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Gender Reveal Party Happening oder Quatsch? Das steckt hinter dem Verkündungstrend

Ein Pärchen hält eine schlichte Torte für ihren Gender Reveal
© aprilante / Shutterstock
Bei einer Gender Reveal Party wird das Geschlecht des Ungeborenen verkündet. Werdende Eltern lassen sich im Netz die verrücktesten Ideen einfallen, um das Geschlecht ihres Nachwuchses bekannt zu geben. Aber was steckt hinter dem Trend? 

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Wenig überraschend kommt der Gender Reveal Trend aus den USA und spielt sich vor allem bildgewaltig in den sozialen Medien ab.

Was passiert eigentlich bei einer Gender Reveal Party?

Die Verkündungswege bei einer Gender Reveal Party können ganz unterschiedlich sein. Die Farben blau und rosa müssen dabei nicht zwangsläufig eine Rolle spielen, auch wenn dies meistens der Fall ist.

Eine Schwangere schneidet bei ihrer Gender Reveal Party die Torte an, die Füllung ist blau
© Yana Vydrenkova / Shutterstock

Die typischen Verkündungswege sind:

  • Torte mit farbiger Füllung
  • Konfetti-Kanone
  • Luftballon oder Piñata gefüllt mit Konfetti
  • Baby-Kleidungsstück in rosa oder blau oder mit Aufschrift
  • bedruckte T-Shirts
  • Verkündungstafel

Auch die Wege, wie eine Gender Reveal Party gefeiert wird, sind unterschiedlich. Manche werdenden Eltern entscheiden sich, den Gender Reveal einfach zu filmen und dann in den sozialen Medien mit Freunden und Familie zu teilen. Andere veranstalten eine richtige Party mit Spielen, Cupcakes und einem Reveal vor den Gästen. 

Die verrücktesten Verkündungsideen

Beim Thema Gender Reveal lassen sich manche Eltern ganz schön was einfallen. Da finden sich besondere Ideen, wie der Flashmob von Freunden und Familie beim Gender Reveal von Allison Holker-Boss und tWitch. Oder die Verkündung dieses Pärchens, das das Geschlecht ihres Kindes mit der sich verändernden Farbe ihres Schokoladenbrunnens bei ihrer Gender Reveal Party bekannt gab:

Es gibt aber auch immer wieder kontroverse Aktionen, wie zum Beispiel diese, bei der ein Alligator eine Wassermelone mit Farbfüllung zerbeißt.

Weniger fragwürdig, aber dafür richtig unterhaltsam: Im Oktober 2021 schlüpfte Jamie Lee Curtis für den Gender Reveal von Chris Hardwick und Lydia Hurst in ihre Kultrolle aus dem Film-Klassiker Halloween und sorgte damit im Netz für Aufsehen. Unterstützt wurde sie bei der Aktion von "Bösewicht" Michael Myers. Tatsächlich sind saisonale und an Feiertage geknüpfte Verkündungen immer wieder angesagt.

Bei einem Gender Reveal läuft nicht immer alles glatt

Auch bei einer vermeintlich gut geplanten Gender Reveal Party läuft natürlich nicht immer alles glatt. Was da so alles schiefgehen kann, findet ihr beispielsweise unter #genderrevealfail auf Instagram. Hier ein paar wiederkehrende Szenarien:

  • ein Luftballon oder eine Konfetti-Kanone, die mit der falschen Farbe gefüllt sind
  • ein Luftballon, der nicht richtig platzen will
  • Geschwisterkinder, die mit der Verkündung kreuzunglücklich sind
  • Torten, deren Farbfüllung nicht zu erkennen ist
  • Luftballons, die ungeplatzt davonfliegen (Übrigens: Unkontrolliert davonfliegende Luftballons sind schlecht für die Umwelt. Falls ihr einen Gender Reveal plant, fällt euch vielleicht noch eine umweltschonendere Verkündungsmethode ein!)

Choreografierte Tanzeinlagen, speziell gebackene Torten: Oft reichen diese bereits aufwendig inszenierten Verkündungen werdenden Eltern nicht mehr aus und sie gehen noch einen Schritt weiter. Allerdings: Je aufwendiger die Inszenierung, umso höher das Risiko, dass etwas richtig schiefgeht. Manchmal mit fatalen Folgen!

Hier ein paar extreme Fälle, die nachdenklich stimmen:

  • Bei einem Gender Reveal in Iowa im Jahr 2019 stellte sich der für die Verkündung selbst gebaute Apparat als tödliche Rohrbombe heraus. Eine Großmutter kam ums Leben.
  • Nicht selten verwenden Pärchen für ihren Gender Reveal blaues oder rosa Pulver, dass dann aus dem Auspuff ihres Autos kommt und so Aufschluss über das Geschlecht des Nachwuchses gibt. Das ging für ein Pärchen in Australien 2019 gehörig schief und das Auto stand kurz nach dem Reveal in Flammen. Ein Mann wurde für die gefährliche Aktion angeklagt. Aber zumindest gab es hier weder Verletzte noch einen Waldbrand.
  • Anders bei einem Gender Reveal im notorisch trockenen US-Bundesstaat Arizona im Jahr 2018. Ein als Zielscheibe aufgestelltes Schild wird hier angeschossen und explodiert kurz darauf in einer Wolke aus blauer Farbe. Das trockene Gras fängt Feuer, das sich schnell ausbreitet. Das traurige Resultat dieser vollkommen undurchdachten Aktion: 19.000 Hektar verbranntes Land und ein Schaden von acht Millionen US-Dollar.

Diese Beispiele sind zwar extreme Fälle und kommen tatsächlich vor allem in den USA vor, wo der Gender Reveal einfach bei fast allen Pärchen, die Nachwuchs erwarten, dazugehört. Aber: Auch schlecht verarbeitet Konfetti-Kanonen sowie deren falsche Verwendung können zumindest zu leichteren Verletzungen führen.

Die Reaktionen auf den Trend sind gespalten

Wie der Gender Reveal Trend ankommt, lässt sich auch in der Welt der Promis verfolgen. Da sind einerseits Stars, die ihm gegenüber positiv eingestellt zu seien scheinen, wie Katy Perry, die 2020 ein Foto von Orlando Bloom mit rosa Tortenfüllung im Gesicht teilte – oder US-Sänger Jason Derulo, der mit seiner damaligen Freundin Jena Frumes die Verkündung des Geschlechts ihres gemeinsamen Sohnes mit einem blauen Feuerwerk auf den Bahamas zelebrierte.

Andererseits gibt es auch kritische prominente Stimmen, wie beispielsweise Demi Lovato, die im März 2021 einen Instagram-Post des Aktivisten Alok Vaid-Menon teilte und diesen so einordnete: Die Unterteilung der ungeborenen Kinder in zwei Geschlechteridentitäten sei transphob, dem Kind würde so bereits vor der Geburt ein Geschlecht zugeordnet, mit dem es sich später vielleicht nicht identifizieren könne.

Dass das ganze Spektakel dann meist noch von den Gender-Klischee-Farben rosa und blau begleitet wird, macht es nicht besser. Gerade wo bereits viele Eltern auf neutralere Farben wie grün oder gelb setzen. 

Fazit: Die Skala der Gender Reveal Methoden reicht von dezent und geschmackvoll über kitschig bis hin zu gefährlich. Falls du einen Gender Reveal planst, denke einfach ein paar grundlegende Sicherheitsaspekte mit. Und wenn dann doch mal etwas Kleineres schiefgeht, kannst du damit zumindest in den sozialen Medien für einen Lacher sorgen.

Quellen: Twitter, Instagram, YouTube, CNN, The BBC

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