Geburtsvorbereitung
 
Nur noch 14 Tage, bis das Baby kommt?

Viele Frauen werden jetzt noch einmal richtig unternehmungslustig, jetzt sind sie ja noch ungebunden: Sie gehen aus, laden Freunde ein, treffen Bekannte. Andere ziehen sich lieber zurück oder genießen in Ruhe die letzten Stunden der Zweisamkeit mit ihrem Partner. Egal, wonach Dir zumute ist, lasse es Dir nun richtig gut gehen.

Geburtsvorbereitung: Nur noch 14 Tage, bis das Baby kommt?
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Vorfreude, Angst und Ungeduld

Stimmungschwankungen sind typisch für diese Zeit: Einerseits sind viele Frauen die Beschwerden der Schwangerschaft leid und sie freuen sich darauf, ihr Baby endlich in den Armen halten zu können. Andererseits ist die Zeit nach der Geburt mit vielen Fragezeichen verbunden: Werde ich das alles schaffen?
Wie wird mein Leben sich verändern? Wie sehr wird das Kind mich in Anspruch nehmen? Vor allem aber beschäftigen sich Schwangere in den letzten Wochen mit der Geburt. Kurz vor dem errechnetem Termin wächst die Angst vor den Wehen, vor möglichen Komplikationen für sich selbst oder das Baby. Viele Frauen empfinden so etwas wie Versagensangst. Auch wenn sie sich gut informiert haben, ist das bevorstehende Ereignis dennoch etwas vollkommen Unbekanntes, das man nicht einschätzen kann.
Manche Frauen versuchen, möglichst wenig darüber nachzudenken. Die meisten aber wollen über die bevorstehende Geburt reden. Gespräche mit dem Partner, geburtserfahrenen Freundinnen und Verwandten helfen, mit den Ängsten besser umzugehen. Auch im Geburtsvorbereitungskurs haben Schwangere die Möglichkeit, sich auszutauschen.
Quälende Gedanken lassen sich manchmal durch Atem- und Entspannungsübungen wie Yoga oder Massage vertreiben. Es ist auch gut, sich Bewegung zu verschaffen: Wer Spaziergänge macht, schwimmt oder tanzt, löst nicht nur Verkrampfungen, sondern verbessert auch das Gefühl für den eigenen Körper.
Wenn Du ständig mit Angstvorstellungen zu kämpfen hast, probiere es mit einem Gedankenstopp-Training: Übe, Dich nur zu einer bestimmten Tageszeit mit der Angst zu beschäftigen, um Dich danach auch wieder erfreulichen Dingen zuzuwenden. Oder schreibe die Gedanken in ein Buch, das Du danach ebenso wie die Angst beiseite legen kannst.

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Viele Schwangere haben jetzt mit Schlaflosigkeit zu kämpfen

Nun ist es sehr schwierig, eine bequeme Schlafposition zu finden

Bei vielen werdenden Müttern beginnen die Gedanken zu kreisen, wenn sie sich schlafen legen: Über die Geburt, das Leben mit dem Baby und was es in den nächsten Wochen noch zu tun gibt. Außerdem ist es nun sehr schwierig, eine bequeme Schlafposition zu finden. Der Bauch ist schwer und groß, bei jedem Seitenwechsel muss er regelrecht "umgebettet" werden. Gewohnte Schlafhaltungen sind nicht mehr möglich. Schwangere sollten sich nicht lange auf den Rücken legen, weil das die Durchblutung behindern und eine zusätzliche Belastung für den Kreislauf sein kann. Besser ist die Seitenlage, in der man unter das oben liegende Knie ein Kissen schieben sollte.
Auch ein starker Harndrang lässt viele Schwangeren in den letzten Wochen nicht mehr durchschlafen.

Hier einige Tipps für bessere Nächte:

  • Lenke Dich von Deinen Ängsten ab: Höre Musik, stricke, lies ein Buch oder schaue Dir einen schönen Film an.
  • Ein Abendspaziergang entspannt die Mutter und wiegt das Baby in den Schlaf.
  • Genieße ein warmes Bad. Zusätze von Lavendel, Rosen- oder Sandelholzölduften gut und beruhigen.
  • Entspannungs- und Atemübungen aus der Geburtsvorbereitung helfen, sich wieder in den Schlaf zu atmen.
  • In einem breiten Bett mit Kissen, die den Bauch abstützen, schläft es sich leichter.
  • Gesunde Schlafmittel sind Kräutertees, zum Beispiel "Gute-Nacht-Tee"-Mischungen aus den Reformhaus. Auch Hopfen, Melisse und Baldrian sind gute Einschlafhilfen. Bei Baldrian nicht die Tinktur nehmen, sie enthält 63 Prozent Alkohol. Außer homöpathischen Mitteln werden von Ärzten manchmal auch Magnesiumtabletten oder ein Kalziumpräparat verschrieben, da beides die Muskulatur entspannt.

Die letzten Vorsorgeuntersuchungen sind besonders wichtig

Per Ultraschall wird der Blutfluss in Plazenta und Nabelschnur gemessen

Der Arzt prüft, ob das Kind über die Plazenta noch ausreichend versorgt wird und sich gesund entwickelt. Diese Untersuchungen sind mit der sogenannten Doppler-Sonographie möglich: Per Ultraschall wird der Blutfluss in Plazenta und Nabelschnur gemessen. Über den Kreislauf der Mutter wird das Ungeborene ständig mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. 80 Liter Blut fließen jetzt täglich durch die Plazenta, in der Mitte der Schwangerschaft waren es nur 28 Liter.
Bei Störungen der Herz- oder Nierenfunktion kann das Baby vielleicht noch im Mutterleib behandelt werden. Oder eine Operation nach der Geburt wird vorbereitet. Es wird auch kontrolliert, wo die Plazenta sitzt. Befindet sie sich vor dem oder nahe am Muttermund, könnte ein Kaiserschnitt nötig werden.
Bei der Vorsorgeuntersuchung prüft der Arzt auch, ob noch genügend Fruchtwasser da ist.
Hier kannst Dui sehen, welche Vorsorgeuntersuchungen wann anstehen.
Und auf der nächsten Seite liest Du, wie Du Dich optimal auf die Geburt vorbereitest

Stärke Dich für die Geburt

Kurz vor der Geburt kannst Du nun noch einmal Energiereserven sammeln. Am besten, Du nimmst viele kleine Mahlzeiten zu Dir, das belastet den Organismus weniger. Die Wehen wirst Du besser durchstehen, wenn Du Dich durch eine kohlehydratreiche, fettarme Ernährung vorbereitest.
Ernähre Dich wie ein Langstreckenläufer vor dem großen Wettkampf: viel frische, rohe Kost, die reich an Faserstoffen, Kohlehydraten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren ist. Esse viele Milch- und Vollkornprodukte, frische Salate und Gemüse.

Bist Du gut vorbereitet?

Die Kliniktasche solltest Du jetzt schon gepackt haben, damit Du nicht in Panik gerätst, falls es plötzlich losgeht. Überprüfe, ob Du an alles gedacht hast. Beruhigend ist auch, wenn man den Weg zur Klinik bereits ausprobiert hat. Kennst Du Schleichwege für den Fall, dass Dein Baby in einer Zeit kommt, wenn die Straßen durch den Berufsverkehr blockiert sind? Wenn Du Deinen Wagen jeden Abend woanders parkst, merke Dir gut, wo er steht. In der Aufregung kann das Gedächtnis einem leicht einen Streich spielen. Lege Dir auch Telefonnummern bereit, die Du brauchen kannst, zum Beispiel die von Taxizentrale, Krankenwagen, Hebamme oder Kreißsaal. Wenn Du bereits ein Kind hast, solltest Du organisieren, wo es unterkommen kann, während Du in der Klinik bist.

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Jetzt ist die Zeit für letzte Besorgungen für das Baby

Vielleicht hast Du die Einkäufe für das Baby ja schon seit langem erledigt. Denn schließlich macht es Spaß, für den Neuankömmling einzukaufen. Manche Frauen heben sich die Einkäufe für das Kind aber lieber bis ganz zum Schluss auf. Denke daran, dass Babys schnell wachsen und im Grunde nicht viel brauchen. Hier einige Anhaltspunkte:

  • Zum Anziehen: Babybodys, Strampelhosen oder -anzüge, Oberteile, eine Wolljacke oder einen Pulli für draußen, Wollsöckchen (alles in Größe 56-62). Baumwoll- oder Seidenmützchen für den Kopf, für Winterbabys eine Wollmütze.
  • Zum Wickeln: Der Wickelplatz sollte bequem sein, mindestens 80 x 80 cm groß. Eine Wickelkommode oder ein Badewannenaufsatz ist praktisch, man kann ein Baby aber auch auf einer abwaschbaren Unterlage im Elternbett wickeln - oder auf dem Boden. Unabhängig davon, ob Du Dich für Stoff- oder Fertigwindeln entscheiden, benötigst Du einige Mullwindeln (zum Abwischen, als Unterlage beim Stillen).
  • Für die Babypflege: Eine Plastikwanne zum Baden, ein Badethermometer, eine Nagelschere mit abgerundeten Ecken, eine weiche Haarbürste. Babys benötigen keine Hautpflegeprodukte, reines Wasser ist das Beste. Für einen wunden Babypopo solltest Du Creme bereithalten und Öl, um die Creme zu entfernen.
  • Zum Schlafen: Ein Kinderbett ist für Neugeborene meist noch zu groß, besser ist ein Stubenwagen oder eine Wiege. Liegt das Baby von Anfang an im großen Bett, rundherum Kissen festbinden, damit es sich nicht verloren fühlt.
  • Zum Transportieren: einen Kinderwagen und einen Autositz. Tragetuch oder Tragesack, wenn Du Dein Baby gern bei Dir hast.

So entwickelt sich das Baby in den letzten Wochen

Bei der Geburt sind Babys durchschnittlich 51 bis 54 cm groß.

Das Baby wächst nun kaum noch in die Länge, nimmt in den letzten Wochen aber ordentlich zu: 20 bis 30 Gramm täglich. Damit schafft es sich eine Energiereserve für die ersten Tage nach der Geburt. Sie hilft ihm auch, den krassen Temperaturwechsel aus dem 37 Grad warmen Fruchtwasser zu bewältigen. Durch den Blutstrom aus der Plazenta gelangen alle Immunstoffe der Mutter zum Kind. Gerade in den letzten Wochen bekommt es viele wichtige Abwehrstoffe, die es in den ersten Lebenswochen und -monaten schützen, bis es sie selbst bilden kann.
Dein Baby wird nun viel "ruhiger" als in den vergangen Wochen. Es hat einfach zu wenig Platz. Dennoch kann es ihm nicht zu eng werden. Das Fruchtwasser schützt das Baby wie ein Polster vor allzu großem Druck. Was Schwangere nun häufiger erleben, ist ein rhythmisches Klopfen im Bauch, manchmal über Stunden. Die Erklärung dafür ist simpel: Das Baby hat Schluckauf.
Kurz vor der Geburt verliert das Ungeborene seine Wollbehaarung wieder. Es lutscht viel am Daumen und trainiert so seinen Saugreflex. Magen, Nieren und Blase trainiert es, indem es täglich bis zu drei Liter Fruchtwasser trinkt und ausscheidet. Hat das Baby sein Geburtsgewicht erreicht, werden Hormone ausgeschüttet - eines der Signale für den Beginn der Wehen. Bei der Geburt sind Babys durchschnittlich 51 bis 54 cm groß und wiegen 3,0 bis 3,5 kg. Alles was das Baby bei der Geburt und sofort danach können muss, hat es lange trainiert: Es hat das Atmen geübt. Die Flüssigkeit, die sich in seiner Lunge befindet, wird bei der Geburt vom Körper des Babys absorbiert. Seine Haut wurde beim Strampeln von den Wänden der Gebärmutter massiert und so auf den Druck bei der Geburt vorbereitet. Auch für das "Licht der Welt" ist das Baby bereit: Es hat im Mutterleib bereits die Augenlieder geschlossen und geöffnet, was die Muskeln trainiert. So kann es sofort auf Licht reagieren.

Wann beginnen die Wehen?

Wenn es wirklich losgeht, werden Sie sich sicher sein

Viele Frauen fragen sich: Wie merke ich, dass es wirklich so weit ist? Wie kann ich richtige Wehen von "falschen" unterscheiden? Keine Angst, wenn es wirklich losgeht, wirst Du sicher sein.
Die Vorwehen, die Du jetzt in unregelmäßigen Abständen spürst, bereiten auf die Entbindung vor und nehmen ein bisschen Arbeit vorweg: Sie drücken das Baby nach unten auf den Muttermund, machen ihn weicher, so dass er sich später leichter öffnen kann. Kurz vor der Geburt können die Vorwehen heftiger werden und so junge Paare verunsichern, ob es schon losgeht. Die Enttäuschung ist groß, wenn man sie in der Klinik wieder nach Hause schickt.

  • Vorwehen sind unregelmäßig. Oft melden sie sich besonders in der Nacht. Am besten, Du stehst auf und gehst einige Zeit umher. Hören die Schmerzen wieder auf, kannst Du sicher sein, dass es falscher Alarm war.
  • Nimm ein Bad, wenn Du Kontraktionen spürst. "Falsche" Wehen hören auf, Geburtswehen werden durch die Wärme noch stärker.
  • Im Gegensatz zu den Vorwehen verlaufen Geburtswehen rhythmisch und immer nach dem gleichen Muster: Sie beginnen langsam, erreichen einen Höhepunkt und fallen wieder ab. Die Abstände zwischen den einzelnen Wehen werden immer kürzer, die Wehen selbst dauern aber immer länger an. Eine Frau, die von einer Geburtswehe ergriffen ist, stoppt unwillkürlich: Sie bleibt stehen, hört auf zu sprechen, stützt sich auf und versucht den Schmerz auszuatmen.
  • Anfangs dauern Wehen, die den Muttermund öffnen, nur etwa dreißig bis vierzig Sekunden. Später werden sie stärker und dauern bis zu einer Minute. Die Pausen dazwischen verkürzen sich. Folgen die Wehen alle acht Minuten aufeinander, können Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, in die Klinik starten. Beim ersten Kind kann man noch etwas warten. Wie lange lässt sich nicht genau sagen. Meistens reicht es loszufahren, wenn die Wehen in fünfminütigem Abstand kommen. Vorausgesetzt der Weg ist nicht umständlich.
  • Ein recht sicheres Zeichen dafür, dass es bald losgehen wird: Du hast blutigen Schleim in Deiner Unterhose. Das Blut stammt aus den Gefäßen des Muttermunds, der sich bereits zu öffnen beginnt.
  • Auch abgehendes Fruchtwasser kann den bevorstehenden Geburtsbeginn signalisieren. In diesem Fall solltest Du aber die Hebamme oder den Frauenarzt benachrichtigen.

Wenn das Baby auf sich warten lässt

Du musst nicht besorgt sein, wenn der Geburtstermin verstreicht, ohne dass etwas passiert: Nur jedes vierte Baby kommt zum errechneten Geburtstermin auf die Welt. Allerdings fällt das Warten jetzt noch schwerer. Es kann deshalb eine Hilfe sein, sich für die Woche nach dem geplanten Termin etwas vorzunehmen. Wichtig ist, dass Du regelmäßig untersucht wirst, falls der Termin verstrichen ist. Der Arzt prüft, ob das Baby noch genügend Sauerstoff bekommt. Erst muss die Frau einige Kniebeugen machen, dann wird ein Cardiotograph (CTG) aufgezeichnet: Über den Bauch der Mutter werden die Herztöne des Babys abgehört. Sinken sie ab, ist die Versorgung nicht mehr gut. Über Ultraschall schaut der Arzt nach, ob es dem Baby gut geht, ob die Plazenta noch richtig arbeitet. Denn wenn die Plazenta zu "altern" beginnt, bekommt die Gebärmutter nicht mehr genügend Nahrung und das Baby ist somit gefährdet. Der Arzt kontrolliert das Fruchtwasser - es muss klar und durchsichtig sein. Aus dem Fruchtwasser lässt sich auch erkennen, ob die Lungen des Kindes schon "reif" sind. Erst zwei Wochen nach dem Termin wird über eine Einleitung der Geburt nachgedacht.