Ernährung in der Schwangerschaft
 
Kaffee in der Schwangerschaft: Wie viel ist okay?

Kann Kaffee meinem Baby schaden? Wie viele Tassen sind in der Schwangerschaft und Stillzeit ok? Was ist mit Energiydrinks? Hier beantworten wir alle deine Fragen rund ums Thema Kaffee in der Schwangerschaft und geben Tipps, wie du trotzdem nicht auf den Energie-Kick am Morgen verzichten musst.

Junge Frau trinkt Kaffee am Fenster
iStock, Jasmina007
Auf einen Blick
Artikelinhalt
  • Schwangere sollten nicht mehr als 200 Milligramm (mg) Koffein am Tag zu sich nehmen.
  • Zwei bis drei Tassen Kaffee (150 ml) oder vier Tassen schwarzer oder grüner Tee sind erlaubt und schaden dem ungeborenen Baby nicht.
  • Erhöhter Koffeinkonsum (ab 300 mg) steht im Verdacht, das Geburtsgewicht des Babys zu verringern und das Fehlgeburtsrisiko zu erhöhen.
  • Smoothies, Pfefferminztee und zum Beispiel sanften Wechselduschen geben einen gesunden und koffeinfreien Energie-Kick.

Darf ich in der Schwangerschaft Kaffee trinken?

Ein Alltag ohne Kaffee? Für viele Menschen nur schwer vorstellbar. Aber jetzt bist du schwanger und fragst dich, ob du deinem Baby zuliebe komplett auf den Wachmacher verzichten musst? Da können wir erstmal Entwarnung geben: Kaffeetrinken in der Schwangerschaft ist nicht verboten. Wichtig für dich als Schwangere ist nur, darauf zu achten, dass du nicht zu viel Koffein zu dir nimmst. Eine erhöhte Menge Koffein am Tag kann deine Schwangerschaft und das Wachstum deines Baby beeinflussen. Als unbedenklich für dich und dein ungeborenes Kind gelten, laut der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit EFSA, 200 Milligramm Koffein am Tag. Das entspricht in etwa zwei bis drei Tassen Kaffee (150 ml) oder auch vier Tassen schwarzem oder grünem Tee.

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Ist Kaffee in der Schwangerschaft schädlich für mein Baby?

Wenn du als Schwangere regelmäßig mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag trinkst, könnte das dein Baby belasten. Sein But nimmt nämlich genauso viel Koffein auf wie deines, das Ungeborene kann dies aber viel langsamer abbauen. Wichtige Enzyme (Cytochrome), die für den Abbau von Koffein zuständig sind, fehlen deinem Baby noch bzw. sind noch nicht ausreichend vorhanden. Einige Studien legen den Verdacht nahe, dass Schwangere, die regelmäßig viel Kaffee in der Schwangerschaft getrunken haben, häufiger Kinder mit geringem Geburtsgewicht zur Welt bringen. Bedenklicher ist aber noch, dass sich die Risiken für eine Fehlgeburt ab einer Zufuhr von mehr als 300 Milligramm Koffein am Tag, laut einer dänischen Metaanalyse von 2017, erhöhen. Die Metaanalyse entstand in Zusammenarbeit mehrerer Institute der Universität Aarhus und einigen Krankenhäusern . Du solltest daher darauf verzichten, mehr als zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag zu trinken. Wichtig für dich zu wissen ist, dass Koffein, genau wie bei dir, auch die Eisenaufnahme deines ungeborenen Babys hemmt, den Herzschlag beschleunigt und die Blutgefäße verengt. Übrigens: Nachdem du eine Tasse Kaffee getrunken hast, dauert es ungefähr eine Stunde, bis das Koffein im Blutkreislauf deines Kindes angekommen ist.

Welches Getränk enthält wie viel Koffein?

Durchschnittliche Koffeingehalte von Getränken
(nach EFSA 2015)
 
200 ml Filterkaffee ca. 90 mg
60 ml Espresso ca. 80 mg
200 ml schwarzer Tee ca. 45 mg
200 ml grüner Tee ca. 30 mg
250 ml Cola-Getränke 25 mg/330 ml (Dose ca. 35 mg)
250 ml Energydrink (1 Dose) ca 80 mg
200 ml Kakao-Getränk ca. 8 bis 35 mg

Immer die gesamte Tagesmenge an Koffein im Blick behalten!

Zwei Tassen Kaffee am Morgen, mittags eine große Cola und nachmittags noch ein schwarzer Tee? Wer mit Hilfe der Tabelle oben die Koffeinwerte für den ganzen Tag addiert, stellt leicht fest: Das ist zu viel, zumindest, wenn du öfter diese Koffeinmengen zu dir nimmst.
Auf Energydrinks solltest du jetzt ganz verzichten. Der Grund: Sie enthalten viel Koffein, meist zusammen mit den Stoffen Taurin, Inosit und Glucuronolacton, oft in hohen Konzentrationen. Alle Erfrischungsgetränke mit einem Koffeingehalt von mehr als 150 mg pro Liter, zum Beispiel auch Energydrinks, müssen die Hinweispflichten der EU-Lebensmittelinformationsverordnung erfüllen und den Warnhinweis „Erhöhter Koffeingehalt. Für Kinder und schwangere oder stillende Frauen nicht empfohlen" tragen, gefolgt vom tatsächlichen Gehalt an Koffein pro 100 ml.
Auch in dunkler Schokolade kann sich übrigens ganz schön Koffein verstecken, nämlich 80 mg in einer 100-Gramm-Tafel.

Welche Muntermacher kann ich statt Kaffee trinken?

Schwangere trinkt ein Glas Orangensaft
iStock, Dejan_Dundjerski

Zugegeben, die Wirkung von Koffein ist nicht so leicht zu ersetzen. Aber vielleicht bringen dich auch diese Rituale am Morgen in Schwung:

  • Ein Becher durftender Pfefferminztee, am besten auf frischen Blättern zubreitet
  • Selbstgemachte Säfte und Smoothies.
  • Früchte und Gemüsesorten mit hohem Vitamin C Gehalt, wie Orangen, Paprika, Sanddorn und Kiwis
  • Ein Spaziergang an der frischen Luft. Noch dazu wirkt er auch für dein Baby wie eine Sauerstoffdusche!
  • Ein Lieblingslied zum Abtanzen auf die Kopfhörer und einfach in der Wohnung herumtanzen
  • Eine Runde Yoga
  • Besonders bei niedrigem Blutdruck: sanfte Wechselduschen für die Beine, mit kühlem Wasser aufhören!

Kann ich Kaffee in der Stillzeit trinken?

Mutter stillt Baby in Cafe
iStock, lolostock

Auch wenn dein Baby schon geboren ist, ist es wichtig, dass du auf deinen Koffeinkonsum achtest. Wenn du stillst, sind, genau wie in der Schwangerschaft, zwei bis drei Tassen Kaffee am Tag erlaubt. Du solltest aber beachten, dass Koffein in die Muttermilch übergeht und für Unruhe, Schlafstörungen und Bauchweh bei deinem Kind sorgen kann. Zudem braucht ein Neugeborenes bis zu drei Tage, um das aufgenommene Koffein wieder abzubauen. Eine ziemlich lange Zeit, die auch für dich unnötig anstrengend werden kann.
 
Tipp: Am besten trinkst du deinen Kaffee direkt nach dem Stillen, dann ist die Wirkung bis zum nächsten Mal Stillen auf jeden Fall geringer. So musst du nicht auf deinen täglichen Kaffe verzichten und dein Kind bekommt von den Wirkungen weniger mit. Wenn für dich aber kein anderes Getränk außer Kaffee in Frage kommt, kannst du deine Vorliebe auch auf entkoffeinierten Kaffee umstellen.