Sanfte Heilmittel
 
Die Natur hat etwas für Schwangere

Ob Kopfweh, Übelkeit oder Blähungen - Medikamente sind für Schwangere meist tabu. Doch es gibt natürliche Heilmittel, die Abhilfe schaffen.

Sanfte Heilmittel: Die Natur hat etwas für Schwangere
iStock, AntonioGuillem

Die Übelkeit vertreiben

Dass dein Leben jetzt anders wird, hast du wahrscheinlich zum ersten Mal so richtig gespürt, als dir schlecht wurde. Die Schwangerschaftsübelkeit endet fast immer um die zwölfte Schwangerschaftswoche herum. Bis dahin solltest du dir abends Pfefferminztee in einer Thermoskanne neben das Bett stellen und vor dem Aufstehen ein paar Schlucke trinken. Tagsüber hilft Dauerknabbern von klein geschnittenem, rohem Gemüse (zum Beispiel Karotten, Kohlrabi, Gurken), Vollkornkeksen, Kürbiskernen oder Zwieback. Die traditionelle chinesische Medizin empfiehlt, Ingwerwurzel zu kauen.

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Die Natur hat etwas gegen Niedergeschlagenheit

Gelegentlich Niedergeschlagenheit zu verspüren, gehört zur Schwangerschaft dazu. Wer die Schwermut vertreiben möchte, kann es mit Düften versuchen - zum Beispiel eine Mischung aus stimmungsaufhellenden Ölen wie Angelika, Bergamotte und Geranie oder Rose, Rosenholz und Zedernholz. Gut gegen seelische Tiefs ist auf jeden Fall Bewegung, am besten an der frischen Luft oder im Wasser. Ganz nebenbei wirkt sie auch noch wie eine Sauerstoffdusche für dein Baby.

Immer müde?

Auch ein Phänomen der ersten Wochen: Müdigkeit. Gönne dir, so oft es geht, eine Verschnaufpause. Wenn Du dich dabei hinlegen kannst - umso besser. Stell die Füße so gegen die Wand, dass dein Becken etwa im 45-Grad-Winkel abgeknickt ist, die Knie dabei ganz durchstrecken. So ruhst du aus und entlastest gleichzeitig deine Venen.

Für die Beine

Du würdest gerne hüpfen vor Freude über dein Baby - doch das geht nicht, weil deine Beine schwer sind und du geschwollene Füße hast? Vielleicht hilft ein leichter Entwässerungstee: Zwei Teelöffel Birkenblätter mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen, nach zehn Minuten abseihen und bis zu drei Tassen täglich trinken. Wohltuend: morgens die Beine mit einer Mischung aus Calendula- und Mandelöl sowie einigen Tropfen Lemongras, Schafgarbe und Zypresse einreiben.

Zu niedriger Blutdruck?

Ist der Blutdruck ohnehin schon niedrig, geht er in der Schwangerschaft oft noch weiter in den Keller. Gegenmittel: viel Bewegung an frischer Luft – oder Akupressur. Der Punkt "Meer der Energie" liegt zwei Finger breit unterhalb des Bauchnabels. Mit Daumen und Zeigefinger diesen Punkt mit leichtem Druck kreisend eine Minute massieren.

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Endlich wieder gut schlafen

Unter Schlafstörungen leiden sieben von zehn Schwangeren. Teemischungen mit beruhigenden Wirkstoffen aus Baldrian, Hopfen und Melisse gibt es in den Apotheken und Drogerien. Einen Versuch wert ist Klatschmohn-Tee: Ein gehäufter Esslöffel getrocknete Mohnblüten wird mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und nach zehn Minuten abgefiltert. Kleine "Schlafkissen" mit Lavendelblüten neben dem Kopfkissen können ebenfalls helfen. Wenn Du schlecht einschläfst, machst Du dir vorm Zubettgehen ein heißes Fußbad (38 bis 40 Grad Celsius) mit Fichtennadelextrakt oder Lavendelöl.

Gegen Blähungen

Blähungen sind jetzt besonders quälend. Wohltuend ist dieser Tee: Ein Esslöffel einer Mischung aus Pfefferminzblättern, Majoran, Kalmuswurzel und Thymian wird mit 200 Milliliter kochendem Wasser überbrüht und nach zehn Minuten abgeseiht. Nach jeder Mahlzeit eine Tasse. Auch Einreiben tut gut: In 100 Milliliter Mandelöl drei Tropfen Basilikumöl geben, damit sanft im Uhrzeigersinn kreisend den Bauch massieren.

Hilfe bei Durchfall

Bei Durchfall: Fünf- bis sechsmal täglich einen Esslöffel getrocknete Heidelbeeren (sehr gut kauen) oder einen Esslöffel rohe Haferflocken zusammen mit etwas Milch oder Apfelsaft (ebenfalls gründlich gekaut) essen.

Regt die Verdauung an

Vorbeugend gegen Verstopfung und harten Stuhl: Vier bis fünf Backpflaumen abends in einer Tasse Wasser einweichen, morgens essen und die Einweichflüssigkeit dazu trinken.

Hämorrhoiden vorbeugen

Ein Zeichen, dass die Gefäßwände nachgiebiger sind als sonst, sind Hämorrhoiden. Zur Vorbeugung und Behandlung solltest Du einmal täglich ein 15-minütiges Sitzbad mit einem Eichenrinden-Sud nehmen. Dafür zwei bis drei Esslöffel Eichenrinde in einen Liter kaltes Wasser geben, die Flüssigkeit langsam zum Sieden bringen und fünf Minuten köcheln lassen. Dann die Flüssigkeit ins Badewasser gießen. Wichtig: Den Stuhl möglichst weich halten, damit du beim Stuhlgang nicht stark pressen musst.

Häufiges Leiden: Sodbrennen

Fast alle Frauen leiden in den letzten Wochen vor der Geburt unter Sodbrennen. Trink über ein bis zwei Wochen täglich einen Viertelliter Weißkohlsaft (Reformhaus, Apotheke) oder kaue mehrmals am Tag ein Stück Kalmuswurzel (auch Haselnüsse, die lange gekaut werden, helfen). Tausendgüldenkraut- oder Wermut-Tee vor den Mahlzeiten kann die Beschwerden ebenfalls lindern: Ein Teelöffel des Teekrauts wird mit einem Viertelliter Wasser kalt angesetzt, sechs bis zehn Stunden stehen gelassen, gelegentlich umgerührt und zum Trinken erwärmt.

Bei Erkältungen am besten

Bei einer Erkältung hilft eine Schwitzkur mit einem Tee aus je 30 Gramm Holunder- und Kamillenblüten und 40 Gramm Lindenblüten. Einen gehäuften Teelöffel dieser Mischung mit einer Tasse siedendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und heiß trinken.

Bewährt bei Schnupfen

So wird die verstopfte Nase auch ohne abschwellende Nasentropfen frei(er): Kopfdampfbäder mit Pfefferminz-, Eukalyptus-, Thymian- oder Latschenkiefernöl sowie Kamillentee nehmen. Hartnäckiger Schnupfen bessert sich meist durch Bestrahlung mit Rotlicht.

Senkt das Fieber

Fieber ist keine Gefahr fürs Baby, bleibt es aber einige Tage oder ist es sehr hoch (über 39 Grad), heißt es: Ab zum Arzt! Fiebersenkend wirken übrigens Wadenwickel.

Schafft Abhilfe bei Kopfschmerzen

Bei plötzlichen Spannungs- oder migräneartigen Kopfschmerzen kann Lavendel krampflösend wirken – einfach Nacken und Schläfen mit ein paar Tropfen einreiben. Oder sich mit feucht-kaltem Tuch auf der Stirn hinlegen. Aus der chinesischen Medizin kommt dieser Rat: ein- bis zweiminütige Massage des Akupressurpunktes "Höchste Attacke" – er liegt auf dem Fußrücken im Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen (Achte darauf, im Bereich der Knochen nicht so kräftig zu massieren). Was auch vielen Schwangeren hilft: eine Tasse Espresso mit Zitrone!

Mutterbandschmerzen?

Eher wie Muskelkater fühlen sich Mutterbandschmerzen an – ein unangenehmes Ziehen in der Leistengegend. Dahinter stecken Dehnungsschmerzen der Mutterbänder, die die Gebärmutter an den Beckenknochen halten. Lindernd: Bewegung im Wasser, am besten unter Anleitung.

Stärkung für deinen Rücken

Für Rückenschmerzen ist nicht nur die Gewichtsverlagerung verantwortlich, auch die hormonbedingte Gewebelockerung trägt dazu bei. Typisch sind Schmerzen im Kreuzbein. Warme Kompressen oder Massagen mit Ölmischungen (Jasmin. Mandarine, Rosmarin, Fichtennadel in Jojobaöl) oder ein Heublumenbad helfen.

Wadenkrämpfen keine Chance

Wadenkrämpfe weisen auf Magnesiumnangel hin. Wenn du nicht einfach ein Magnesiumpräparat nehmen willst: Vorbeugend wirken je ein Teelöffel Honig vor jeder Mahlzeit oder Beinbäder mit Schachtelhalmtee. Dafür eine Tasse Ackerschachtelhalmkraut in einen Liter kaltes Wasser geben und zum Kochen bringen. 15 Minuten köcheln lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben. Übrigens: Gegen akute Schmerzen hilft, sich im Liegen mit den Füßen fest gegen eine Wand zu stemmen.

Häufiger Harndrang?

Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist das normal, weil die Gebärmutter auf die Blase drückt. Bereitet das Wasserlassen Schmerzen, solltest du gleich zum Arzt gehen. Denn Harnwegsinfekte steigen in der Schwangerschaft leichter in Richtung Nieren auf. Blasentees helfen, Keime hinauszuspülen.