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Indische Brücke So dreht sich dein Baby richtig

Indische Brücke
© OMP.stock / shutterstock
Die meisten Babys drehen sich vor der Geburt rechtzeitig mit dem Kopf nach unten. Sollte dein Baby das nicht machen, kann die Indische Brücke ihm dabei helfen. Wir erklären dir, wie es geht.

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Bis zur 34. Schwangerschaftswoche ist es meistens passiert: Das Baby hat sich im Mutterbauch in die sogenannte Schädellage, also mit dem Kopf nach unten, gedreht. Das ist die optimale Startposition für die Geburt. Es gibt jedoch Babys, die in der Beckenendlage bleiben. Dies passiert in etwa 5 Prozent aller Schwangerschaften. Die Indische Brücke ist eine sanfte Yoga-Übung, mit deren Hilfe du dein Baby zur Drehung motivieren kannst, falls es noch mit dem Köpfchen nach oben sitzt. 

Babyentwicklung: Ab wann drehen sich Babys?

Was genau ist die Indische Brücke?

Die Indische Brücke ist eine Übung aus dem Hatha-Yoga, für die du aber keine Yoga-Erfahrung benötigst oder besonders gelenkig sein musst. Du liegst lediglich auf dem Rücken und lagerst Bauch und Becken nach oben, während die Schultern und Füße in den Boden gedrückt werden. Hier eine kleine Schritt-für-Schritt-Anleitung:

Die Indische Brücke: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Lege dich mit dem Rücken auf eine Yogamatte oder einen festen Untergrund.
  • Stelle deine Füße hüftbreit auf.
  • Lege die Arme locker und mit den Handflächen nach unten neben deinen Körper.
  • Atme entspannt ein und aus.
  • Hebe beim nächsten Ausatmen dein Becken an.
  • Halte diese Position so lange, wie sie angenehm für dich ist und atme ruhig weiter.
  • Dann senke das Becken wieder langsam ab.
  • Drehe dich langsam auf die Seite, bevor du schwungvoll aufstehst.

Kleiner Tipp: Sollte dir die Haltung mit der Hüfte nach oben zu anstrengend sein, kannst du dir als Unterstützung auch ein Kissen unter den Po und die Hüfte legen. Es gibt auch Empfehlungen, die Beine auf einem Stuhl, dem Bett oder dem Sofa auszustrecken.

Indische Brücke: Das ist dabei noch zu beachten

  • Mögliche Nebenwirkung: Die vergrösserte Gebärmutter kann bei Ausführung der Indischen Brücke eventuell auf die hintere Hohlvene im Rücken drücken, was Schwindel oder Übelkeit bewirken kann – bis hin zur Ohnmacht. Daher ist es empfehlenswert, die Übung unter Aufsicht (beispielsweise des Partners) durchzuführen. 
  • Achtung: Wenn dir während der Übung schwindelig oder schlecht wird oder du Schmerzen im Rücken bekommst, breche die Übung sofort ab.
  • Wenn du unsicher bist, ob und wie du die Indische Brücke durchführen sollst, befrage vorher deinen Arzt oder deine Ärztin oder deine Hebamme. Sie können dich auch über mögliche Nebenwirkungen informieren.
  • Die Übung sollte idealerweise 10 bis 15 Minuten durchgeführt werden.
  • Sollte sich dein Baby nicht gedreht haben, kannst du sie nach einigen Tagen wiederholen.
  • Hat sich dein Baby gedreht, führe die Übung nicht weiter aus.
  • Wenn du dir nicht sicher bist, ob sich dein Baby gedreht hat, lasse dies von einem Arzt oder einer Hebamme überprüfen.

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Wie wirkt die Indische Brücke?

Durch die Haltung in der Indischen Brücke soll das Gesäß des Babys aus dem Becken der Mutter rutschen und das Kind damit eine bessere Ausgangslage für eine Drehung bekommen. Hinzu kommt, dass diese Position für das Baby nicht besonders gemütlich ist, so dass sie eine Motivation sein kann, dass das Ungeborene sich in eine andere Haltung begibt. Das schwungvolle Aufstehen am Ende ist wichtig, da es hier dem Kind noch einmal leichter gemacht wird, eine Art Purzelbaum im Bauch zu schlagen und sich in die Schädellage zu drehen.  

Wie erfolgreich ist die Indische Brücke wirklich?

Die Indische Brücke garantiert das Drehen des Ungeborenen nicht. Trotzdem ist die Erfolgsquote recht hoch. Es gibt Quellen, die besagen, dass sich ungefähr 60 Prozent aller Babys mithilfe einer richtig ausgeführten Indischen Brücke in die richtige Position begeben. Sie ist also einen Versuch wert.

Was könnte die Drehung des Kindes trotz Indischer Brücke verhindern?

Sollte die Wendung durch die Indische Brücke nicht klappen, kann das eventuell an schwangerschaftsspezifischen Besonderheiten wie beispielsweise einer Vorderwand-Plazenta oder einer kurzen Nabelschnur liegen. Als möglicher Grund kommt auch ein verengtes Becken oder die Größe des Kindes in Betracht.

Welche Möglichkeiten gibt es noch für eine Drehung des Babys?

Es gibt noch eine Reihe anderer Möglichkeiten, wenn dein Kind sich durch die Indische Brücke nicht zum Wenden motivieren lässt:

  • Moxibustion: Hierbei wird ein Akupunkturpunkt an den kleinen Zehen beider Füße mithilfe einer angezündeten Beifußzigarre stimuliert. Auch dabei wird das Becken der Frau meist hochgelagert.
  • Licht: Das Baby kann mithilfe einer Lichtquelle (beispielsweise einer Taschenlampe) nach oben gelockt werden.
  • Geräusche: Das Ungeborene wird animiert, einem bestimmten Klang mit dem Köpfchen nach oben zu folgen.
  • Äußere Wendung: Ein Arzt oder eine Ärztin versucht, das Baby mit speziellen Griffen von außen, das Baby im Bauch der Mutter zu drehen.
ELTERN

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