so glauben und hoffen viele Eltern, sei wenigstens ihre Zukunft einigermaßen gesichert. Aber so ist es nicht. Zu frühes Lernen kann die freie Entfaltung des kindlichen Geistes auch behindern, zu viel Eifer in der Grundschule ist oft mit Leistungsangst verbunden - und Ängste bringen eben keinen Erfolg, beim Lernen nicht und sonst im Leben auch nicht.

Schule hält diesen Fehlentwicklungen hin zum rein formalen - und viel zu wenig lebendigen - Wissen unglücklicherweise nichts entgegen, obwohl genau dies ihr richtig verstandener Bildungsauftrag wäre. Sie fördert vielmehr normatives Lernen, immer strikt nach Plan und im Rahmen einer bürokratisch anmutenden Ordnung der Stundenpläne. Wir werden noch sehen, dass unsere kleinen AD(H)Sler gerade daran scheitern.

Gewiss, einzelne Lehrerinnen geben sich viel Mühe, das trockene Wissen der modernen Schuldidaktiken und Lehrpläne lebendig erscheinen zu lassen, manche sind einfallsreich und - was fast noch wichtiger ist - liebevoll im Umgang mit ihren kleinen Schülern. Zunehmend gibt es außerdem private Alternativen zur verkrusteten Regelschule, die Eltern von AD(H)S-Kindern in jedem Fall genau anschauen sollten. Aber für die meisten Kinder ist der lernpsychologisch und bildungstheoretisch betrübliche Zustand unserer Schulen eine Art Schicksal. Sie müssen irgendwie damit zurechtkommen.

Schule macht fast allen Kindern Angst, das müsste nicht sein! Auch die, die nicht unter AD(H)S leiden, fragen schon nach dem dritten Diktat: 'Reicht das denn für die Gymnasialempfehlung?' Damit geht ihnen die Faszination, die ja auch von Schrift ausgehen kann, verloren, diese ursprüngliche Freude: 'Jetzt lerne ich schreiben; mit dem Schreiben kann ich eigene Geschichten erfinden, ich kann meine Fantasie zu einem Produkt machen, auf das ich stolz bin und das ich anderen zeigen kann.' Davon bleibt wenig oder nichts. Das Lernen wird immer technischer.

Sie lernen auswendig und pauken und lernen wieder auswendig und spüren gleichzeitig die Sorgen ihrer Eltern, sie sind eingebunden in viel zu viele Stunden an einem Vormittag, in denen es strikt geregelt und hochdiszipliniert zugehen soll. Auch bei gut angepassten Kindern kann man beobachten, dass sie höchstens ein Viertel des ganzen Unterrichts bewusst zur Kenntnis nehmen, den Rest der Zeit dösen sie vor sich hin oder spielen unter der Bank ...

Die Grenze zwischen normalen Kindern und aufmerksamkeitsgestörten oder hyperaktiven verschwimmt. Daran wird sich auch nichts ändern, solange wir kein tiefer gehendes Verständnis vom kindlichen Aufwachsen in einer hoch technologisierten und informationellen Kultur haben - Schule wie übrigens auch viele Therapien stammen noch aus der 'guten alten Zeit' der verregelten Arbeitswelt der Industriekultur. Auch dies behindert das Verständnis für die ADS-Kinder."

Zum Autor:

Foto: dpa
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Wolfgang Bergmann ist im Frühjahr 2011 nach schwerer Krankheit leider verstorben. Ewar einer der profiliertesten Kinder- und Familientherapeuten Deutschlands und als Autor von Sachbüchern zu psychologischen und pädagogischen Themen weithin bekannt. Er schrieb für verschiedene große Tageszeitungen und Zeitschriften und war gern gesehener Interviewpartner zu aktuellen Erziehungsthemen in Fernsehen und Rundfunk. Wolfgang Bergmann hinterläßt drei Kinder.

"Beltz kinderkinder" - für alle Eltern!

In diesen Bänden finden Eltern viele wichtige Informationen und Tipps, um fit für Situationen zu sein, die im Leben einer Familie auftreten können: Beispielsweise, wenn das Kind in die Pubertät kommt oder es sich mit der Trennung der Eltern auseinandersetzen muss.

Kindern bei Trennung und Scheidung helfen

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Claus Koch/Christoph Strecker: Kindern bei Trennung und Scheidung helfen. Psychologischer und juristischer Rat
Psychologe Claus Koch und Familienrichter Christoph Strecker stellen verschiedene Schutzfaktoren vor, mit denen Eltern ihren Kindern helfen können, eine Trennung beziehungsweise Scheidung gut zu verarbeiten. Neben diesen praktischen Tipps enthält das Buch aber auch die wichtigsten Untersuchungen zum Kindeswohl sowie Infos zur aktuellen Rechtslage und juristische Hilfen in Sachen Sorgerecht und Unterhalt.

Pubertät heute

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Elisabeth Raffauf: Pubertät heute. Ohne Stress durch die wilden Jahre
Eltern von Heranwachsenden haben es heute nicht leicht - oft genug fehlt ihnen zu wichtigen Bestandteilen der Lebenswelt ihrer Teenager, etwa Facebook & Co., schlicht der Zugang. Doch auch für die Jugendlichen ist die Pubertät nach wie vor keine einfache Phase: Wie soll man sich noch abgrenzen, wenn alles erlaubt zu sein scheint? Die erfahrene Psychologin Elisabeth Raffauf lässt in diesem Buch deshalb neben den Eltern auch die Jugendlichen selbst zu Wort kommen - denn nur, wer einander zuhört, kann einander auch verstehen.

Bestellen Sie "Beltz kinderkinder" im Shop auf Eltern.de!

Gute Idee: Bestellen Sie die "Beltz kinderkinder"-Bücher in unserem Shop auf Eltern.de. Weitere Infos und Bestellmöglichkeiten für die Einzelbände finden Sie auch unter www.beltz.de

Neugierig auf "Beltz kinderkinder"? Dann klicken Sie einfach auf den jeweiligen Link - schon finden Sie eine kurze Leseprobe und Infos zum Autor:

Leseprobe aus: Kindern bei Trennung und Scheidung helfen


Schutzfaktoren für Scheidungskinder

"Die nachfolgend aufgezählten 'Schutzfaktoren' werden dafür sorgen, dass aus Ihren Kindern glückliche und zufriedene Erwachsene werden.

Trennung und Scheidung müssen nicht zu bleibenden Schäden bei den Kindern führen - dies ist eine wissenschaftlich bewiesene Tatsache. Doch dass es ihnen später im Leben gut geht, ist an bestimmte Voraussetzungen gebunden, die vielleicht mehr Einsatz von den Eltern erfordern, als dies bei intakten Familien notwendig ist. Zeigen die Eltern diesen Einsatz, brauchen sie sich auch keine Vorwürfe zu machen, dass ihre Familie, die sie einst zusammen gegründet haben, zerbrochen ist (...)

Verlässlichkeit
Eltern müssen ihren Kindern nach der Trennung auf jeden Fall weiterhin verlässliche Eltern bleiben, auf deren Fürsorge und Schutz die Kinder, was auch passiert, bauen können. Das erfordert von beiden Eltern Planungsfähigkeit, Selbstdisziplin und Anpassungsfähigkeit an die neue Situation. Die Eltern sollten möglichst rasch eine verlässliche Alltagsstruktur aufbauen, in der sich das Kind aufgehoben fühlt. Kinder brauchen ein 'Basislager', von dem aus sie ihr Leben nach der Trennung ihrer Eltern auf festem Boden aufbauen können. Ständiger Wechsel zwischen verschiedenen Orten wirkt besonders für jüngere Kinder (bis zu zehn Jahren) verunsichernd.

Keine gegenseitige Abwertung
Eltern müssen sich vor ihren Kindern nicht übertrieben harmonisch zeigen - die Kinder würden sich sonst fragen, warum sie sich eigentlich getrennt haben -, offener Streit und gegenseitige Beschimpfungen vor ihnen sollten aber unterbleiben, was nicht bedeutet, unterschiedliche Meinungen nicht auch zu zeigen. Ein 'Gelöbnis' vor den Kindern, sich gegenseitig nicht schlechtzumachen, kann dabei eine gute Hilfe sein.

Keine übertriebene Verwöhnung
Eltern, die sich getrennt haben, sollten ihre Kinder nicht aus falsch verstandenem Schuldgefühl über die Maßen verwöhnen, das verspricht nur kurzfristig und scheinbar Sicherheit, sondern sie konsequent und verantwortlich für sich und andere erziehen. Nach übereinstimmenden Ergebnissen neuer Untersuchungen erwarten die Kinder gerade auch vom getrennt lebenden Vater, dass er kein 'Laisser-faire' praktiziert (also alles erlaubt), sondern einen sogenannten autoritativen Erziehungsstil, also Verantwortung übernimmt, Grenzen setzt und für Verbindlichkeit steht.

Kinder werden durch die Trennung nicht zu 'Partnern'
Gerade bei Alleinerziehenden besteht - oft ungewollt - das Problem, Kinder fortan als Partnerersatz zu betrachten, ein Wunsch, der häufig auch von den Kindern ausgeht, die jetzt für den alleingelassenen Elternteil sorgen wollen. Das führt im Extremfall dazu, den Platz des Expartners im Bett einnehmen zu wollen. Deswegen ist es wichtig, dass Eltern zwischen sich und ihren Interessen einerseits und den Kindern andererseits eine klare Trennungslinie ziehen. Ebenso sollten Kinder in Bezug auf die Beziehung zu einem neuen Partner keinesfalls 'ins Vertrauen' gezogen werden. Das mag ihnen schmeicheln, überfordert sie aber und überlagert ihre eigenen Interessen.

Den Blick optimistisch in die Zukunft richten
Der Blick der Eltern sollte in die Zukunft gerichtet sein und nicht über die Maßen an der oder dem 'Ex' kleben, es ist wichtig, gerade diesen Kindern einen optimistischen Blick in die Zukunft zu vermitteln. Immer nur davon zu reden, wie sehr man leidet, wie schön es früher war und wie schwierig jetzt, ist kontraproduktiv, Das bedeutet auch, eine gewisse Distanz des Kindes zum 'leidenden' Elternteil ertragen zu können. Natürlich ist das leichter gesagt als getan. Allzu oft drängen sich Eifersuchts- oder Rachegefühle und tiefe Verletzungen in den Vordergrund. Damit sollen die Erwachsenen das Kind aber, wenn möglich, nicht zu lange beschäftigen.

Bei Depression und lang anhaltender Trauer professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
Eltern, die nach der Trennung vom jeweiligen Partner selbst psychisch geschwächt sind, sollten, wenn möglich, soziale Unterstützung von Angehörigen oder Freunden oder therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie mit der neuen Situation (noch!) nicht angemessen umgehen können. Kinder orientieren sich am 'Modell' ihrer Eltern, und dass sie sich sicher aufgehoben fühlen, ist für ihren weiteren Lebensweg existenziell bedeutsam.

Dem Kind ein gutes Selbstwertgefühl vermitteln
Zu den langfristigen negativen Folgen von Trennung und Scheidung gehört häufig ein geringes Selbstwertgefühl der Kinder. Oft empfinden sie immer noch eine Schuld an der Trennung, haben immer noch übertriebene Ängste in sozialen Situationen oder später beim Aufbau von Partnerbeziehungen. Deswegen ist es nach der Trennung so wichtig, den Kindern immer wieder zu vermitteln, dass sie liebenswert sind, dass toll ist, was sie machen - und dies auch, wenn die schulischen Leistungen anfangs etwas leiden.

Gemeinsam sind wir stark!
Dass Eltern trotz der Trennung kooperativ miteinander umgehen - zumindest, wenn es um ihr gemeinsames Kind geht -, ist ein besonders wichtiger Schutzfaktor für das Kind. Noch wichtiger aber ist, dass die Eltern dem Kind jeden Tag aufs Neue zeigen, dass sie es lieben, trotz allem, was geschehen ist, und dass diese Liebe auf jeden Fall hält - ein Leben lang.

Schutzfaktoren für Ihr Kind

So sorgen Sie dafür, dass aus Ihren Kindern glückliche und zufriedene Erwachsene werden.

  • Verlässlichkeit
  • Keine gegenseitige Abwertung
  • Keine übertriebene Verwöhnung
  • Kinder nach der Trennung nicht zu 'Partnern' machen
  • Den Blick optimistisch in die Zukunft richten
  • Bei Depression und lang anhaltender Trauer professionelle Hilfe in Anspruch nehmen
  • Dem Kind ein gutes Selbstwertgefühl vermitteln
  • Gemeinsam sind wir stark!"

Zu den Autoren:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Dr. Claus Koch ist Diplom-Psychologe und Autor von Elternratgebern. Zuletzt erschien von ihm "Das ElternBuch - Wie unsere Kinder geborgen aufwachsen und stark werden", gemeinsam herausgegeben mit Sabine Andresen und Micha Brumlik.



Christoph Strecker war 25 Jahre Familienrichter und ist seit 7 Jahren Mediator in Scheidungsfragen. Bei Nomos erschien kürzlich sein Buch "Versöhnliche Scheidung" in der vierten Auflage.

Lesprobe aus: Pubertät heute


Identität und Markenklamotten

" 'Kleidung, vor allem Markenklamotten, drückt für viele die Persönlichkeit aus.'
(Katrin, 16 Jahre)

"Wer soll das bezahlen?", fragen sich viele Eltern, wenn es um die 'textile Ausstattung' ihrer Kinder geht. Die Wünsche sind riesig, und die Angebote, auch der angesagten Marken, locken in den Schaufenstern. 77% der Jugendlichen zwischen 6 und 19 Jahren finden Markenklamotten 'in', ermittelte das Magazin 'Focus Schule'. Das Begehren ist also da, und die Industrie weiß, was die Studie 'Bravo Faktor Jugend 10' herausgefunden hat: 'Die 12- bis 13-Jährigen sind wahre Markenenthusiasten, die nach Orientierung suchen. Wer hier als Marke nicht stattfindet, hat es schwer, die Konkurrenz einzuholen.'

Pubertät ist die Zeit, in der Jugendliche sich neu erfinden. Sie sind auf der Suche nach Antworten auf die Frage 'Wer bin ich?'. Um das herauszufinden, müssen sie sich nicht nur an den Erwachsenen reiben und von ihnen abnabeln, sondern sich auch modellieren. Der Körper, die Gestaltung des Aussehens eignen sich gut, um zu experimentieren. Wenn Eltern klagen: Die Jugendlichen blockieren das Bad, stehen stundenlang vor dem Spiegel, ziehen sich fünfmal um, bevor sie in die Schule gehen, sind es genau diese Fragen, denen sie auf der Spur sind: Wer bin ich? Wie möchte ich sein? Wie möchte ich wirken?

'Cool sein', 'angesagt sein', 'in' sein, schön sein gehören für viele zu den wichtigsten Antworten (...)

Wünsche sind erlaubt
'Wenn es etwas gibt, das sich wirklich verändert hat, dann ist es die Tatsache, dass es keine Unterschiede mehr gibt zwischen der Kleidung der Eltern und der der Kinder', findet die Mutter einer 15-Jährigen. Das könnte ein Zeichen dafür sein, dass die Jugendlichen den Umgang mit Konsumgegenständen widerspiegeln, den sie von den Erwachsenen vorgelebt bekommen. Und sie sind auch ein Spiegel der gesellschaftlichen Realität. Markenorientierung wird unbewusst gefördert, durch Werbung, mehr noch durch Sätze, Kommentare und Kleidung der Erwachsenen. Ein einzelnes Markenkleidungsstück kann manchmal aber auch als Brücke dienen, um auf dem Parkett der Identitätsfindung erste Schritte zu machen!

Eltern sollten nicht die Jugendlichen verteufeln, die sich Markenkleidung wünschen. Wünsche sind erlaubt. Und manchmal ist ein Kompromiss zwischen 'nur noch Markenklamotten' und 'sich auf gar keinen Fall dem Markendruck beugen' hilfreich. So könnte eine Abmachung etwa lauten: Es gibt kein komplettes Markenoutfit, aber ein paar Turnschuhe sind o.k. Sie können vielleicht eine gute Brücke auf dem Weg zur Selbstfindung sein. Selbstbewusstsein stellt sich nicht über Nacht ein. Die Markenturnschuhe erleichtern einem vielleicht erst mal den Übergang und fördern das Gefühl, sicheren Boden unter den Füßen und in der Clique zu gewinnen.

Andererseits gibt die Sehnsucht nach Markenklamotten die Gelegenheit zu Diskussionen und Auseinandersetzungen. Jugendliche sind manchmal der Meinung: Alle haben das, nur ich nicht. 'Da würde ich mich auch unwohl fühlen', sagt ein Vater, 'wenn alle in Markenjeans gekleidet wären und ich komme in Stoffhose zur Party.' Meistens sind alle nicht alle, und das wird oft übersehen. Es lohnt sich, gemeinsam die 'anderen' durchzugehen: Was ziehen die an, die nicht von Kopf bis Fuß in Markenkleidung herumlaufen? Eltern und Jugendliche können darüber sprechen, was Kleidung bedeutet und was sie kostet (im Übrigen auch, unter welchen Bedingungen sie hergestellt wird). Welchen Wert Geld hat, können Jugendliche erfahren, wenn sie selber über Taschengeld oder auch ein Budget für Kleidung verfügen können. Eine Orientierungshilfe für ein angemessenes Taschengeld geben übrigens die Jugendämter heraus. Dort ist allerdings nicht das Gesamtbudget einer individuellen Familie berücksichtigt, das manchmal ein üppiges Taschengeld nicht erlaubt.

Es ist spannend und hilfreich, mit den Jugendlichen über Schönheit, Kleidung und Identität ins Gespräch einzutreten. Eltern können die Jugendlichen fragen, was sie selber schön finden, oder besprechen, wie sie damit umgehen können, wenn andere sie hänseln, weil sie nicht in der angesagten Marke zur Schule kommen. Sie können sie ermuntern, ihrem Geschmack zu trauen, unabhängig vom Etikett.

Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl sind das beste Mittel gegen Beeinflussbarkeit von außen und dagegen, sich ohne Markenturnschuhe neben der Freundin minderwertig zu fühlen. Kinder werden stärker, indem sie immer wieder ermuntert und bestärkt werden, ihren Gefühlen zu trauen. Sie werden unabhängiger vom Modedruck, indem sie einerseits Spielraum haben, zu experimentieren: 'Wie wirke ich mit und ohne angesagte Marke?', und gleichzeitig sensibilisiert werden dafür, dass die Beurteilung eines Menschen nach seiner Kleidung nichts mit Freundschaft zu tun hat.

Tipps von Jugendlichen

  • Jana, 16 Jahre: 'Markenklamotten sind für mich nicht wichtig, Hauptsache schön.'
  • Lena, 17 Jahre: 'Markenklamotten sollten keine Rolle spielen, weil sich sonst die weniger reichen Kinder nicht zugehörig fühlen und Druck entsteht.'
  • Alex, 17 Jahre: 'Manche finden Leute uncool, die keine Markenklamotten tragen, aber ich finde, darüber sollte ein Kind stehen.'
  • Jasper, 17 Jahre: 'Dann und wann kann man den Kindern schon was gönnen. Doch sobald Kinder eigenes Geld kriegen - ob durch Arbeit oder Taschengeld ist egal - sollten sie selber was kaufen, wenn sie was wollen. Dadurch merken Kinder auch, wie viel Geld was kostet.'
  • Sarah, 17 Jahre: 'Markenklamotten sind für mich absolut nicht wichtig. In meiner Umgebung gibt es durchaus Leute, die auf Markenklamotten Wert legen. Meiner Meinung nach sollten sie keine Rolle spielen. Jeder soll anziehen was ihm gefällt und sich nicht durch Markenklamotten identifizieren.'
  • Anna, 16 Jahre: 'Jeder sollte das tragen dürfen was ihm gefällt, ohne dafür fertig gemacht zu werden.'
  • Tanja, 17 Jahre: 'Für mich haben Markenklamotten nicht mit ihrer Marke eine Schönheit, sondern wie sie aussehen. Was mir gefällt ist schön!'

Marken setzen Markierungen

Jugendliche sind auf der Suche nach ihrer Identität. Die Fragen 'Wer bin ich?', 'Wie könnte ich sein?' sind brennende Fragen. Vor dem Spiegel und in der Clique kann man ganz gut ausprobieren: 'Wie seh ich aus?', 'Wie wirke ich auf andere?'. Eltern sollten den Wunsch ihrer Kinder nach Markenklamotten nicht verteufeln. Jugendliche wollen dazugehören und das Tragen von Markenkleidung erscheint ihnen als Weg dazu.

Der Wunsch danach kann vielleicht Anlass bieten, ein Gespräch über die Wirkung und die Macht der Kleidung zu führen. Manchmal dient ein ausgewähltes Kleidungsstück einer bestimmten Marke als Brücke auf dem Weg in die Eigenständigkeit. Andererseits können Eltern und Jugendliche über dieses Thema zu der Frage gelangen: Was finde ich wirklich schön? Was gefällt mir? Wie bilde ich mir eine eigene Meinung und schaffe es, mich nach meinem Geschmack zu kleiden?

Ein gesundes Selbstbewusstsein bietet den besten Schutz vor Beeinflussung und Markendruck."

Zur Autorin:

Beltz kinderkinder: Alltagstaugliche Tipps für Väter und Mütter

Elisabeth Raffauf ist Diplom-Psychologin und an einer Erziehungsberatungsstelle tätig. Dort leitet sie Gruppen für Eltern pubertierender Jugendlicher, für junge Mädchen und für Kinder von Eltern, die sich getrennt haben. Für die WDR-Sendereihe "Lilipuz" arbeitet sie bei der Aufklärungsreihe "Herzfunk" mit. Hier können Kinder Fragen zu den Themen "Liebe, Körper und Gefühl" stellen. Sie ist Autorin vieler Erziehungsratgeber und Aufklärungsbücher, sowie Co-Autorin mehrerer Broschüren der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Sie gehört außerdem zum Team der Fernsehsendung "Kummerkasten" im Kinderkanal "KI.KA".