Postnatal
 
Geschafft! Endlich eine Familie

Die ersten drei, vier Stunden nach der Geburt bleiben die jungen Eltern mit ihrem Baby im Kreißsaal. Zeit, das neue, unglaubliche Glück zu genießen. Und Zeit, Mutter und Kind genau zu beobachten.

Nach der Geburt

Postnatal: Geschafft! Endlich eine Familie

Die allermeisten Frauen fühlen sich gleich nach der Entbindung fit, die Schmerzen sind vergessen, wenn das Kind da ist. Das erste Aufstehen ohne Bauch ist dennoch ein seltsames Gefühl - man muss sich erst wieder neu ausloten. Denn immerhin sind mit einem Mal etwa sieben Kilo Gewicht weg: Das Neugeborene wiegt etwa 3,5 Kilo, drei Liter Fruchtwasser umgaben das Kind, die Nachgeburt ist etwa 500 Gramm schwer. Oft ist der Kreislauf nach dieser schnellen "Erleichterung" empfindlich, deshalb begleitet die Hebamme die junge Mutter, wenn sie nach der Geburt in die Dusche geht.
Danach bezieht die junge Familie ein Zimmer auf der Wochenstation. Der Vater darf mitkommen, zumindest bis ihn auch das Schlafbedürfnis übermannt und er nach Hause möchte. In einigen Krankenhäusern gibt es auch schon richtige Familienappartements, damit der Vater bei seiner Familie wohnen kann.
In jeder Klinik ist es heute selbstverständlich, dass das Baby in seinem kleinen Bettchen dicht bei der Mutter untergebracht wird. Säuglingszimmer gibt es zwar noch, aber dort ist höchstens einmal nachts Betrieb, wenn die Mutter Ruhe braucht und ihr Kleines vorübergehend in die Obhut der Kinderkrankenschwester gibt.
Diese Fachfrauen sind heute in erster Linie für die Frauen da. Sie beantworten jede Frage, sie zeigen den jungen Müttern, wie man ein Baby richtig hochnimmt, es nicht zu zögerlich anfasst. Sie verraten Tricks beim Anziehen der Kleinen. Auch Frauen, die keinen Kurs für Säuglingspflege gemacht haben, erfahren alles Wichtige in den Kliniktagen. Und sie haben schon ein bisschen Sicherheit gewonnen, wenn sie nach etwa drei Tagen Klinikwochenbett nach Hause entlassen werden.
In seiner Gesamtheit dauert das Wochenbett aber sechs Wochen. Eine Schonfrist, ein Schutzraum für die junge Mutter. Damit es richtige schöne Baby-Flitterwochen werden, sollten Sie vorher gut planen:

  • Das Wichtigste - die Hebamme für die Nachsorge. Sie betreut Sie in den ersten zehn Tagen nach der Geburt (bei Bedarf auch länger); die Kosten für die Hausbesuche übernimmt die Krankenkasse.
  • Fürs Frühwochenbett (die ersten sieben Tage nach der Geburt) steht Ihnen oft eine Haushaltshilfe zu. Die Bedingungen dafür kennt die Hebamme, sie kann ein entsprechendes Attest für die Krankenkasse ausstellen.
  • Lassen Sie sich ruhig von "fremden Menschen" unter die Arme greifen. Sagen Sie nicht von vornherein: "Mein Mann erledigt alles zu Hause!" Auch der junge Vater erlebt eine Art Wochenbett und sollte nicht nur lästige Haushaltspflichten erledigen müssen.
  • Nehmen Sie Hilfe an, wo sich Hilfe anbietet. Spannen Sie Freunde und Verwandte ein, indem Sie ihnen erlauben, für Sie einzukaufen oder zu kochen. Aber sagen Sie auch ganz klar, ob und wann Sie sich Besuch wünschen.

Wohlfühl-Klamotten fürs Wochenbett

Nachthemden? Lieber nicht, sie rutschen ewig hoch, und die dicken Binden sind in Hosen einfach besser wegzupacken. Nehmen Sie sich bequeme, leichte Hosen mit Gummibund mit, für drüber T-Shirts und ein Jäckchen. Dann brauchen Sie auch gar keinen Bademantel für die Klinik einzupacken. Still-BHs gibt es heute in sehr ansehnlichen Formen und Farben. Wenn Ihnen Bustiers lieber sind - auch sie sind sehr stillfreundlich, weil man sie einfach hochschieben kann. Kaufen Sie diese Dessous aber mindestens zwei Nummern größer. Eine größere Menge bequeme Slips aus Baumwolle brauchen Sie für die ersten etwa zwei Wochen nach der Geburt, solange der Wochenfluss intensiv ist.

Happy-Mama-Pflege

Duschen dürfen Sie gleich nach der Geburt und wann immer Ihnen danach ist. Unter dem Wasserstrahl wird auch der Intimbereich sanft sauber, ohne dass die Dammnaht (wenn dieser Eingriff notwendig war) ziept. Duschgel sollte allerdings jetzt nicht an diese empfindliche Stelle kommen, nur klares Wasser. Erst etwa eine Woche nach der Geburt verträgt die Haut dort wieder milde Mittel, zum Beispiel Babyseife.
Wenn Sie baden möchten - das ist auch erlaubt, solange der Wochenfluss noch nicht versiegt ist. Das Sekret enthält keine krank machenden Keime.
Ob Sie jetzt Binden oder lieber Tampons verwenden, dürfen Sie nach Gefühl entscheiden. Mit Dammnaht tut das Einführen von Tampons anfangs oft noch weh, dann sind Binden zunächst besser.