Kaiserschnitt
 
"Die Hebamme und ich konnten uns durchsetzen"

Bianca lebt mit ihrem Freund Julian und Lasse, 9 Monate, in Münster. Sie musste den Arzt zum Kaiserschnitt drängen.

Kaiserschnitt: "Die Hebamme und ich konnten uns durchsetzen"
iStock, AleksandarNakic

"Sie dürfe das eigentlich nicht, sagte meine Beleghebamme, aber sie empfehle uns dringend einen Kaiserschnitt. Da hatte der Arzt kurz den Kreißsaal verlassen, und ich lag bereits fast 40 Stunden in den Wehen. Der Arzt aber wollte unbedingt versuchen, das Baby mit Zange und Saugglocke zu entbinden. Meine Hebamme war allerdings der Meinung, Lasse werde nicht durch mein Becken passen, und am Köpfchen spüre sie bereits eine Delle. Dann sagte sie diesen Satz: 'Der Arzt wird euch kaputt machen!' Spätestens da stieg in Julian und mir langsam die Panik auf.
Aber irgendwie vertraute ich der Hebamme, sie hatte mich immerhin schon die ganze Zeit über begleitet. Als der Arzt zurückkam, haben wir gemeinsam auf einen Kaiserschnitt gedrängt. Er sagte zwar, er sehe die Notwendigkeit nicht, aber wir konnten uns durchsetzen.
Ich würde gern sagen, dass ich in dem Moment, als Lasse geboren wurde, total glücklich war. Aber ich war vor allem ängstlich. Ich habe wohl ein paar Mal gefragt: Ist der Kopf in Ordnung? Ist der Kopf in Ordnung? Am Ende war alles okay, aber Julian und ich haben noch eine ganze Zeit gebraucht, um das zu verarbeiten."