Schwangerschaft
 
Pflegen Sie Ihre Zähne gut!

Warum intensive Zahnpflege in der Schwangerschaft so wichtig ist. Und worauf es dabei ankommt, damit sich der alte Satz "Jedes Kind kostet einen Zahn" nicht bewahrheitet.

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Warum sind die Zähne während der Schwangerschaft so empfindlich?

Zahnpflege in der Schwangerschaft
Thinkstock, ElenaVasilchenko

Sie erwarten ein Kind? Mal ehrlich: Wann waren Sie zuletzt beim Zahnarzt? Vor kurzem? Oder gehören Sie zu der großen Zahl der werdenden Mütter, die einen Zahnarztbesuch in den neun Monaten der Schwangerschaft vermeiden? Dabei ist gerade in dieser Zeit eine intensive Zahnpflege sehr wichtig.
Die hormonelle Umstellung im Körper wirkt sich nämlich auch auf das Zahnfleisch aus: Es ist während der Schwangerschaft weicher, manchmal sogar geschwollen und blutet schneller. Um das empfindliche Zahnfleisch dann nicht noch mehr zu reizen, vernachlässigen viele Schwangere die regelmäßige und gründliche Zahnpflege. Erst Recht, wenn sie unter starker Übelkeit leiden, da die Zahnbürste dann besonders leicht Würgereize auslösen kann.
Mangelhafte Zahnhygiene über Monate bleibt jedoch nicht ohne Folgen: Es setzen sich vermehrt Beläge an den Zähnen ab, die sowohl Nährboden für Karies bildende Bakterien sind als auch Ursache für Zahnfleischentzündungen und Parodontose. Unbehandelt können diese Zahnfleischerkrankungen auf Dauer zum Verlust von Zähnen führen.

Zähne putzen nicht vergessen - dem Baby zuliebe?

Parodontitis-Bakterien erhöhen das Risiko einer Frühgeburt

Aber nicht nur aus Sorge um die eigenen Zähne sollten Sie in der Schwangerschaft die Zahnhygiene sehr ernst nehmen - sondern auch aus Rücksicht auf Ihr Kind! Untersuchungen haben nämlich gezeigt, dass bei einer fortgeschrittenen Zahnbetterkrankung Stoffwechselprodukte und Gifte der Parodontitis-Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und in der Schwangerschaft die Entwicklung des Ungeborenen behindern sowie das Frühgeburts-Risiko erhöhen können.Wissenschaftlich belegt ist zudem, dass die Karies verursachenden Bakterien durch Speichel auf das Baby beziehungsweise das Kleinkind übertragen werden - zum Beispiel, wenn Sie den Schnuller abschlecken oder den Löffel, mit dem Sie das Kind füttern, oder wenn Sie Ihr Kind auf den Mund küssen.

Was kann der Zahnarzt während der Schwangerschaft behandeln?

Um weder die Zahngesundheit Ihres Kindes noch Ihre eigene aufs Spiel zu setzen, sollten Sie deshalb Ihre Zähne während der Schwangerschaft regelmäßig kontrollieren lassen - am besten alle drei Monate. So können Veränderungen an Zähnen und Zahnfleischrechtzeitig erkannt und oft mit geringem Aufwand behoben werden.Der Zahnarzt wird jedoch nur die notwendigsten und unproblematischen Behandlungen durchführen. Umfangreichere Sanierungsmaßnahmen wird er verschieben, bis das Baby auf der Welt ist, um es nicht zu gefährden. (Um Zahnproblemen vorzubeugen, ist es deshalb ratsam, schon vor Beginn der Schwangerschaft einen gründlichen Check-up der Zähne machen zu lassen!).Frauen, die im ersten Schwangerschaftsdrittel häufig erbrechen, kann der Zahnarzt Fluoride verschreiben, die den Zahnschmelz härter machen und somit die Kariesgefahr senken.Was für die Gesunderhaltung der Zähne in der Schwangerschaft außerdem hilfreich ist, erfahren Sie auf der folgenden Seite:

Wie können Schwangere ihre Zähne pflegen?

  • Die Zähne konsequent nach jeder Mahlzeit putzen - und zwar in kreisenden Bewegungen von rot nach weiß (also vom Zahnfleisch weg zum Zahn hin). Am besten verwenden Sie dazu eine weiche bis mittelharte Zahnbürste, um das empfindliche Zahnfleisch nicht unnötig zu strapazieren. Zahnpastaschaum vor dem Ausspucken durch die Zwischenräume bewegen - das erhöht die Fluoridaufnahme. Die schwer zu erreichenden Zahnzwischenräume zusätzlich mit Zahnseide säubern.
  • Ein bis zweimal in den neun Monaten Ihrer Schwangerschaft eine professionelle Zahnreinigung durchführen lassen, um versteckte und schwer erreichbare Zahnbeläge sorgfältig zu beseitigen.
  • Bei Erbrechen im ersten Schwangerschaftsdrittel die Zähne nicht sofort putzen. Der Zahnschmelz ist durch die Magensäure angeraut und empfindlich. Lieber den Mund mit Wasser spülen und 20 Minuten bis zum Zähneputzen warten.
  • Zur Linderung hartnäckiger Zahnfleischentzündungen Spülungen mit Kamillentee oder lauwarmem Salzwasser machen.
  • Als Zahnpflege für zwischendurch zuckerfreien Kaugummi kauen. Das regt den Speichelfluss an. Außerdem reduziert der Süßstoff Xylit die Bakterien.
  • Zurückhaltung bei Süßem und Saurem. Ist die Lust auf Schokolade an manchen Tagen groß, dann lieber die halbe Tafel auf einmal essen als stückchenweise über den Tag verteilt. Und danach unbedingt die Zähne putzen!
  • Während der Schwangerschaft auf vitamin- und mineralstoffreiche Ernährung achten. Das bedeutet: mindestens einmal am Tag Gemüse, Salat, Obst und Vollkornprodukte essen. Knabbern Sie ab und zu auch Rohkost und garen Sie die Speisen nicht weich, sondern auf Biss. Denn kräftiges und langes Kauen fördert die Festigkeit des Zahnfleisches. Die Folge: Entzündungen gehen zurück.

Übrigens: Von einer ausgewogenen, gesunden Ernährung profitieren nicht nur Ihre Zähne. Sie kommt auch Ihrem Baby zugute.