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Wehen fördern Bitte komm, Baby! 15 Maßnahmen, um die Geburt anzuregen

Hochschwangere Frau liegt verträumt mit einem Stillkissen im Bett
© Kostikova Natalia / Shutterstock
Der errechnete Geburtstermin deines Kindes ist da oder womöglich schon verstrichen und es ist nichts passiert? Manchmal braucht der Körper nur einen kleinen Schubs, damit sich das Baby auf den Weg macht. Wir stellen euch einige Tipps und Hausmittel vor, wie ihr auf natürliche Weise die Wehen fördern könnt – aber auch jene Maßnahmen, die garantiert Wehen auslösen.

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Der Geburtstermin ist überschritten – was tun?

Deine Schwangerschaft wird immer beschwerlicher, ständig fragen alle nach, wann es denn nun losgeht, und du möchtest jetzt endlich dein Baby in den Armen halten? Je näher der Geburtstermin rückt, desto mehr Gründe haben die meisten Schwangeren, die Geburt herbeizusehnen. Aber auch, wenn der Geburtstermin wie ein echter Termin wirkt: Nur etwa zehn Prozent der Babys kommen tatsächlich an diesem Tag auf die Welt, ein gutes Drittel der Babys dagegen erst danach. Trotzdem fällt das Warten zunehmend schwer. Kein Wunder, dass im Netz viele Tipps und Anleitungen für Hausmittel kursieren, um die Wehen zu locken, bevor eine Einleitung aus medizinischen Gründen erforderlich wird. Längst nicht alle angepriesenen Mittel und Methoden sind wirksam. Aber es gibt einige Möglichkeiten, um die Wehen auf sanfte Weise zu fördern und damit die Geburt möglicherweise in Gang zu bringen.

Wichtig: Bevor du eine dieser Methoden ausprobieren willst, sprich bitte unbedingt mit deiner Hebamme. Sie kann dir noch einmal genau erklären, welche Maßnahme wie wirkt. Manches darunter sorgt dafür, dass dein Baby richtig ins Becken rutscht. Anderes hilft, um die Durchblutung gerade im Beckenbereich anzukurbeln und den Muttermund zu öffnen. Wiederum eignen sich andere Methoden am besten, wenn du bereits leichte Wehen hast, um sie weiter zu fördern.

Nutze das Expertenwissen deiner Hebamme. Sie wird einiges zu dem Thema "Wehen auslösen" zu erzählen haben. Und es gibt dir ein besseres Gefühl, wenn du nach ihrer Empfehlung handelst und nicht auf eigene Faust. Harmlos erscheinende Hausmittel sind besonders während der Schwangerschaft in ihrer Wirkung nicht zu unterschätzen, andere Mittel lassen sich wiederum gar nicht erst ohne Hilfe umsetzen – alles ist zweifelsohne besser, wenn es unter professionellem Rat geschieht.Und eines sei noch vorweg gesagt: Was auch immer du jetzt in den letzten Tagen deiner Schwangerschaft probierst, die Geburt wird letztlich erst dann losgehen, wenn dein Körper bereit ist und auch dein Baby.

Du bist dir bezüglich des Geburtstermins nicht ganz sicher oder möchtest gerne noch einmal nachrechnen, in welcher SSW du bist? Dies kannst du hier mit unserem Geburtsterminrechner. Übrigens: Medizinisch gesehen ist der Entbindungstermin (ET) ein Zeitraum und umfasst die drei SSW vor und die zwei SSW nach dem Stichtag. Es ist also alles andere als ungewöhnlich, wenn dein Baby nicht auf den Tag genau kommt.

Mit diesen 15 Maßnahmen kannst du (vielleicht) die Wehen auslösen und fördern

1. Spaziergänge

Anwendung: Bequeme Schuhe an und los! Doch halt! Bitte nicht das Smartphone vergessen und besser auch eine Begleitung für den ausgedehnten Spaziergang mitnehmen, denn es kann jetzt ja jederzeit losgehen.
Wirkung: Aufrecht und in Bewegung wirkt die Schwerkraft besser – das Köpfchen des Kindes bekommt Kontakt mit dem Becken, oft hilft es, um die Wehen auszulösen.
Nebenwirkung: Wenn du es übertreibst: Überanstrengung. Und dann tut der Körper genau das Richtige: keine Wehen, bis man sich wieder erholt hat. Was für Gewaltmärsche gilt, trifft auch auf exzessives Treppensteigen und Fensterputzen zu – zu viel bremst die Wehen.

2. Akupunktur

Anwendung: Geburtsvorbereitende Akupunktur soll dazu beitragen können, dass die Geburt pünktlich losgeht. Kurz vor der Geburt können die Nadeln an den richtigen Stellen aber auch die Geburt anstoßen.
Wirkung: Durch das Einstechen und Verweilen der Nadeln wird die Durchblutung angeregt, der Muttermund kann sich eventuell besser öffnen.
Nebenwirkung: keine.
Aber: Bitte nur von jemanden durchführen lassen, der auch was davon versteht.

3. Brustwarzenstimulation

Anwendung: Durch sanftes Reiben und Kneten deiner Brustwarzen kannst du das Wehenhormon Oxytocin anregen. Du kannst dies in kleinen Minutenabständen probieren. Wenn sich innerhalb einer halben Stunde nichts tut, dann besser sein lassen.
Wirkung: Die Stimulation ist nur dann wirkungsvoll, wenn du dich insgesamt entspannt fühlst. Das kräftige Massieren deiner Brustwarzen kann dann zur Ausschüttung von Oxytocin führen, das Kontraktionen in der Gebärmutter auslöst und Wehen fördern kann.
Nebenwirkung: Wenn du es übertreibst, werden deine Brustwarzen möglicherweise wund.

4. Heiße Bäder

Anwendung: Etwa 38 Grad warmes Wasser einlassen, ein paar Tropfen ätherisches Öl dazugeben (zum Beispiel persische Rose oder Lavendel), zehn Minuten ruhig in der Wanne liegen.
Wirkung: Tiefe Entspannung. In der Wärme werden die Muskeln locker, auch die Bauch- und Beckenmuskeln.
Nebenwirkung: Der Kreislauf kann schlappmachen! Deshalb nur baden, wenn noch jemand mit in der Wohnung ist. Und gleich raus aus der Wanne, wenn du dich nicht wohlfühlst.

5. Zimtsterne, Zimttee

Anwendung: Pro Tag etwa 200 Gramm Zimtsterne essen. Haben ganz schön Kalorien, aber du nascht ja nur ein paar Tage. Ohne Dickmacher kommt der Zimttee aus. Rezept für Zimttee (zweimal täglich): Zwei bis drei Zimtstangen zerbröckeln, mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, nach zehn Minuten abseihen.
Wirkung: Zimt regt die Durchblutung in den Beckenorganen an. Das kann Wehen fördern.
Nebenwirkung: Bei Überdosierung im schlimmsten Fall Übelkeit.
Mehr darüber und vor allem, welche Art von Zimt du in der Schwangerschaft verwenden solltest, findest du in unserem Artikel: "Zimt in der Schwangerschaft: Wie viel ist erlaubt?"

6. Sex

Anwendung: Eine Stellung wählen, bei der der große Bauch nicht stört, zum Beispiel Bauch an Rücken ("Löffelchen"). Alternative: Du sitzt auf ihm.
Wirkung: Entspannung und beim Orgasmus ein Kick an der richtigen Stelle. Außerdem enthält das Ejakulat das Hormon Prostaglandin, das den Muttermund geburtsbereit macht. (Allerdings ist die Menge beim Sex nur gering.)
Nebenwirkung: keine.

7. Fußreflexzonen-Massage

Anwendung: Die Hebamme (oder eine andere Fachkraft) stimuliert bestimmte Punkte am Fuß.
Wirkung: Das Becken wird besser durchblutet, die Gebärmutter stimuliert.
Nebenwirkung: keine.

8. Bauchmassage

Anwendung: Den Kugelbauch sanft mit einer Ölmischung einreiben. Diese besteht am besten aus zehn Milliliter hochwertigem Mandelöl mit je zwei Tropfen naturreinem Zimt-, Ingwer, Nelken- und Eisenkrautöl vermischt. Lass dich dazu in der Apotheke oder in einem Reformhaus beraten. Bevor du deinen Bauch einölst, befeuchte ihn kurz mit warmem Wasser.
Wirkung: Es wird nicht sofort ein Effekt eintreten. Aber die Entspannung kann helfen, die Wehen zu locken.
Nebenwirkung: keine.

9. Schwangerschaftstee

Anwendung: Der Schwangerschaftstee, auch Wehentee genannt, wird aus verschiedenen Kräutern oder Gewürzen zubereitet. Frag am besten deine Hebamme nach dem Rezept. Es gibt unterschiedliche. Das Ganze sollte in jedem Fall mit sprudelnd kochendem Wasser aufgegossen werden und lange ziehen. Den Tee kannst du dann warmgehalten in einer Thermoskanne über den Tag verteilt zu dir nehmen.
Wirkung: Nach ein bis zwei Tagen solltest du eine Veränderung spüren.
Nebenwirkung: keine.
Aber: Bitte an die Rezeptvorgaben und Dosierung halten.

10. Himbeerblättertee

Anwendung:Himbeerblättertee ist ein Kräutertee bestehend aus den getrockneten Blättern des Himbeer-Strauchs. Er hat einen herb-süßlichen Geschmack und ist in der Apotheke, Drogerie oder Reformhäusern erhältlich. Du kannst ihn nach Rücksprache mit deiner Hebamme oder deinem Arzt ab der 37. Woche trinken.
Wirkung: Dem vitaminreichen Himbeerblättertee werden gleich mehrere positive Wirkungen nachgesagt. Vor allem aber soll er die Wehen anregen und somit die Geburt einleiten. Ob dem so ist, ist bislang noch nicht wissenschaftlich erwiesen.
Nebenwirkung: Es wird davor gewarnt, ihn zu früh in der Schwangerschaft und in zu großen Mengen zu trinken. Dann können Übelkeit oder Hautausschläge auftreten. Lass dich also gut beraten!

Und wenn das Baby einfach nicht kommen möchte?

Hochschwangere Frau
© Umkehrer / iStock

Das Gesundheitsrisiko für Mutter und Kind steigt, je länger der eigentliche Geburtstermin verstrichen ist. Es kann auch zu Komplikationen kommen, wenn die Plazenta das Ungeborene nicht mehr optimal versorgt. Der Arzt/die Ärztin wird entscheiden, wenn die Zeit reif ist, um dein Baby zu holen. Bevor die Medziner:innen direkt zu medikamentösen Mitteln greifen, gibt es noch weitere Maßnahmen, um die Geburt einzuleiten:

11. Muttermund-Massage

Anwendung: Hebamme oder Arzt/Ärztin massiert denMuttermund sanft und versucht, den Eipol (das hinter dem Muttermund liegende unterste Ende der Fruchtblase) zu lösen.
Wirkung: Stimulation am Muttermund regt den Körper oft dazu an, mehr vom Wehenhormon Oxytocin auszuschütten. Die Eipollösung kann ebenfalls die Geburt auslösen.
Nebenwirkung: Muttermund-Massage kann wehtun! Sofort Bescheid sagen.

12. Wehencocktail

Anwendung: Jede Hebamme hat ihr eigenes Rezept, aber immer ist im Cocktail Rizinusöl mit drin.
Wirkung: Der Mix sorgt für gute Durchblutung der Verdauungsorgane und pustet den Darm durch. Auf die Unruhe antwortet die Gebärmutter oft mit Wehen.
Nebenwirkung: Bauchkrämpfe, Kreislaufprobleme!
Deshalb: Den Wehencocktail nur anwenden, wenn die Hebamme in der Nähe ist.

13. Nelkenöl-Tampon

Anwendung: Hebamme oder Arzt legen einen mit Nelkenöl getränkten Tampon in die Scheide. Das geschieht in der Klinik.
Wirkung: Die Inhaltsstoffe des Öls lassen den Muttermund reifen, das heißt, weich und nachgiebig werden für die Geburt. Weil die Wirkung nicht vorhersehbar ist, dürfen Nelkenöl-Tampons nur im Krankenhaus (oder Geburtshaus) angewendet werden.
Nebenwirkung: keine.

14. Prostaglandin

Anwendung: Wenn das Baby auf die Welt soll, der Muttermund aber noch nicht weich ist, wird in der Klinik ein Zäpfchen oder Gel mit dem Hormon Prostaglandin in die Scheide gelegt.
Wirkung: Prostaglandin lässt den Muttermund reifen und weicher werden.
Nebenwirkung: Schmerzen, die auch in der frühen Phase schon richtig wehtun können.

15. Wehentropf

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© Halfpoint / iStock

Anwendung: Über eine Nadel in der Armbeuge wird das Hormon Oxytocin in den Körper getropft. Alternativ werden auch Tabletten verabreicht, die die Wehen auslösen.
Wirkung: Auf den hohen Oxytocin-Spiegel im Blut antwortet die Gebärmutter mit Wehen.
Nebenwirkung: Oft heftige Wehenschmerzen. Bescheid sagen, die Tropfgeschwindigkeit lässt sich drosseln! Etwa 80 Prozent der Frauen brauchen bei einer eingeleiteten Geburt eine PDA.

Hebamme Andrea Ramsell

Quellen:

Familienplanung.de: Geburtseinleitung und Wehenmittel

Frauenärzte im Netz: Wenn das Baby auf sich warten lässt, ist Geduld gefragt

Gesundheitsinformation.de: Wenn die Geburt des Babys auf sich warten lässt

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