Geburtsvorbereitung
 
Nur noch 14 Tage, bis das Baby kommt?

Geburtsvorbereitung: Nur noch 14 Tage, bis das Baby kommt?
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So entwickelt sich das Baby in den letzten Wochen

Bei der Geburt sind Babys durchschnittlich 51 bis 54 cm groß.

Das Baby wächst nun kaum noch in die Länge, nimmt in den letzten Wochen aber ordentlich zu: 20 bis 30 Gramm täglich. Damit schafft es sich eine Energiereserve für die ersten Tage nach der Geburt. Sie hilft ihm auch, den krassen Temperaturwechsel aus dem 37 Grad warmen Fruchtwasser zu bewältigen. Durch den Blutstrom aus der Plazenta gelangen alle Immunstoffe der Mutter zum Kind. Gerade in den letzten Wochen bekommt es viele wichtige Abwehrstoffe, die es in den ersten Lebenswochen und -monaten schützen, bis es sie selbst bilden kann.
Dein Baby wird nun viel "ruhiger" als in den vergangen Wochen. Es hat einfach zu wenig Platz. Dennoch kann es ihm nicht zu eng werden. Das Fruchtwasser schützt das Baby wie ein Polster vor allzu großem Druck. Was Schwangere nun häufiger erleben, ist ein rhythmisches Klopfen im Bauch, manchmal über Stunden. Die Erklärung dafür ist simpel: Das Baby hat Schluckauf.
Kurz vor der Geburt verliert das Ungeborene seine Wollbehaarung wieder. Es lutscht viel am Daumen und trainiert so seinen Saugreflex. Magen, Nieren und Blase trainiert es, indem es täglich bis zu drei Liter Fruchtwasser trinkt und ausscheidet. Hat das Baby sein Geburtsgewicht erreicht, werden Hormone ausgeschüttet - eines der Signale für den Beginn der Wehen. Bei der Geburt sind Babys durchschnittlich 51 bis 54 cm groß und wiegen 3,0 bis 3,5 kg. Alles was das Baby bei der Geburt und sofort danach können muss, hat es lange trainiert: Es hat das Atmen geübt. Die Flüssigkeit, die sich in seiner Lunge befindet, wird bei der Geburt vom Körper des Babys absorbiert. Seine Haut wurde beim Strampeln von den Wänden der Gebärmutter massiert und so auf den Druck bei der Geburt vorbereitet. Auch für das "Licht der Welt" ist das Baby bereit: Es hat im Mutterleib bereits die Augenlieder geschlossen und geöffnet, was die Muskeln trainiert. So kann es sofort auf Licht reagieren.

Wann beginnen die Wehen?

Wenn es wirklich losgeht, werden Sie sich sicher sein

Viele Frauen fragen sich: Wie merke ich, dass es wirklich so weit ist? Wie kann ich richtige Wehen von "falschen" unterscheiden? Keine Angst, wenn es wirklich losgeht, wirst Du sicher sein.
Die Vorwehen, die Du jetzt in unregelmäßigen Abständen spürst, bereiten auf die Entbindung vor und nehmen ein bisschen Arbeit vorweg: Sie drücken das Baby nach unten auf den Muttermund, machen ihn weicher, so dass er sich später leichter öffnen kann. Kurz vor der Geburt können die Vorwehen heftiger werden und so junge Paare verunsichern, ob es schon losgeht. Die Enttäuschung ist groß, wenn man sie in der Klinik wieder nach Hause schickt.

  • Vorwehen sind unregelmäßig. Oft melden sie sich besonders in der Nacht. Am besten, Du stehst auf und gehst einige Zeit umher. Hören die Schmerzen wieder auf, kannst Du sicher sein, dass es falscher Alarm war.
  • Nimm ein Bad, wenn Du Kontraktionen spürst. "Falsche" Wehen hören auf, Geburtswehen werden durch die Wärme noch stärker.
  • Im Gegensatz zu den Vorwehen verlaufen Geburtswehen rhythmisch und immer nach dem gleichen Muster: Sie beginnen langsam, erreichen einen Höhepunkt und fallen wieder ab. Die Abstände zwischen den einzelnen Wehen werden immer kürzer, die Wehen selbst dauern aber immer länger an. Eine Frau, die von einer Geburtswehe ergriffen ist, stoppt unwillkürlich: Sie bleibt stehen, hört auf zu sprechen, stützt sich auf und versucht den Schmerz auszuatmen.
  • Anfangs dauern Wehen, die den Muttermund öffnen, nur etwa dreißig bis vierzig Sekunden. Später werden sie stärker und dauern bis zu einer Minute. Die Pausen dazwischen verkürzen sich. Folgen die Wehen alle acht Minuten aufeinander, können Frauen, die bereits ein Kind geboren haben, in die Klinik starten. Beim ersten Kind kann man noch etwas warten. Wie lange lässt sich nicht genau sagen. Meistens reicht es loszufahren, wenn die Wehen in fünfminütigem Abstand kommen. Vorausgesetzt der Weg ist nicht umständlich.
  • Ein recht sicheres Zeichen dafür, dass es bald losgehen wird: Du hast blutigen Schleim in Deiner Unterhose. Das Blut stammt aus den Gefäßen des Muttermunds, der sich bereits zu öffnen beginnt.
  • Auch abgehendes Fruchtwasser kann den bevorstehenden Geburtsbeginn signalisieren. In diesem Fall solltest Du aber die Hebamme oder den Frauenarzt benachrichtigen.

Wenn das Baby auf sich warten lässt

Du musst nicht besorgt sein, wenn der Geburtstermin verstreicht, ohne dass etwas passiert: Nur jedes vierte Baby kommt zum errechneten Geburtstermin auf die Welt. Allerdings fällt das Warten jetzt noch schwerer. Es kann deshalb eine Hilfe sein, sich für die Woche nach dem geplanten Termin etwas vorzunehmen. Wichtig ist, dass Du regelmäßig untersucht wirst, falls der Termin verstrichen ist. Der Arzt prüft, ob das Baby noch genügend Sauerstoff bekommt. Erst muss die Frau einige Kniebeugen machen, dann wird ein Cardiotograph (CTG) aufgezeichnet: Über den Bauch der Mutter werden die Herztöne des Babys abgehört. Sinken sie ab, ist die Versorgung nicht mehr gut. Über Ultraschall schaut der Arzt nach, ob es dem Baby gut geht, ob die Plazenta noch richtig arbeitet. Denn wenn die Plazenta zu "altern" beginnt, bekommt die Gebärmutter nicht mehr genügend Nahrung und das Baby ist somit gefährdet. Der Arzt kontrolliert das Fruchtwasser - es muss klar und durchsichtig sein. Aus dem Fruchtwasser lässt sich auch erkennen, ob die Lungen des Kindes schon "reif" sind. Erst zwei Wochen nach dem Termin wird über eine Einleitung der Geburt nachgedacht.