Zur Geburt aufs Festland
 
"Den Stress tun wir uns nicht noch mal an!"

Katrin musste für die Geburt ihrer Tochter Finja aufs Festland fahren. Die Familie lebt auf Föhr.

Zur Geburt aufs Festland: "Den Stress tun wir uns nicht noch mal an!"
Sven Wied

Zwei Wochen saß Katrin mit Mann, dreijähriger Tochter und Schwiegereltern in einer kleinen Ferienwohnung bei Heide. Sie warteten auf die Geburt ihres zweiten Kindes. Wieso? Die Familie lebt auf der Nordseeinsel Föhr. Und dort gibt es seit 2015 keinen Kreißsaal mehr (ab diesem Sommer aber voraussichtlich ein Geburtshaus). Zu wenig Geburten, zu teuer, zu unsicher, sagen die, die ihn geschlossen haben. Seitdem müssen die Frauen zur Geburt aufs Festland, am besten zehn Tage vor dem errechneten Termin. Gar nicht so leicht zu organisieren. "Wir hatten Glück, dass meine Schwiegereltern uns so lange begleiten konnten. Sie waren für Svea da, als endlich die Wehen anfingen. Ohne Oma und Opa hätte ich das Baby wohl allein zur Welt bringen müssen", erzählt Katrin. "Ich habe versucht, die zwei Wochen als Urlaub zu sehen, war aber viel zu angespannt, um mich erholen zu können." Fünf Tage nach Termin ging es endlich los. Die Geburt verlief ohne Probleme, zwei Tage später durfte die Familie die zweistündige Heimreise antreten. Endlich wieder zu Hause! "Eigentlich wollte ich immer drei Kinder haben", sagt Katrin heute, ein halbes Jahr nach der Geburt, "aber ich glaube, den Stress tun wir uns nicht noch mal an."