Gesundheit in der Schwangerschaft
 
Schwanger? So schützt Du Dich vor dem Hantavirus

Infekte mit dem Hantavirus sind bei uns eher selten. Aber: Im ersten Halbjahr 2017 waren es in Deutschland schon rund zehnmal so viele wie im ganzen Jahr 2016. Die gute Nachricht: Dem ungeborenen Baby schadet es nicht direkt. Trotzdem sollten Schwangere sich vor dem Virus schützen. Zum Glück geht das ziemlich einfach.

Gesundheit in der Schwangerschaft:   Schwanger? So schützt Du Dich vor dem Hantavirus
iStock, Martin Fredy
Inhalt: 
Welche Symptome hat man bei einer Hanta-Infektion?Ist das Hantavirus für Schwangere besonders gefährlich?Wo kommen Hantaviren in Deutschland vor? Wie kann ich mich vor dem Virus schützen?

Du bekommst ein Baby, und Deine Eltern haben die Babysachen aus Deiner Kindheit all die Jahre auf dem Speicher aufbewahrt? Was für eine süße Idee! Bevor Du die Sachen aber selbst vom Speicher holst, solltest Du vorher mit Deinen Eltern klären, ob es Mäuse auf dem Dachboden gibt. Denn Mäuse, vor allem die weit verbreitete Rötelmaus, sind die Überträger des Hantavirus. Hier die wichtigsten Fragen und Antworten für Schwangere.

Welche Symptome hat man bei einer Hanta-Infektion?

Das ist unterschiedlich. Die Infektion kann sehr leicht oder sogar ganz ohne Symptome verlaufen. Meist aber sieht sie zuerst wie eine Grippe aus, mit schwerem Krankheitsgefühl, hohem Fieber, Husten sowie Kopf-, Bauch- und Gliederschmerzen. Nach einigen Tagen geht die Krankheit in die zweite, gefährlichere Phase. Der Blutdruck fällt deutlich ab und die Funktion der Nieren ist gestört bis hin zu einem Nierenversagen. Fast immer werden die Betroffenen wieder ganz gesund, aber in seltenen Fällten gibt es auch Todesfälle.

Ist das Hantavirus für Schwangere besonders gefährlich?

Ja, weil eine Infektion mit dem hohen Fieber die Gefahr von vorzeitigen Wehen und einer Frühgeburt erhöht. Eine direkte Gefahr für das Ungeborene (wie etwa bei Röteln oder Toxoplasmose) besteht aber nicht.

Wo kommen Hantaviren in Deutschland vor?

Hantavirus-Erkrankungen kommen in Deutschland nicht überall gleich häufig vor. Zu den Gebieten, in denen ein erhöhtes Risiko besteht, gehören laut Robert-Koch-Institut: die Schwäbische Alb, der Raum Osnabrück, Unterfranken, der Odenwald, Oberschwaben, die Fränkische Alb, der Bayerische Wald, Osthessen und West-Thüringen. Die Häufigkeit ist von Jahr zu Jahr verschieden.

Ist das Risiko im Laufe des Jahres unterschiedlich?

Hantavirus-Infektionen kommen das ganze Jahr über vor. Besonders hoch ist die Infektionsgefahr allerdings von Mai bis September.  

Wie kann ich mich vor dem Virus schützen?

Eine Impfung gibt es nicht. Aber: "Frauen mit Kinderwunsch oder in der Schwangerschaft sollten die typischen Infektionswege vermeiden", so Dr. med. Christian Albring, Präsident des Berufsverbandes der Frauenärzte. "Das ist nicht schwer. Das Virus befällt normalerweise Mäuse und andere kleine Nagetiere. Es überlebt über lange Zeit im Mäusekot und Staub, der mit dem Urin der Mäuse verunreinigt ist. Die typischen Orte, um sich zu infizieren, sind trockene Dachböden, Keller, Scheunen, Gartenschuppen und Ställe, in denen Mäuse leben und ihre Nester bauen. Beim Einatmen des Staubs nimmt man das Virus durch die Atemwege auf."

Und wenn ich zuhause eine Maus entdecke?

In solchen Fällen empfiehlt das Robert-Koch-Institut Folgendes:

  • Mäuse konsequent mit Schnappfallen fangen.
  • Tote Mäuse in eine Plastiktüte stecken, die verschließen und mit dem Hausmüll entsorgen.
  • Verschmutze Flächen (Böden, Arbeitsflächen und andere Oberflächen) sorgfältig mit Haushaltsreiniger reinigen. 
  • Dabei Gummihandschuhe und bei Staubentwicklung möglichst einen eng anliegenden Mundnasenschutz tragen. Empfohlen wird eine Atemschutzmaske (FFP3-Maske). 
  • Vor Beginn der Reinigung von Räumen mit Mausbefall gut durchlüften, indem man alle Fenster und Türen für mindestens 30 Minuten öffnet.
  • Möglichst keinen Staubsauger benutzen oder auf andere Weise Staub aufwirbeln.
  • Wenn man tote Mäuse, belegte Fallen und Mäusekot zuerst gründlich mit einem normalen Reinigungsmittel besprüht, wird weniger virusbeladener Staub aufgewirbelt. 
  • Abschließend die Hände gründlich mit Wasser und Seife waschen. 

 Hier findest Du noch mehr Infos zum Hantavirus und wie man sich davor schützt.