Frühgeburt
 
Viel zu früh für Wehen!

Jedes zehnte Baby kommt zu früh. Woran liegt das? Was können Ärzte und werdende Mütter tun, um das Ungeborene so lange wie möglich im Mutterleib zu halten? So schützen Sie sich vor einer Frühgeburt.

Viel zu früh Wehen
Thinkstock, Stefan Dahl Langstrup

Startgewicht 340 Gramm. Doch nach fünf Monaten Hoffen und Bangen hatte es die kleine Angeline aus Amberg geschafft: Sie konnte nach Hause zu ihren Eltern und ihr Leben richtig beginnen. Die Ärzte sind optimistisch, dass Angelinas Frühstart in der 24. Schwangerschaftswoche keine bleibenden Schäden verursacht hat. Angelina hält den Rekord unter den Winzlingen. Sie ist das kleinste Frühchen in Deutschland, das mit hoher Wahrscheinlichkeit gesund überlebt. Die guten Nachrichten winziger Frühchen stimmen zuversichtlich.
Ist es also nicht so schlimm, wenn ein Baby den Mutterleib viel zu früh verlässt? Fängt moderne Medizin die Kleinen in jedem Fall auf und verhilft ihnen zu einem gesunden Leben?
Leider ist diese Hoffnung nicht immer berechtigt. Weltweit erhobene Statistiken belegen das:

  • Bis zur 23. Schwangerschaftswoche brauchen Babys den schützenden Mutterleib, um zu überleben. Draußen haben sie keine Chance.
  • In der 24. Woche geborene Kinder überleben heute zu 60 Prozent. Allerdings leiden 60 Prozent dieser extremen Frühchen an bleibenden Schäden.
  • Nach der 26.Woche schaffen es 95 Prozent der Kinder, 40 Prozent von ihnen müssen mit Behinderungen leben.
  • In der 28. Woche überleben heute 96 Prozent der Babys, die Rate der Behinderungen sinkt auf 25 Prozent.
  • Nach 30 Wochen im Mutterleib stehen die Lebenschancen bei 97 Prozent, Behinderungen sind in 15 Prozent der Fälle zu erwarten.
  • Mit der 32. Woche schließlich sind die Chancen für ein Frühchen fast so gut wie für reif geborene Babys - 98 Prozent der Kinder überleben, nur drei Prozent werden mit einer Behinderung leben müssen.

Frühgeburt - was bedeutet das?

Trotz umfangreicher medizinischer Bemühung kommt es bei etwa jeder zehnten Schwangeren zu einer Frühgeburt. In der gesamten westlichen Welt ist die Rate gleich hoch. Als Frühgeburt wird jedes Baby gezählt, das vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommt. Und jedes zum Termin geborene Kind mit weniger als 2500 Gramm Startgewicht. Diese Kinder bekommen umfassende medizinische Betreuung.
"Von der 24. bis zur 32. Woche, da müssen wir kämpfen, da ist jeder Tag mehr im Mutterleib ein Gewinn", sagt Professor Reinhold Knitza, Frauenarzt und Geburtshelfer in München.
Wer kämpfen will, muss den Feind kennen. Und verstehen, was während der Schwangerschaft im Körper der werdenden Mutter geschieht.

zurück 1234