Postpartum
 
Haarausfall nach der Schwangerschaft: Meist kein Grund zur Sorge

Dein Baby ist da und auf einmal fallen dir die Haare büschelweise aus? Das ist zwar nicht schön, aber auch kein Grund, in Panik auszubrechen. Denn in den meisten Fällen ist Haarausfall nach der Schwangerschaft völlig normal. Wir erklären dir, warum das so ist und wie du deine Kopfhaut mit kleinen Tricks entlasten kannst.

Eine Mama lacht ihren Haarausfall mit ihrem Baby nach der Schwangerschaft weg.
Alena Ozerova / Shutterstock
Auf einen Blick
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  • Nach der Geburt sinkt der Östrogenspiegel stark ab – eine Konsequenz ist Haarausfall (Telogen-Effluvium).
  • Meist beginnt der Haarausfall etwa einen Monat nach der Entbindung.
  • Auch wenn es kein Allheilmittel gegen diesen natürlichen Prozess gibt, können kleine Tricks helfen, den Haarverlust zu kaschieren.
  • In den meisten Fällen reguliert sich der Haarwuchs innerhalb eines Jahres nach der Schwangerschaft von selbst.

Während der Schwangerschaft gerät der Hormonhaushalt der Frauen ganz schön durcheinander. Vor allem der Östrogenspiegel steigt stark an. Dadurch verlangsamt sich der natürliche Prozess des Haarausfalls (jeder Mensch verliert normalerweise täglich zwischen 50 und 100 Haare).

Warum verlieren Frauen nach der Schwangerschaft so viele Haare?

Für viele Schwangere hat der erhöhte Östrogenspiegel also einen positiven Effekt – strahlende Haut, Nägel und nicht zuletzt vollere Haare. Aber dieser Zustand endet für die meisten Frauen kurz nach der Geburt. Ist das Baby erstmal da, sinkt der Östrogenspiegel rapide ab. Eine der Konsequenzen ist Haarausfall: Telogen-Effluvium (TE) – der Verlust von Haaren, die sich in der Ruhephase befinden. Für die meisten Frauen beginnt TE kurz nach der Entbindung. Es kann aber auch ein paar Monate dauern, bis der Haarausfall einsetzt oder er passiert zwar, ist aber weniger auffällig.
 
Behalte hierbei im Hinterkopf, dass du ja eigentlich nicht mehr Haare verlierst als sonst auch. Es fallen nun einfach die Haare aus, die du während der Schwangerschaft sozusagen extra hattest, beziehungsweise die du länger behalten durftest.

Was hilft bei Haarausfall nach der Schwangerschaft?

Und dennoch finden es viele Frauen unangenehm, wenn sie auf einmal büschelweise Haare aus ihrer Bürste fischen. Da dieser Haarausfall aber ein natürlicher Prozess ist, gibt es auch kein Mittel, um ihn gänzlich aufzuhalten.

Die folgenden Tipps und Tricks können zumindest die Kopfhaut entlasten, Haare stärken und Haarausfall kaschieren:

  • Vermeide Frisuren, die sehr eng gebunden sind und an der Kopfhaut ziehen. Sie können nämlich den Haarausfall noch verstärken beziehungsweise eine Entzündung der Follikel verursachen, die wiederum zu Haarausfall führen kann.
  • Verwende ein Volumen-Shampoo, das Protein enthält, das sich um das Haar legen kann und es so voller wirken lässt.
  • Vermeide wenn möglich Conditioner. Die meisten lassen deine Haare dünner aussehen.
  • Auch deine Frisur kann dein Haar voller erscheinen lassen. Kurzhaarfrisuren wirken oft voluminöser und können ganz nebenbei für die erste Zeit als Mama ganz praktisch sein.
  • Verzichte auf übermäßiges Styling: Denn ein heißer Föhn, ein Glätteisen oder ein Lockenstab strapazieren dein Haar zusätzlich.
  • Eine Kopfmassage entspannt und regt die Durchblutung der Kopfhaut an.
  • Nimm weiter deine Vitamine ein, die du auch schon während der Schwangerschaft zu dir genommen hast.
  • Eine gesunde Ernährung schadet zumindest nicht. Es wird angenommen, dass die folgenden Lebensmittel gesundes Haar begünstigen: grünes Gemüse, das Eisen und Vitamin C enthält, Eier (für Vitamin D), Süßkartoffel (für Beta-Carotin) und nicht zuletzt Fisch (Omega-3 und Magnesium).

Bis wann ist Haarausfall nach der Schwangerschaft normal?

Hormonell bedingter Haarausfall nach einer Schwangerschaft tritt für viele Frauen etwa einen Monat nach der Geburt auf und dauert meistens nicht länger als ein Jahr an. Sollte dies bei dir nicht der Fall sein, kann der Haarausfall auch medizinische Ursachen haben. Hier lohnt sich ein Besuch beim Dermatologen, der feststellen kann, ob es sich um verstärkten Haarausfall (Effluvium) oder sichtbare Haarlosigkeit (Alopezie) handelt.

Betroffene von Alopezie finden weitergehende Informationen zu Kliniken, Beratungsstellen und Selbsthilfegruppen bei Haarausfall Selbsthilfe.

In den meisten Fällen ist Haarausfall nach der Schwangerschaft aber vollkommen normal und reguliert sich nach einigen Monaten von selbst wieder.

Quellen: