Postnatal
 
Das Wochenbett

In der Zeit nach der Geburt Ihres Kind, im Wochenbett, verändert sich Ihr Körper aufs Neue. Langsam regeneriert er sich von neun Monaten Schwangerschaft. Welche körperlichen Veränderungen im Wochenbett auf Sie zu kommen, lesen Sie hier.

Postnatal: Das Wochenbett
iStock, SolStock

Direkt nach der Geburt

Das Hormon Oxytocin, das "Wehenmittel" unter der Geburt, bleibt (abgeschwächt) im Blut. Und sorgt auch jetzt für Kontraktionen in der Gebärmutter. Das muss sein, damit die extrem gedehnten Längsfasern im Gebärmuttermuskel zusammenschnurren wie ein Gummiband. So verschließen sich die Blutgefäße an der Stelle, wo die Plazenta saß. Immerhin eine etwa handgroße Wunde. Besonders beim Anlegen sind die Kontraktionen zu spüren. Weil Saugreiz für einen Oxytocin- Schub sorgt. Nach der ersten Entbindung tun die Nachwehen noch nicht weh. Eher so ein Gefühl, dass sich alles richtet. Mit jedem weiteren Kind werden Nachwehen deutlicher.

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Das Frühwochenbett: Erster bis zehnter Tag

Am ersten Tag bildet der Körper die Neugeborenenmilch oder Vormilch. Sie ist gelblich oder wässrig und kommt meist nur tröpfchenweise. Genau die richtige Menge für das Kleine. Durch das häufige Anlegen wird die Milchproduktion ab dem zweiten bis vierten Tag richtig in Gang gesetzt. Die Brust füllt sich mit sahing-gelblicher Übergangsmilch (bis Ende der zweiten Woche). Das geht nur selten sanft und allmählich - der Ausdruck "Milcheinschuss" stimmt schon! Weil Schwangerschaftshormone wie Östrogen und HCG nach der Geburt stark abnehmen und durch das Stillen gleichzeitig mehr Prolaktin und Oxytocin ins Blut kommen, kann es in der ersten Woche zu einem Hormon-Chaos kommen. Die Folge: Heultage! Tränen und noch mehr Wasser: Die Flüssigkeitspolster, die sich während der Schwangerschaft gebildet haben, werden nun ausgeschwemmt - bis zu vier Liter am Tag. Dammrisse oder Schnitte sowie Kaiserschnittwunden heilen meistens ebenfalls im Frühwochenbett weitgehend ab. Dauerbegleiter der ersten Tage ist der Wochenfluss aus Wundsekret und Schleimhautresten. Er ist heftiger als die Regelblutung. Zu Beginn der zweiten Woche wird er deutlich weniger. In diesen ersten zehn Tagen mit Baby besucht Sie Ihre Nachsorge-Hebamme. Sie schaut nach Ihnen und Ihrem Kind, Sie können Ihr jede Frage stellen.

Das Spätwochenbett: elfter bis 42. Tag

Im Spätwochenbett stellt sich der Körper allmählich wieder auf den zustand "nicht schwanger" ein. Das Stillen bzw. die Milchproduktion normalisiert sich (ab der dritten Woche produziert die Brust die endgültige, wässrig-blaue "reife Frauenmilch"), die Gebärmutter bildet sich auf ihre Ausgangsgröße zurück, die Geburtswunden heilen endgültig und der Wochenfluss wird erst bräunlich-gelblich (ab der zweiten Woche), dann weißlich (ab der dritten Woche), bis er nach vier bis sechs Wochen ganz versiegt. Die Wöchnerin im Spätwochenbett kann mit Rückbildungsgymnastik beginnen, die Gewebe und Beckenboden wieder festigen soll. Richtiger Sport ist noch tabu. Das Spätwochenbett endet nach sechs Wochen nach der Geburt und sollte mit einem Frauenarztbesuch abgeschlossen werden.