Natürliche Entbindung nach Kaiserschnitten
 
"Es braucht ein Netzwerk"

Carola lebt mit ihrem Mann Carsten, Clara, 6, Johann, 3, und Benno, 1 1/2, in Dortmund. Nach zwei Kaiserschnitten konnte sie natürlich entbinden.

Natürliche Entbindung nach Kaiserschnitten: "Es braucht ein Netzwerk"
Privat

"Beim dritten Mal wollte ich unbedingt natürlich entbinden. Obwohl es nach der zweiten Sectio hieß: Das geht nicht, die Gefahr eines Gebärmutterrisses ist zu groß. Mir ging es vor allem auch um die Familienlogistik. Ich konnte mir nicht vorstellen, wegen der OP-Schmerzen wieder acht Wochen ausgebremst zu sein. Ich habe also in der Schwangerschaft schon begonnen, mir ein Netzwerk aus Menschen zu knüpfen, die mich unterstützen – Frauenärzte und Hebammen, die sagten: Sie schaffen das schon! Carstens Unterstützung hatte ich sowieso.
Die Aufzeichnungen meiner ersten beiden Geburten zeigten übrigens, dass die Kaiserschnitte medizinisch nicht zwingend notwendig waren. Selbst die Statistik gab mir Sicherheit, denn das Risiko einer Gebärmutter-Ruptur steigt auch nach einem zweiten Kaiserschnitt nicht deutlich an.
Schließlich habe ich mir ein anthroposophisches Krankenhaus gesucht, in dem ich vaginal entbinden konnte – vorausgesetzt, es gibt keine Komplikationen. Und so kam es dann auch: Nach dem Blasensprung habe ich mir zu Hause Kerzen angemacht und noch eine Weile auf meinem Gymnastikball gekreist. Erst am nächsten Morgen bin ich in die Klinik gefahren, wo Benno wenige Stunden später auf die Welt kam – ohne Kaiserschnitt."