Schwangerschaft
 
Haarausfall in der Schwangerschaft: Woher er kommt und was jetzt hilft!

Glänzendes, volles Haar: für viele Frauen ein positiver Nebeneffekt einer Schwangerschaft. Allerdings geht es längst nicht allen Schwangeren so. Im Gegenteil: Einige verlieren auf einmal ungewöhnlich viele Haare. Was ist die Ursache für Haarausfall in der Schwangerschaft? Und was kannst du gegen ihn tun? Wir haben die Antworten.

Eine Schwangere schaut sich ihren Haarausfall im Spiegel an
Nina Buday / Shutterstock
Auf einen Blick
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  • Jeder Mensch verliert im Durchschnitt zwischen 50 und 100 Haare am Tag.
  • Eisenmangel, Schilddrüsenprobleme, Stress, genetische oder immunologische Faktoren können alles Gründe für Haarausfall sein.
  • In den meisten Fällen reguliert sich schwangerschaftsbedingter Haarausfall wenige Monate nach der Geburt von selbst wieder.

Haarausfall an sich ist erstmal völlig normal. Ein Mensch verliert im Durchschnitt zwischen 50 und 100 Haare am Tag. Schwierig wird es für die eigene Haarpracht nur dann, wenn an den ausgefallenen Stellen keine neuen Haare mehr nachwachsen.

Was sind mögliche Ursachen für Haarausfall in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft verändert sich dein Hormonhaushalt – der Östrogenspiegel ist erhöht. In der Regel verlangsamt dieser Wert den natürlichen Prozess des Haarausfalls. Aber das ist längst nicht immer der Fall.
 
Gründe für Haarausfall in der Schwangerschaft lassen sich meist auf Stress, hormonelle Veränderungen oder medizinische Ursachen zurückführen.
 
Im Fall von Stress spricht man von Telogen-Effluvium (TE). TE beschreibt den Verlust von Haaren, die sich in der Ruhephase befinden. Das Muster des Haarverlusts ist hier zumeist diffus über den ganzen Kopf der Schwangeren verteilt. Tritt TE in der Schwangerschaft auf, ist das zwar erstmal nicht schön. Aber es gibt auch eine gute Nachricht: In der Regel reguliert sich diese Form des Haarausfalls nach der Geburt innerhalb eines Jahres von selbst. Es bleiben keine sichtbaren kahlen Stellen zurück.

Eisenmangel und die mögliche Verbindung zu Haarverlust in der Schwangerschaft

Viele Frauen sind in der zweiten Schwangerschaftshälfte auf die Einnahme von Eisenpräparaten angewiesen. Eisenmangel ist ein Anzeichen dafür, dass jemand nicht genug rote Blutkörperchen hat, um die Organe mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Haarausfall kann ein Symptom für Anämie (Blutarmut) sein. Weitere Anzeichen für zu wenig Eisen sind:

  • ein unregelmäßiger Herzschlag
  • Schwindelgefühl
  • Kurzatmigkeit
  • Kopfschmerzen

Haarausfall als Anzeichen für Schilddrüsenprobleme

Gerade in der Schwangerschaft haben viele Frauen Probleme mit ihrer Schilddrüsenfunktion. Haarausfall kann ein Symptom für eine Über- (Hyperthyreose) oder Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose) sein. Andere Symptome sind Abgeschlagenheit, Muskelkrämpfe und Verstopfung.
 
Sowohl bei Eisenmangel als auch bei Schilddrüsenproblemen ist der Haarausfall in der Regel nur temporär. Allerdings reguliert sich das Haarwachstum erst dann, wenn der Hormonspiegel wieder im Gleichgewicht ist. Das geschieht zumeist einige Monate nach der Entbindung.

Weitere Gründe für Haarausfall in der Schwangerschaft

In manchen Fällen hat der Haarausfall überhaupt nichts mit der Schwangerschaft selbst zu tun, sondern ist auf genetische oder immunologische Faktoren zurückzuführen.
 
Androgenetische Alopezie ist beispielsweise genetisch bedingt und wird durch Überempfindlichkeit auf Androgene (Sexualhormone, die für die Ausbildung sekundärer Geschlechtsmerkmale verantwortlich sind) ausgelöst. Mit ihr geht eine Verkürzung der Wachstumsphase der Follikel einher. Zudem ist der Zeitraum zwischen Haarausfall und dem Nachwachsen neuer Haare signifikant länger als bei nicht betroffenen Menschen. Die Folge sind kahle Stellen. Die einzige dauerhaft wirksame Therapie ist eine Haartransplantation.
 
Alopezia areata verursacht fleckenhaften unregelmäßigen Haarverlust. Hierfür gibt es bisher leider auch kein Heilmittel, sondern nur Therapien, die eine Verbesserung herbeiführen können.
 
Haarausfall in der Schwangerschaft kann aber auch ganz banale Ursachen haben. Zum Beispiel Zöpfe oder Frisuren, die sehr eng gebunden sind und an der Kopfhaut ziehen. Sie können dann zu einer Entzündung der Follikel führen und die Folge ist Haarausfall.

Was kannst du bei Haarausfall in der Schwangerschaft tun?

Grundsätzlich gilt: Wenn du die Ursache für den Haarausfall kennst, kannst du ihm entgegenwirken. Ist beispielsweise Eisenmangel der Grund, helfen entsprechende Zusatzpräparate. Da berät dich deine behandelnde Ärztin entsprechend. Denn die regelmäßig durchgeführten Bluttests während der Schwangerschaft geben unter anderem Aufschluss über zu wenig Eisen.

Grundsätzlich kann bei Haarausfall folgendes helfen:

  • Vermeide Frisuren, die sehr an der Kopfhaut ziehen und so zu Entzündungen der Follikel führen können.
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung mit reichlich Obst und Gemüse. Obst und Gemüse enthalten zahlreiche Flavonoide und Antioxidantien, die dabei helfen können, die Haarfollikel zu schützen.
  • Vermeide feinzahnige Kämme, die schnell mal Haare aus deiner Kopfhaut ziehen.
  • Verwende Shampoos, die Biotin und Selen enthalten. Sie sollen das Haar stärken und angeblich auch den Haarwuchs begünstigen.
  • Wenn du dir die Haare föhnst, schalte den Föhn auf „kalt“. Das strapaziert die Haare weniger als heiße Luft.
  • Gewisse Vitamine (B, C, E und Zink) können ebenfalls gesunde und schöne Haare unterstützen. Bevor du aber auf gut Glück etwas einnimmst, sprich bitte mit deinem behandelnden Arzt – gerade während der Schwangerschaft.

Hast du auch nach der Schwangerschaft mit dünnen Haaren, Haarausfall oder kahlen Stellen zu kämpfen, lohnt es sich, einem Dermatologen aufzusuchen. Betroffene von Alopezie finden zudem weitergehende Informationen zu Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bei Haarausfall Selbsthilfe. In den meisten Fällen ist Haarausfall in der Schwangerschaft aber zeitlich begrenzt und reguliert sich einige Monate nach der Geburt ganz von selbst.

Quellen:

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