Sanfte Heilmittel
 
Die Natur hat etwas für Schwangere

Darf ich in der Schwangerschaft noch Paracetamol nehmen? Wie ist es mit dem Hustensaft? Ob Kopfweh, Übelkeit oder Blähungen - Medikamente sind für Schwangere meist tabu. Doch es gibt natürliche Heilmittel, die Abhilfe schaffen.

Sanfte Heilmittel: Die Natur hat etwas für Schwangere
iStock, AntonioGuillem

„Anmerkung der Redaktion: Die Wirksamkeit von Homöopathie über einen Placeboeffekt hinaus ist wissenschaftlich nicht nachgewiesen.“

Achtung: Während du schwanger bist, sollte Homöopathie nur sehr vorsichtig eingesetzt werden. Denn manche Mittel, wie etwa die fiebersenkende Weidenrinde können - falsch verwendet oder dosiert - vorzeitige Wehen auslösen. Am besten gehst du auf Nummer sicher und besprichst die Mittelwahl mit "deinem" Homöopathie-Experten! Das kann die Hebamme sein, der Apotheker oder deine Frauenärztin.

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Die Übelkeit vertreiben

Dass dein Leben jetzt anders wird, hast du wahrscheinlich zum ersten Mal so richtig gespürt, als dir schlecht wurde. Die Schwangerschaftsübelkeit endet fast immer um die zwölfte Schwangerschaftswoche herum. Bis dahin solltest du dir abends Pfefferminztee in einer Thermoskanne neben das Bett stellen und vor dem Aufstehen ein paar Schlucke trinken. Tagsüber hilft Dauerknabbern von klein geschnittenem, rohem Gemüse (zum Beispiel Karotten, Kohlrabi, Gurken), Vollkornkeksen, Kürbiskernen oder Zwieback. Arsenicum album D6 lindert Übelkeit, die mit Brechreiz und Schwächegefühlt einher geht (dreimal am Tag je fünf Globuli). Die traditionelle chinesische Medizin empfiehlt, Ingwerwurzel zu kauen.

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Lindert die Geruchsempfindlichkeit

Forscher vermuten, dass eine erhöhte Konzentration an weiblichen Sexualhormonen hinter der Geruchsempfindlichkeit von Schwangeren steckt. Möglicherweise möchte die Natur, dass Mütter schädliche Stoffe in der Nahrung "herausriechen". Die Neigung zu Übelkeit wird dadurch oft verstärkt. Hier hilft das homöopathische Mittel Sepia D6 (Standarddosis: dreimal täglich fünf Globuli).

Die Natur hat etwas gegen Niedergeschlagenheit

Gelegentlich Niedergeschlagenheit zu verspüren, gehört zur Schwangerschaft dazu. Wer die Schwermut vertreiben möchte, kann es mit Düften versuchen - zum Beispiel eine Mischung aus stimmungsaufhellenden Ölen wie Angelika, Bergamotte und Geranie oder Rose, Rosenholz und Zedernholz. Gut gegen seelische Tiefs ist auch Johanniskraut-Tee: Zwei Teelöffel getrocknetes Johanniskraut mit einem Viertelliter Wasser übergießen und zum Kochen bringen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen. Diese Menge täglich zwei- bis dreimal trinken.

Immer müde?

Auch ein Phänomen der ersten Wochen: Müdigkeit. Gönne Dir, so oft es geht, eine Verschnaufpause. Wenn Du dich dabei hinlegen kannst - umso besser. Stell die Füße so gegen die Wand, dass Dein Becken etwa im 45-Grad-Winkel abgeknickt isst, die Knie dabei ganz durchstrecken. So ruhst Du aus und tust gleichzeitig etwas für Deine Venen.

Für die Beine

Leichter Entwässerungstee gegen geschwollene Füße

Du würdest gerne hüpfen vor Freude über Dein Baby - doch das geht nicht, weil Deine Beine schwer sind und Du geschwollene Füße hast? Tritt aus den Venen mehr Flüssigkeit ins Gewebe, hilft ein leichter Entwässerungstee: Zwei Teelöffel Birkenblätter mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergießen, nach zehn Minuten abseihen und bis zu drei Tassen täglich trinken. Wohltuend: morgens die Beine mit einer Mischung aus Calendula- und Mandelöl sowie einigen Tropfen Lemongras, Schafgarbe und Zypresse einreiben.

Zu niedriger Blutdruck?

Ist der Blutdruck ohnehin schon niedrig, geht er in der Schwangerschaft oft noch weiter in den Keller. Gegenmittel: viel Bewegung an frischer Luft - oder Akupressur. Der Punkt "Meer der Energie" liegt zwei Finger breit unterhalb des Bauchnabels. Mit Daumen und Zeigefinger diesen Punkt mit leichtem Druck kreisend eine Minute massieren.

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Endlich wieder gut schlafen

Unter Schlafstörungen leiden sieben von zehn Schwangeren. Teemischungen mit beruhigenden Wirkstoffen aus Baldrian, Hopfen und Melisse gibt es in den Apotheken und Drogerien. Einen Versuch wert ist Klatschmohn-Tee: Ein gehäufter Esslöffel getrocknete Mohnblüten wird mit einem Viertelliter kochendem Wasser übergossen und nach zehn Minuten abgefiltert. Kleine "Schlafkissen" mit Lavendelblüten neben dem Kopfkissen können ebenfalls helfen. Schlaffördernd soll auch das Schüssler-Salz Nr. 7 (Magnesium phosphoricum, aus der Apotheke) wirken. Etwa eine Viertelstunde vor dem Schlafengehen zwei Tabletten langsam im Mund zergehen lassen. Wenn Du schlecht einschläfst, machst Du dir vorm Zubettgehen ein heißes Fußbad (38 bis 40 Grad Celsius) mit Fichtennadelextrakt oder Lavendelöl.

Gegen Blähungen

Blähungen sind jetzt besonders quälend. Wohltuend ist dieser Tee: Ein Esslöffel einer Mischung aus Pfefferminzblättern, Majoran, Kalmuswurzel und Thymian wird mit 200 Milliliter kochendem Wasser überbrüht und nach zehn Minuten abgeseiht. Nach jeder Mahlzeit eine Tasse. Auch Einreiben tut gut: In 100 Milliliter Mandelöl drei Tropfen Basilikumöl geben, damit sanft im Uhrzeigersinn kreisend den Bauch massieren. Lycopdium D12 hilft darüber hinaus bei stark gespannter Bauchdecke (dreimal täglich fünf Globuli einnehmen).

Hilfe bei Durchfall

Bei Durchfall: Fünf- bis sechsmal täglich einen Esslöffel getrocknete Heidelbeeren (sehr gut kauen) oder einen Esslöffel rohe Haferflocken zusammen mit etwas Milch oder Apfelsaft (ebenfalls gründlich gekaut) essen.

Regt die Verdauung an

Backpflaumen: Lecker und gesund!

Vorbeugend gegen Verstopfung und harten Stuhl: Vier bis fünf Backpflaumen abends in einer Tasse Wasser einweichen, morgens essen und die Einweichflüssigkeit dazu trinken. Bei Verstopfung ohne Stuhlgang und bei trockenem Stuhl hilft dann Alumina D6 (dreimal täglich fünf Globuli einnehmen).

Hämorrhoiden vorbeugen

Ein Zeichen, dass die Gefäßwände nachgiebiger sind als sonst, sind Hämorrhoiden. Zur Vorbeugung und Behandlung solltest Du einmal täglich ein 15-minütiges Sitzbad mit einem Eichenrinden-Sud nehmen. Dafür zwei bis drei Esslöffel Eichenrinde in einen Liter kaltes Wasser geben, die Flüssigkeit langsam zum Sieden bringen und fünf Minuten köcheln lassen. Dann die Flüssigkeit ins Badewasser gießen.

Häufiges Leiden: Sodbrennen

Fast alle Frauen leiden in den letzten Wochen vor der Geburt unter Sodbrennen. Trink über ein bis zwei Wochen täglich einen Viertelliter Weißkohlsaft (Reformhaus, Apotheke) oder kaue mehrmals am Tag ein Stück Kalmuswurzel (auch Haselnüsse, die lange gekaut werden, helfen). Tausendgüldenkraut- oder Wermut-Tee vor den Mahlzeiten kann die Beschwerden ebenfalls lindern: Ein Teelöffel des Teekrauts wird mit einem Viertelliter Wasser kalt angesetzt, sechs bis zehn Stunden stehen gelassen, gelegentlich umgerührt und zum Trinken erwärmt.

Bei Erkältungen am besten

Bei einer Erkältung hilft eine Schwitzkur mit einem Tee aus je 30 Gramm Holunder- und Kamillenblüten und 40 Gramm Lindenblüten. Einen gehäuften Teelöffel dieser Mischung mit einer Tasse siedendem Wasser übergießen, fünf Minuten ziehen lassen, abseihen und heiß trinken.

Bewährt bei Schnupfen

So wird man die lästige Triefnase los: Kopfdampfbäder mit Pfefferminz-, Eukalyptus-, Thymian- oder Latschenkiefernöl sowie Kamillentee nehmen. Hartnäckiger Schnupfen bessert sich meist durch Bestrahlung mit Rotlicht.

Senkt das Fieber

Bei anhaltendem Fieber in jedem Fall zum Arzt!

Fieber ist keine Gefahr fürs Baby, bleibt es aber einige Tage oder ist es sehr hoch (über 39 Grad), heißt es: Ab zum Arzt! Fiebersenkend wirken übrigens Wadenwickel.

Schafft Abhilfe bei Kopfschmerzen

Bei plötzlichen Spannungs- oder migräneartigen Kopfschmerzen kann Lavendel krampflösend wirken - einfach Nacken und Schläfen mit ein paar Tropfen einreiben. Oder sich mit feucht-kaltem Tuch auf der Stirn hinlegen. Aus der chinesischen Medizin kommt dieser Rat: ein- bis zweiminütige Massage des Akupressurpunktes "Höchste Attacke" - er liegt auf dem Fußrücken im Winkel zwischen dem ersten und zweiten Mittelfußknochen (Achten Sie darauf, im Bereich der Knochen nicht so kräftig zu massieren). Was auch vielen Schwangeren hilft: Eine Tasse Espresso mit Zitrone!

Mutterbandschmerzen?

Eher wie Muskelkater fühlen sich Mutterbandschmerzen an - ein unangenehmes Ziehen in der Leistengegend. Dahinter stecken Dehnungsschmerzen der Mutterbänder, die die Gebärmutter an den Beckenknochen halten. Lindernd: Bewegung im Wasser, am besten unter Anleitung. Gut sind auch die homöopathischen Mittel Aletris farinosa D6 und Aristolochia clematis D 12 (dreimal täglich fünf Globuli).

Stärkung für Ihren Rücken

Für Rückenschmerzen ist nicht nur die Gewichtsverlagerung verantwortlich, auch die hormonbedingte Gewebelockerung trägt dazu bei. Typisch sind Schmerzen im Kreuzbein. Warme Kompressen oder Massagen mit Ölmischungen (Jasmin. Mandarine, Rosmarin, Fichtennadel in Jojobaöl) oder ein Heublumenbad helfen. Verstärken sich die Schmerzen bei Bewegung, ist Bryonia D6 hilfreich. Werden sie durch Bewegung leichter, ist Rhus toxicodendron D6 richtig. Am Anfang dreimal fünf Globuli im Abstand einer halben Stunde. Wird es nach zwei bis drei Stunden bessern, die gleiche Dosis dreimal täglich eine Stunde vor oder nach dem Essen.

Wadenkrämpfen keine Chance

Wadenkrämpfe weisen auf Magnesiumnangel hin. Vorbeugend wirken je ein Teelöffel Honig vor jeder Mahlzeit oder Beinbäder mit Schachtelhalmtee. Dafür eine Tasse Ackerschachtelhalmkraut in einen Liter kaltes Wasser geben und zum Kochen bringen. 15 Minuten köcheln lassen, abseihen und dem Badewasser zugeben. Alternative: die Schüssler-Salze Nr. 2 (Calcium phosphoricum), Nr. 5 (Kalium phosphoricum) und Nr. 7 (Magnesium phosphoricum). Wählen Sie eines davon. Dann zehn bis 20 Tabletten pro Tag im Mund zergehen lassen oder in einem Glas Wasser auflösen und in kleinen Schlucken trinken. Nr. 7 wird bei krampfartigen Schmerzen als "heiße Sieben" verabreicht: Sieben bis zehn Tabletten werden in heißem Wasser, das kurz gekocht wurde, aufgelöst und schlückchenweise heiß getrunken. Übrigens: Gegen akute Schmerzen hilft, sich im Liegen mit den Füßen fest gegen die Wand zu stemmen.

Häufiger Harndrang?

Im letzten Drittel der Schwangerschaft ist das normal, weil die Gebärmutter auf die Blase drückt. Bereitet das Wasserlassen Schmerzen, solltest Du gleich zum Arzt gehen. Denn Harnwegsinfekte steigen in der Schwangerschaft leichter in Richtung Nieren auf. Blasentees helfen, Keime hinauszuspülen.

Bitte keine Zahnschmerzen

Verschafft Linderung bis zum Arzttermin: Nelkenöl
Bis zum Zahnarzttermin kann man Zahnschmerzen mit Nelkenöl lindern. Entweder gibt man einen Tropfen dieses ätherischen Öls auf den schmerzenden Zahn oder man legt eine zerdrückte Gewürznelke in Zahnnähe beziehungsweise zerbeißt sie vorsichtig mit dem schmerzenden Zahn. Belladonna D4 hilft bei pochenden Schmerzen und geschwollener Backe, bei stechenden Schmerzen ist Coffea D12 zu empfehlen.