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Der erste Sex nach der Geburt

Ihr habt jetzt wieder Lust auf Sex? Doch ist jetzt schon wirklich alles wie früher? Muss man nach der Geburt auf etwas achten und wie ist das mit dem Wochenfluss? Hier bekommst du Antworten auf die vier häufigsten Fragen.

Paar im Bett
iStock, South_agency
Inhalt: 
Tut Sex nach der Geburt weh?Ist meine Vagina jetzt zu weit?Was, wenn die Scheide zu trocken ist?Sehe ich da unten vielleicht schrecklich aus?

Tut Sex nach der Geburt weh?

Das muss nicht sein. Da unten musste ein Baby durch. Das war anstrengend und schmerzhaft. Klar, dass du das nicht einfach aus dem Kopf bekommst. Beim Sex sind schließlich die gleichen Körperregionen beteiligt wie bei der Geburt.
Sex nach der Geburt kann sich in den ersten sechs Wochen danach unangenehm anfühlen, wenn der Penis gegen die noch nicht wieder zurückgebildete Gebärmutter drückt. Vor allem, wenn während der Geburt ein Dammschnitt vorgenommen wurde. Deshalb raten viele Gynäkologen dazu, mit dem Sex nach der Geburt vier bis sechs Wochen zu warten. Aber so bald nach der Entbindung haben ohnehin nur etwa zehn Prozent der Paare Lust auf Sex. Ihnen hilft eine Stellung, bei der der Penis nicht so tief eindringt (zum Beispiel die Löffelchen-Stellung).
Wenn du einen Dammschnitt oder Dammriss hattest: Bis alles wieder ganz heil ist, können bis zu sechs Wochen vergehen. Danach dürfte sich der Sex eigentlich nicht viel anders anfühlen als vorher. Das tut er aber bei den meisten Frauen: Beim ersten Mal nach dem Baby spukt eine wilde Mischung aus Angst und Neugier, aus Lust und Rollenkonflikt (Was macht Mama da?) durch den Kopf. Und, ganz klar, ein Ohr ist immer beim Baby. Was hilft? Zeit, Zärtlichkeit und sich und einander neu entdecken.

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Ist meine Vagina jetzt zu weit?

Keine Sorge, sie bildet sich zurück. Die Aachener Hebamme Lisa Färber, 34, sorgt bei ihren Kursen zur Rückbildung regelmäßig für Lacherfolge: "Vergesst es, dass sich der Penis eures Mannes jetzt fühlen muss wie ein Smart im Sankt-Gotthard-Tunnel", sagt sie den jungen Müttern. "Eure Vagina ist elastisch wie ein Gummiband. Sie dehnt sich bei der Geburt extrem aus, aber sie zieht sich zusammen, kaum dass das Kind draußen ist."
Die Hebamme hat Recht. Sexualtherapeuten bestätigen, dass ihnen so gut wie nie ein Mann begegnet, der Sex-Probleme hat, weil seine Frau zu weit ist. Also weg mit diesen Bedenken. Gezielte Rückbildungsgymnastik (Kurse bieten Krankenhäuser und Hebammen) strafft den Beckenboden und macht dich sicher, dass die Blase beim Sex dicht bleibt.

Was, wenn die Scheide zu trocken ist?

Dagegen kann man etwas tun. Der Östrogenspiegel im Blut ist niedrig, wenn du dein Baby stillst. Und das wirkt tatsächlich auf die Schleimdrüsen in der Vagina – sie sondern weniger Sekret ab. Weniger, aber immerhin ein bisschen. Das heißt: Du und dein Partner brauchen mehr Geduld und Vorspiel, bis deine Vagina sich wieder schön feucht anfühlt. Bei einem Teil der stillenden Frauen wirkt auch das nicht immer, dann kann eine Gleitcreme helfen.
Ganz wichtig: Stillen ist kein Verhütungsmittel! Schon wenn zwischen zwei Brustmahlzeiten mehr als vier Stunden liegen, reicht der Prolaktinspiegel im Blut nicht zuverlässig aus, um den Eisprung zu unterdrücken! Deshalb ans Verhüten denken, wenn du nicht gleich wieder schwanger werden willst.

Sehe ich da unten vielleicht schrecklich aus?

Du brauchst dir keine Sorgen zu machen: Nach zwei Wochen ist alles gut! Bei etwa 30 Prozent der Wöchnerinnen sehen die äußeren Geschlechtsorgane schon fünf bis sieben Tage nach der Entbindung wieder aus wie vorher. Mit einer Dammnaht dauert es länger, etwa vierzehn Tage bis drei Wochen. Schwellungen und Blutergüsse, die nach einer schweren Geburt zurückbleiben, brauchen Zeit, um abzuklingen – etwa zwei Wochen. So weit die Medizin. Tatsächlich fühlen sich aber viele Frauen nach der Geburt länger als zwei, drei Wochen wie verwundet. Jetzt hilft Gelassenheit: Auch wenn medizinisch nichts gegen Sex mit Wochenfluss spricht (das Sekret ist nicht infektiös) – man muss keinen haben! Du entscheidest, wann du dich untenherum wieder gut findest.