Ernährung
 
Honig in der Schwangerschaft: Genuss ohne Reue?

Bei Babys und Kleinkindern kann Honig Botulismus auslösen. Deshalb sollte er einem Kind nicht vor dem zweiten Lebensjahr gegeben werden. Kann Honig dem ungeborenen Baby aber schon in der Schwangerschaft schaden? Unser Artikel klärt auf.

Frau tut einen Löffel Honig in ihren Joghurt
iStock, knape
Auf einen Blick
Artikelinhalt
  • Honig kann keinen Säuglingsbotulismus beim ungeborenen Baby auslösen.
  • Er ist keine gesunde Alternative für Haushaltszucker.
  • Schwangere können Honig in Maßen problemlos genießen.
  • Honig ist sehr kalorienhaltig – über 300 kcal auf 100 Gramm.

Honig gilt als gesunde Alternative zu herkömmlichen Haushaltszucker und wird deswegen gerne zum Süßen von Speisen genutzt. Kinder unter zwei Jahren sollen ihn allerdings nicht essen, da er den gefürchteten Säuglingsbotulismus auslösen kann. Mehr zu diesem Thema findest du in unserem Artikel „Honig für mein Baby: gesund oder gefährlich?" Ist er aus diesem Grund vielleicht schon in der Schwangerschaft ungesund oder sogar gefährlich?

Kann Honig schon während der Schwangerschaft Säuglingsbotulismus auslösen?

Nein, das ist absolut unmöglich. Die so genannte Plazentaschranke der Mutter filtert das auslösende Bakterium Clostridium botulinum heraus, so dass es gar nicht erst beim Kind ankommt.

Was, wenn Honig Listerien enthält?

Honig im Glas mit einer Bienenwabe daneben
iStock, Metkalova

Listerien sind Bakterien, die bei Immungeschwächten und Schwangeren Listeriose auslösen können. Die für Erwachsene zwar unangenehme doch ungefährliche Krankheit, die einer Grippe nicht unähnlich ist, kann für das ungeborene Kind sehr gefährlich werden. Unser Artikel „Salami in der Schwangerschaft: Genießen oder lassen?" geht näher auf Listeriose ein.

Auch Honig kann Listerien enthalten, allerdings in so geringem Maße, dass sie für die werdende Mutter und ihr ungeborenes Kind ungefährlich sind. Er darf also auch in der Schwangerschaft genossen werden. Zu viel sollten schwangere Frauen trotzdem nicht essen. Das hat allerdings andere Gründe.

Darf ich in der Schwangerschaft Honig ohne Einschränkungen essen?

Um es mit einem Wort zu sagen: nein! Das liegt aber nicht an Listerien, die in ihm zu finden sein können, sondern an seinem hohen Zuckergehalt. Denn auch Honig besteht zu 80 Prozent aus Zucker und ist damit nicht wirklich besser als gewöhnlicher Haushaltszucker.

Morgens ein Honigbrot zu essen oder einen Löffel mit Honig zum Süßen des Müslis ist also auch während der Schwangerschaft völlig ungefährlich, in größeren Mengen sollten ihn Schwangere jedoch vermeiden.

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Hat Honig in der Schwangerschaft auch Vorteile?

Ja. Denn das Lebensmittel enthält viele Vitamine und andere Mineral- und Nährstoffe. Zudem ist er entzündungshemmend. Leider gibt es ein dickes Aber, denn er ist kein gesunder Ersatz für Haushaltszucker. Die so wichtigen Nährstoffe sind in nur so geringem Maße enthalten, dass die positiven Effekte den hohen Zuckergehalt nicht aufwiegen.

Honig ist also ein leckeres Lebensmittel, welches auch in der Schwangerschaft zu einer ausgewogenen Ernährung gehören darf. Wie bei allem gilt aber auch hier: In Maßen genossen ist er unproblematisch, im Übermaß ungesund.

Ist Honig eine Alternative bei Schwangerschaftsdiabetes?

Nein, Honig ist keine Zuckeralternative bei Schwangerschaftsdiabetes! Auch er erhöht den Blutzuckerspiegel, wenn auch nicht so schnell, wie gewöhnlicher Haushaltszucker.

Schwangerschaftsdiabetes ist eine der häufigsten Komplikationen während der Schwangerschaft. Welche Gefahren für die Schwangere und ihr Kind besteht, erläutert unser Artikel „Schwangerschaftsdiabetes: Wie gefährlich ist er für Mutter und Kind?"

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