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Urbia Community Stories Meine zweite Geburt war ein Traum

URBIA Community Stories: Neugeborenes liegt auf der Brust der Mutter
© rohane / Adobe Stock
Nachdem die erste Geburt für Lea*, einer Mutter aus der URBIA Community, absolut traumatisch war, fühlte sie Panik, als sie wieder einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Doch die zweite Geburt verlief ganz anders. Ein Bericht, der Mut macht.

So ihr Lieben, jetzt werde ich euch mal von meiner zweiten Geburt erzählen. Nachdem die erste Geburt vor 3 Jahren für mich absolut traumatisch war (3 Tage im Kreißsaal, PDA, Kristeller Griff, Saugglocke, Geburtsverletzungen, Baby zunächst nicht geatmet, usw.), hatte ich richtig Panik, als ich nun vor wenigen Monaten einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen hielt. Ich konnte nächtelang nicht schlafen und habe viel geweint.

Ich habe mich dann intensiv mit dem Thema Geburt beschäftigt, viel meditiert, Podcasts gehört, Atemübungen gemacht und viel gelesen. Ich fühlte mich wirklich bereit, war vor der Geburt sehr positiv eingestimmt und wusste, diesmal wird alles anders und gut. Ich habe mir Bluetoothkopfhörer gekauft und wollte während der ganzen Geburtsphasen meditieren und solche Sachen machen. So war zumindest der Plan.

Dann war es so weit. Ich war schon fast eine Woche über Termin

Mit dem Großen war ich mittags noch auf dem Spielplatz. Gegen 18 Uhr merkte ich, dass mein Bauch manchmal hart wurde. Ich trackte die Wehen in meiner App und mal kamen sie alle 10, alle 8, alle 6 Minuten und dann wieder 30 Minuten nichts mehr. Gegen 21 Uhr kamen sie auf einmal alle 2 Minuten, schmerzhaft zum Veratmen, aber immer nur so 20-30 Sekunden lang, weshalb ich dachte, das wird noch nichts. Ich ging dann aber doch zu meinem Mann und meinte, dass ich Wehen habe und es heute Nacht losgehen könnte.

Die Hebamme nahm mich erst nicht so ernst

Ich informierte den Babysitter für den Großen, richtete noch die Sachen für den Kindergarten und fing an, aufzuräumen ... Mein Mann rannte die ganze Zeit wie ein verrücktes Huhn herum und bestand darauf, loszufahren. Gegen 22 Uhr waren wir in der Klinik. Die Hebamme nahm mich erst nicht so ernst, da die Wehen ja erst seit einer Stunde regelmäßig waren, aber laut ihr auch viel zu kurz. Sie ließ uns erstmal ca. 45 Minuten am CTG allein. Ich musste schon richtig veratmen und dachte noch, was für ne Memme, noch nicht mal richtige Wehen und schon üble Schmerzen. Als sie gegen 23 Uhr untersuchte, war der Muttermund schon bei 4 cm, was uns alle überraschte. Der Arzt untersuchte mich und dabei riss die Fruchtblase.

Ich wollte eine PDA oder einen Schmerztropf oder sonst was

Die Hebamme tastete um 23:30 Uhr nochmals und da war ich schon bei 7 cm. Ich wollte in die Wanne. Kaum war ich drin, wurden die Schmerzen unerträglich. Ich dachte, entweder muss ich jetzt richtig "groß" was ich in der Wanne nicht wollte, oder man holt mich da raus. Ich hatte schon richtig Pressdrang und konnte diesen kaum unterdrücken. Ich lief in den Kreißsaal und wollte eine PDA oder einen Schmerztropf oder sonst was.

Die Hebamme wollte nochmal untersuchen, weil ich schon die ganze Zeit aus meinem tiefsten Innern Pressgeräusche von mir gab. Als sie mich untersuchte, wollte ich von ihr wissen, was ich denn jetzt endlich bekomme und sie meinte daraufhin: "Sie bekommen jetzt ihr Kind, fangen sie an zu pressen, keine Angst." Ich war total baff und drehte mich vom Rücken in die Seitenlage. Bei der nächsten Presswehe presste ich dreimal und der Kopf war da. Mit der nächsten Presswehe kam der Körper.

Ich bin immer noch überwältigt, wenn ich daran denke

Da lag der Kleine, atmete, weinte und zappelte und mein Mann und ich konnten nur noch lachen und weinen gleichzeitig. Es ging so schnell und war gleichzeitig so krass und wundervoll, dass ich es gar nicht glauben konnte. Geburtsverletzungen hatte ich diesmal keine. Es war gerade mal kurz nach 24 Uhr. Also keine 2 Stunden im Krankenhaus, nur 3 Stunden richtige Wehen und in zwei Presswehen war er da.

Ich bin immer noch überwältigt, wenn ich daran denke. Es war meine Traumgeburt, meine Belohnung/mein Ausgleich für meine Alptraumgeburt vor 3 Jahren. Zwar hatte ich nicht mal meine Tasche dabei, also nichts mit Kopfhörern, Meditieren, Kind hinausatmen statt pressen, Wellen in der tiefen Hocke ertragen, Gebären in aufrechter Position, usw.  Aber es war perfekt und ich würde es immer wieder genauso wählen. Im Nachgespräch mit der Hebamme meinte sie, dass sie nicht gedacht hätte, dass es so schnell geht, da ich keinen Mucks von mir gegeben hätte und ganz "in mir" war und mich einfach auf die Atmung konzentriert hätte. Auch mein Mann konnte von außen nicht erkennen, ob ich gerade eine Wehe hatte oder nicht.

Wenn ich an diese Geburt zurückdenke, könnte ich weinen vor Freude, nicht wie letztes Mal vor Frust und schlechten Erinnerungen. Ich hoffe, das macht manchen nach einer ähnlichen ersten Erfahrung Mut, für die zweite Geburt.

* Name von der Redaktion geändert.

Diese Geschichte ist die persönliche Erfahrung einer Mutter/eines Vaters aus unserer Community. Der Inhalt wurde nicht redaktionell überprüft und gibt nicht die Meinung der Redaktion wieder.

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