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Postpartum Haarausfall in der Stillzeit: Gibt es einen Zusammenhang?

Eine Mama in der Stillzeit mit Haarausfall.
© Lumen Photos, Shutterstock
Unter einigen Neu-Mamas hält sich die Überzeugung, dass Haarausfall nach der Schwangerschaft etwas mit dem Stillen ihres Babys zu tun hat. Das ist ein Irrglaube. Warum einige Frauen in der Stillzeit dennoch Haarbüschel in ihrer Bürste finden und ob sie etwas dagegen tun können, liest du hier.

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Auf einen Blick

  • Nicht das Stillen ist für Haarausfall nach der Geburt verantwortlich, sondern der rapide absinkende Östrongenspiegel.
  • Der Haarausfall ist ein natürlicher Prozess und reguliert sich in den meisten Fällen innerhalb eines Jahres von selbst.
  • Zwar kann der Haarausfall in der Stillzeit nicht aufgehalten werden, aber du kannst ihn mit kleinen Tricks kaschieren.

Nach der Geburt reguliert sich der Hormonhaushalt der Frauen wieder, der Östrogenspiegel sinkt stark ab. Eine Folge: Haarausfall (Telogen-Effluvium oder kurz TE). Zur Erklärung: Haare durchlaufen einen Zyklus, der drei verschiedene Phasen umfasst: die Wachstumsphase, die Übergangsphase und die Ruhephase beziehungsweise die Ausfallphase. Während der Schwangerschaft sorgt der erhöhte Östrogenspiegel unter anderem dafür, dass sich Haare länger in der Ruhephase befinden. Der natürliche Prozess des Haarausfalls verlangsamt sich, die Haare der Schwangeren wirken voller. Mit der Geburt wird die Haarpracht der Frauen nun nach und nach wieder in den Vor-Schwangerschafts-Zustand zurückversetzt.

Woher kommt der Mythos, das Stillen zu Haarausfall führt?

Weil sich die Stillzeit in vielen Fällen mit dem Zeitraum deckt, indem die länger in der Ruhephase verbliebenen Haare aus der Schwangerschaft ausfallen. Für die meisten Frauen beginnt der Haarausfall etwa einen Monat nach der Entbindung. Aber auch Frauen, die nicht stillen, können unter Haarausfall in den ersten Monaten mit Baby leiden. Das eine bedingt hier nicht das andere.

Was kannst du gegen Haarausfall in der Stillzeit tun?

Leider gibt es kein Allheilmittel gegen Haarausfall in der Stillzeit, denn es handelt sich dabei um einen natürlichen Prozess. Dennoch kannst du mit kleinen Tricks dünne Haare voller wirken lassen oder kahle Stellen verdecken:

  • Vermeide Frisuren, die eng gebunden sind, an der Kopfhaut ziehen und so zu Entzündungen der Follikel führen können.
  • Viele Frauen binden sich in der ersten Zeit mit Baby die Haare ohnehin in den bekannten Mum Bun. Eine Kurzhaarfrisur ist hier eine gute Alternative. Sie wirkt nicht nur voluminöser, sondern ist ganz nebenbei auch noch pflegeleicht.
  • Weniger ist jetzt mehr: Verzichte nach Möglichkeit darauf, deine Haare mit einem heißen Föhn, Glätteisen oder Lockenstab zu stylen.
  • Achte auf eine ausgewogene Ernährung. Vor allem reichlich Obst und Gemüse können auch einen positiven Effekt für deine Haarpracht haben. Denn sie enthalten Flavonoide und Antioxidantien, die deine Follikel schützen können.
  • Verwende grobe Kämme und Bürsten. Am besten kämmst oder bürstest du deine Haare in der Stillzeit nur einmal am Tag.
  • Verwende Shampoos mit Biotin und Selen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie das Haar stärken und sogar den Haarwuchs begünstigen können.
  • Idealerweise verzichtest du in der Stillzeit auf Conditioner. In vielen Fällen lassen sie Haare dünner wirken.
  • Um die Durchblutung der Kopfhaut zu unterstützen, empfiehlt sich eine entspannende Kopfmassage.
  • Wenn du aufgrund von Haarausfall mit kahlen Stellen zu kämpfen hast, kannst du zeitweise auch schöne Tücher oder Beanies tragen.

Wie lange dauert Haarausfall in der Stillzeit?

Zum Glück ist der Haarausfall für die meisten Frauen zeitlich begrenzt. Sobald die Haare aus der verlängerten Ruhephase ausgefallen sind, reguliert sich das Wachstum zumeist wieder auf ein Vor-Schwangerschafts-Niveau. Und so endet der Haarausfall für die meisten Frauen spätestens ein Jahr nach der Geburt ihres Babys. Dauert der Haarausfall jedoch länger an, könnte er auch andere Ursachen haben. Konsultiere in diesem Fall am besten einen Dermatologen. Er kann dann abklären, ob es sich um Effluvium (Haarausfall) oder um Alopezie (sichtbare Haarlosigkeit) handelt.

Betroffene von Alopezie finden weitergehende Informationen zu Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bei Haarausfall Selbsthilfe.

Quellen:


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