Geplanter Kaiserschnitt bei Beckenendlage
 
"Die Atmosphäre war nicht so toll"

Pia lebt mit ihrem Mann Hannes und den Kindern Moritz, 2 1/2, und Tessa, 8 Monate, in Iserlohn. Die OP-Vorbereitung fand in der Abstellkammer statt.

Geplanter Kaiserschnitt bei Beckenendlage: "Die Atmosphäre war nicht so toll"
Privat

Am Abend vor dem wegen Beckenendlage geplanten Kaiserschnitt setzten bei Pia die Wehen ein. Die Hebamme begrüßte sie in der Klinik mit den Worten: "Ach du meine Güte! Es ist voll, und ich bin allein!" Seit die Geburtshilfe in Menden vor eineinhalb Jahren geschlossen wurde, kommen deutlich mehr Frauen zum Entbinden nach Iserlohn, eine der wenigen Geburtskliniken im Sauerland. Drei Kreißsäle gibt es hier, an diesem Sonntagabend waren zwei belegt, der dritte noch nicht gereinigt. Kurzerhand holte eine Schwester ein Bett und schob Pia in den Empfangsbereich der Station.
"Mitten im Flur zu liegen und Zugänge gelegt zu bekommen, war nicht so schön", erinnert sich die 31-Jährige. "Schlimmer fand ich nur die Abstellkammer, in die ich dann geschoben wurde." Der fensterlose Raum dient seit der Schließung in Menden als Not-Kreißsaal. Hier wurde die junge Mutter für den Kaiserschnitt vorbereitet. Und hier lag sie eine Stunde später mit ihrer kleinen Tochter Thessa im Arm. "Anfangs war ich einfach nur glücklich über mein Kind. Aber im Nachhinein dachte ich schon: das grelle Licht, die Enge, die kalte Atmosphäre – war echt nicht so toll."