Geburtsbegleitung
 
Was macht eigentlich eine Doula?

Noch sind Doulas, die sich auf Deutsch „Geburtsbegleiterinnen“ nennen, bei uns noch nicht in vielen Kreißsälen angekommen. Aber die Doulas holen auf. Was eine Doula genau macht, wer eine werden kann und was ihre Dienste kosten, lest Ihr hier.

Geburtsbegleitung: Was macht eigentlich eine Doula?
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Eine Doula ist ...

Doula (altgriechisch für Dienerin) beruht auf einer alten Tradition: eine Frau, die schon ein Kind bekommen hat, begleitet eine werdende Mutter bei der Geburt und will sie für die Mutter – und den Vater – so sicher, angstfrei, natürlich, selbstbestimmt wie möglich gestalten.
 

Sie ist keine ...

Melanie Schöne, Vorsitzende der „Doulas in Deutschland“: „Sie ist vor allem dazu da, Gebärenden Mut zu machen, weil die Mütter am besten wissen, was für sie und ihr Kind gut ist.“ Doulas sind also Vertraute im Kreißsaal, aber kein Freundinnen- oder Partnerersatz.
 

Der gegenwärtige Trend ...

USA. Dort gibt es im Kreißsaal kaum noch Hebammen, nur Ärzte und Schwestern. Eine Doula füllt oft diese Lücke, kann sich anders als das medizinische Personal auf die Gebärende einlassen, sie bemuttern und ermutigen, die Geburt aktiv zu gestalten. Im Englischen heißt es „mothering the mother“.
 

Eine gute Doula kann ...

Doula an ihrer Seite haben, brauchen oft weniger wehenfördernde und schmerzstillende Mittel, die Geburt verkürzt sich in vielen Fällen deutlich, die Zahl der Eingriffe mit Zange oder Saugglocke bzw. der Kaiserschnitte verringert sich um bis zu 50 Prozent.
 

Die Kosten ...

Doula für die Geburtsbegleitung, dazu gehören oft drei Vortreffen, 14-tägige Rufbereitschaft vor und nach dem Geburtstermin. Oft kommen Doulas bei den ersten Wehen und sind während der ganzen Geburt dabei. Für Frauen in schwierigen finanziellen Verhältnissen kann der Verein „Doulas in Deutschland e. V.“ die Kosten tragen.
 

Doula werden kann ...

Melanie Schöne von „Doulas in Deutschland“. Die Ausbildung zur Doula findet in vier Kurs-Blöcken über 9 Monate statt. Die Kosten liegen bei 1.300 Euro. „Viele Doulas sind um die 40, manche sogar 60, die mütterlichen werden am häufigsten gebucht“, sagt Melanie Schöne. Leben könne man davon nicht, für sie selbst ist es eine „Herzensangelegenheit“.
 

Kreißsäle personell chronisch unterbesetzt sind und eine 1:1-Hebammenbetreuung reiner Wunschtraum ist, bekommen Doulas eine ganz neue Bedeutung: Sie kümmern sich von der ersten bis zur letzten Wehe ganz individuell um die Schwangere und unterstützen sie in ihrem Wunsch nach einer natürlichen und schönen Geburt. Die Doula ersetzt nicht die Hebamme, sondern begleitet die Schwangere wie eine Art Freundin. Sie ist ausschließlich für die mentale Unterstützung zuständig und trägt keine (medizinische) Verantwortung.