Fruchtwasser
 
Ein wunderbarer Swimmingpool fürs Baby

Das Fruchtwasser im ersten Schwangerschaftsdrittel

Von Anfang an braucht es das werdende Leben schön feucht. In den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft ist der gerade mal fingerhutgroße Fruchtwasser-Swimmingpool ein Raumwunder für den heranwachsenden Embryo. Er hat darin so viel Platz, dass er mindestens zweimal hineinpassen würde. So kann sich der zarte, überaus druckempfindliche Keim unbedrängt entwickeln.

Der Embryo: Wie ein Fisch im Fruchtwasser

Das Fruchtwasser ist eine Art zweiter Kreislauf

Im Fruchtwasser kann der Embryo auch seine Ärmchen und Beine mühelos bewegen. Wenn die Gliedmaßen aus dem Körper knospen, sind sie nur wenige Millimeter lang. Die Hände sehen aus wie kleine Flossen, die Finger sind noch nicht aufgefächert. Mit ihnen paddelt der Embryo im warmen Fruchtwasser. Die Bewegung und der sanfte Widerstand der Flüssigkeit regen die Ärmchen zum Weiterwachsen an.

In den ersten zwölf Wochen ist die Haut des Embryos keine abgrenzende Hülle. Das Fruchtwasser ist deshalb so etwas wie ein zweiter Kreislauf, ein Flüssigkeitstank für die sich rasant vermehrenden Zellen. Es nimmt auch "Abfallstoffe" auf und entsorgt sie, denn noch arbeiten Leber und Nieren nicht.

Ein kleines, hüpfendes Pünktchen

Meist in der sechsten oder siebten Schwangerschaftswoche sieht die werdende Mutter ihr Baby zum ersten Mal. Auf dem Ultraschallschirm beim Frauenarzt ist ein kleiner, kreisrunder dunkler Fleck zu sehen. Darin flirrt ein grauer Schatten. Mit viel Konzentration lässt sich sogar schon ein kleines, gekrümmtes Etwas erkennen. Ein kleiner Punkt hüpft aufgeregt - das Herz.

Die ganze Schwangerschaft hindurch wird der Arzt nun häufig im Ultraschall das Wachstum des Kindes beobachten. Immer auch mit Blick auf den Fruchtwasser-Pool, denn er sagt viel über die gesunde Entwicklung des Babys aus (siehe Punkt 4)