Zahl der Woche
 
3,3 Tage Krankenhaus für Wöchnerinnen

Islamische Länder: Die "Nifas" dauert zehn Tage

In den islamischen Ländern ist es ähnlich, die wichtigsten Gelehrten legten die Länge des Wochenbetts auf 40, manche auch auf 60 Tage fest - nur haben hier sogar die ersten zehn Tage einen eigenen Namen: "Nifas", was auf den Propheten Mohammed zurückgeht und auf Deutsch so viel wie "Wochenbettblutung" bedeutet. In dieser Zeit sind die Frauen vom täglichen Gebet, vom Fasten und von weiteren religiösen Pflichten entbunden; am Ende der "Nifas" steht eine rituelle Ganzwaschung.

Hilfe annehmen: Freunde, Verwandte oder die Hebamme

Das Wochenbett - ein Schonraum für junge Mütter

Was Frauen aus diesen Beispielen lernen können? Vor allem, dass das Wochenbett seit Jahrhunderten und zu Recht ein Schonraum war, in den sich die jungen Mütter zurückziehen durften - und in dem die Großfamilie wie selbstverständlich als praktische Hilfe bereitstand. Auf die heutige Zeit übertragen, bedeutet das: Warum nicht eine Verwandte oder Freundin bitten, wenigstens die ersten zehn Tage als Haushaltshilfe, Köchin oder Gesprächspartnerin - kurz: als gute Fee - in den eigenen Haushalt einzuziehen?

Eine Alternative ist die Betreuung durch eine Nachsorge-Hebamme. Ihre Aufgaben: Der Mutter alles rund um die Themen Stillen sowie Wickeln erklären und ihr den Umgang mit dem Kind konkret zu zeigen.

Bis zum zehnten Lebenstag des Babys kommt sie täglich einmal, bei schweren Stillstörungen auch zweimal täglich vorbei. Acht weitere Besuche sind innerhalb von acht Wochen nach der Geburt des Kindes möglich. Die Kosten dafür werden komplett von der Krankenkasse übernommen.

Zumindest in Großstädten gibt es allerdings viel zu wenig Nachsorge-Hebammen - deshalb sollten Schwangere sich nicht erst kurz vor der Entbindung um einen Kontakt bemühen, sondern schon ab der 25. Woche! Die passende Hebamme für Sie finden Sie übrigens bei den Tipps und Adressen im Eltern.de Familiennetz.