Neu geboren
 
Wie sich Neugeborene an das Leben draußen anpassen

Idealer Abstand

Neugeborene sehen am schärfsten, was ungefähr 20 cm vor ihren Augen ist. Interessanterweise halten Mütter und Väter ihre Babys intuitiv genau so weit von ihrem Gesicht entfernt! Und: Babys gucken sich von Anfang an jene Formen intensiv an, die an ein Gesicht erinnern (Punkt, Punkt, Komma, Strich). Schlussfolgerung: Sowohl Eltern als auch Kinder tun instinktiv genau das Richtige, um die idealen Bedingungen fürs Kennenlernen zu schaffen.

Lieblingsfarbe: Rot

Früher dachte man, dass Babys nach der Geburt so gut wie blind sind. Heute weiß man: Sie sehen sogar schon im Bauch – und verfolgen zum Beispiel den Lichtschein einer Taschenlampe. Das sieht für das Ungeborene dann ungefähr so aus, als würde man durch einen roten Vorhang leuchten. Übrigens ist das mit ein Grund dafür, dass in vielen Geburtshäusern und Kliniken Neugeborene zuerst in ein rotes Handtuch gewickelt werden. Viele Hebammen schwören darauf, dass die Babys so deutlich ausgeglichener und zufriedener wirken als in weißen Tüchern!

Endlich kuscheln!

Das Erste und Wichtigste, was Sie Ihrem Baby geben können? Nähe. Haut an Haut. Auf Mamas Bauch liegend, kommt jedes Neugeborene zur Ruhe: Der vertraute Geruch, der bekannte Herzschlag, die Wärme. Und wenn, zum Beispiel nach einem Kaiserschnitt, die Mutter erst noch medizinisch versorgt werden muss? Dann soll sich der junge Vater nicht wundern, wenn ihn die Hebamme auffordert, sein T-Shirt hochzuschieben und sich das Neugeborene auf die Brust zu legen. Känguru-Kuscheln nennt man das. Studien haben gezeigt: Egal ob bei Mama oder Papa - Babys, die so zärtlich begrüßt werden, sind ausgeglichener und entwickeln sich besser.

Die Wurzeln der Liebe

Endlich bist du da! Gerührt gucken sich die Eltern ihr Baby ganz genau an, betasten es vorsichtig vom Kopf bis zu den Händen und Füßen und schnuppern an seiner Halsfalte den besonderen Babyduft. Und auch die Neugeborenen sind in der ersten Stunde auf der Welt ungewöhnlich aufmerksam. Der Grund: Diese Zeit hat die Natur fürs sogenannte Bonding vorgesehen - das Entstehen einer unendlich tiefen, liebevollen Bindung zwischen Eltern und Kind, die fürs ganze Leben hält. Sowohl Mutter als auch Kind werden geradezu von Glückshormonen überschwemmt: Nie hat eine Frau mehr Oxytocin im Blut als unmittelbar nach der Geburt - ein Hormon, für das der französische Chirurg Michel Odent nicht umsonst den Begriff "Hormon der Liebe" geprägt hat. Oxytocin macht überglücklich, total verliebt und vollkommen süchtig nach dem kleinen Wesen, das einem da in den Armen liegt.