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Kindslage erkennen Was die Position deines Babys bedeutet und wie du sie ertasten kannst

Kindslage erkennen: Schwangere befühlt ihren Bauch mit den Händen
© Yakobchuk Olena / Adobe Stock
Welche Positionen dein Baby in deinem Bauch einnehmen kann, was diese für die Geburt bedeuten und wie du die Kindslage selbst erkennen kannst, erfährst du hier.

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Zu Beginn der Schwangerschaft kann sich dein Baby noch sehr frei in deiner Gebärmutter bewegen – es hat ausreichend Platz, um seine Position immer wieder zu verändern. Je weiter die Schwangerschaft voranschreitet, desto enger wird es in deinem Bauch und die Positionsänderungen nehmen ab. Die meisten Babys nehmen daher bis zur 34. Schwangerschaftswoche ihre endgültige Lage ein. Aber welche verschiedenen Positionen gibt es eigentlich und was bedeuten sie im Einzelnen für die Geburt?

Was ist die Kindslage?

Die Kindslage beschreibt, wie sich der Fötus im Mutterleib positioniert hat. Also, wie dein Baby in deinem Bauch liegt. Bestimmt wird diese Position mit vier unterschiedlichen Begriffen: Lage, Stellung, Haltung und Einstellung des Kindes.

  • Die Lage (Situs) beschreibt die Beziehung der Längsachse des Babys zur Längsachse der Mutter. Die Poleinstellung der Lage beschreibt dabei die Art des vorangehenden Teils des Kindes.
  • Die Stellung (Positio) drückt aus, auf welcher Seite der Rücken des Kindes liegt.
  • Die Haltung (Habitus) gibt an, wie sich Kopf, Arme und Beine des Babys bei der Geburt verhalten.
  • Die Einstellung (Praesentatio) beschreibt die Beziehung des vorangehenden Teils des Kindes zum Geburtsweg.

Alle diese Faktoren sind für die Hebammen und Ärzt:innen wichtig, da unterschiedliche Ausprägungen die Geburtsmechanik und damit den Ablauf der Geburt verändern. Die Kindslage wird daher während Schwangerschaft und Geburt kontrolliert.

Welche Lageformen gibt es und was bedeuten sie für die Geburt?

Die endgültige Kindslage wird mit dem Näherrücken der Geburt immer wichtiger. Denn wie dein Baby in deinem Bauch liegt, kann unter Umständen darüber entscheiden, ob ein Kaiserschnitt nötig ist. Die Lage – also das Verhältnis zwischen der Längsachse deines Babys und deiner Längsachse – spielt dabei die entscheidende Rolle. Querlagen machen eine vaginale Geburt unmöglich, sind aber zum Glück auch recht selten.

Wichtig ist außerdem die sogenannte Poleinstellung: Der Pol beschreibt den Teil deines Babys, der zuerst auf die Welt kommt. Als regelrecht gilt die Schädellage – hier geht der Kopf voraus und zeigt in Richtung deines Beckens. Etwa sechs Prozent aller Babys liegen aber mit dem Po unten und befinden sich in der sogenannten Beckenendlage oder Steißlage.

Wir haben für dich zusammengefasst, was die einzelnen Lagen konkret bedeuten:

  • Die Schädellage
    Etwa 94 Prozent der Föten drehen sich rechtzeitig zur Geburt in die ideale Ausgangslage: Ihre Körperachse ist parallel zur Körperachse der Mutter ausgerichtet und ihr Kopf zeigt nach unten. Das Köpfchen tritt dann vor der Geburt in das Becken der Mutter ein. Diese Längslage wird als Schädellage oder Kopflage bezeichnet und gilt als optimale Voraussetzung bei einer Geburt.
    Ist das Gesicht deines Babys während der Geburt in Richtung deiner Wirbelsäule gerichtet, spricht man von einer vorderen Hinterhauptslage – der Hinterkopf schiebt sich hier zuerst auf die Welt. Dieser Umstand gilt als ideal. Doch etwa ein Prozent der Babys, die in Schädellage liegen, blicken mit dem Gesicht nach oben und kommen in der hinteren Hinterhauptslage zur Welt. Was ihnen den Beinamen "Sternengucker" eingebracht hat.
  • Die Beckenendlage (Steißlage)
    Auch die Beckenend- oder Steißlage gilt als Längslage, allerdings ist sie anders als die Schädellage eine sogenannte Lageanomalie. Denn hier geht der Po des Kindes zuerst durch den Geburtskanal und das Köpfchen liegt oben – was zu Komplikationen führen kann, aber nicht muss. Grundsätzlich ausgeschlossen ist eine vaginale Geburt aus der Steißlage also nicht. Ob in deinem Fall ein Kaiserschnitt angeraten wäre, werden deine Hebamme oder dein Frauenarzt beziehungsweise deine Frauenärztin im Fall der Fälle mit dir besprechen.
  • Die Schräglage
    In der Schräglage liegt dein Baby nicht parallel zu deiner Wirbelsäule, sondern – wie die Bezeichnung schon vermuten lässt – schräg in deinem Bauch. Der Kopf oder der Steiß zeigen hier seitlich am Geburtskanal vorbei. Diese Lage wird auch als "unsichere Kindslage" bezeichnet, da sich die meisten Babys in Schräglage vor der Geburt entweder noch in eine Längs- oder Querlage drehen.
  • Die Querlage
    Der Problemfall unter den Kindslagen ist die Querlage. Hier liegt dein Baby waagerecht in deinem Bauch – eure Längsachsen stehen im 90-Grad-Winkel zueinander. Aus dieser Lage heraus ist eine vaginale Entbindung nicht möglich und wenn dein Baby bis zuletzt in der Querlage bleibt, ist ein Kaiserschnitt erforderlich. Diese Lageanomalie kommt allerdings selten vor: In der 40. Schwangerschaftswoche befinden sich weniger als ein Prozent aller Babys in dieser Position.

Wie wird die Kindslage überprüft?

Wie dein Baby liegt, lässt sich für das geübte Auge deines Arztes oder deiner Ärztin im Ultraschall schnell erkennen. Es gibt aber auch Möglichkeiten, die Kindslage ohne die Hilfe eines Ultraschalles festzustellen: Mit den sogenannten Leopold-Handgriffen können Hebammen oder Gynäkolog:innen durch deinen Bauch ertasten, in welcher Position sich dein Baby befindet und auch, ob das Köpfchen schon ins Becken eingetreten ist.

Festgehalten wird die Lage deines Babys im Gravidogramm deines Mutterpasses: Auf der siebten Seite findest du die Spalte zur Kindslage. Aus Platzgründen werden hier nur Abkürzungen eingetragen:

  • SL für Schädellage
  • BEL für Beckenendlage
  • SchL für Schräglage
  • QL für Querlage

Kann man die Kindslage selbst erkennen?

Theoretisch kannst du mithilfe der Leopold-Handgriffe zu Hause selbst ertasten, in welcher Lage sich dein Baby befindet. Lass dir die Technik von deiner Hebamme zeigen oder mache deine ersten Versuche in ihrem Beisein – so gehst du sicher, dass du nicht zu kräftig in die Bauchdecke drückst und die Handgriffe korrekt anwendest.

Und so lässt sich die Kindslage erkennen:

  • Erster Handgriff nach Leopold:
    Mit dem ersten Leopold-Handgriff kannst du spüren, welcher Teil deines Babys oben liegt – also die Poleinstellung herausfinden. Dazu tastest du mit den Fingerspitzen deiner flachen Hand zunächst nach dem Fundusstand, also dem höchsten Punkt deiner Gebärmutter. Dann versuchst du, den sich dort befindenden Teil deines Babys zu erfühlen. Liegt der Kopf oben, fühlst du einen großen, gleichmäßigen und harten Teil deines Babys. Ist es der Popo, den du dort spürst, wird es sich eher uneben und weich anfühlen. Außerdem kannst du so herausfinden, ob sich dein Baby in Längs-, Schräg- oder Querlage befindet.
  • Dritter Handgriff nach Leopold:
    Auch mit dem dritten Leopold-Handgriff kannst du herausfinden, in welcher Lage sich dein Baby befindet. Hier wird nicht der oben liegende, sondern der unten liegende Teil ertastet. Dazu drückst du mit Daumen und Zeigefinger vorsichtig oberhalb deines Schambeines in deinen Bauch und versuchst, dein Baby zu erfassen. Nun kannst du diesen Teil ganz sanft zwischen deinen Fingern hin und her schwingen lassen. Der Kopf bewegt sich zwischen deinen Fingern, während der Steiß kaum beweglich ist. Fühlst du oberhalb deiner Symphyse keinen Kindsteil, lässt das auf eine Quer- oder Schräglage schließen.

Aber auch auf andere Arten kannst du die Kindslage möglicherweise erkennen:

Spürst du die Tritte deines Babys unter den Rippen, liegt es vermutlich in Schädellage. Fühlst du hingegen immer wieder ein Treten gegen deine Blase, befindet es sich wohl noch in Beckenendlage. Eine Quer- oder Schräglage ist bei weiter vorangeschrittener Schwangerschaft zudem auch häufig von außen sichtbar: Kopf und Steiß deines Babys können sich hier seitlich durch deine Bauchdecke drücken und häufig ist die Querlage auch unangenehm.

Wie kann man die Änderung der Position anregen?

Wenn sich dein Baby nach der 34. Schwangerschaftswoche noch immer in Beckenendlage befindet oder eine andere Lageanomalie eingenommen hat, kannst du mit verschiedenen Maßnahmen versuchen, es doch noch in die Längs- und Schädellage zu drehen. Bekannte Methoden sind die indische Brücke, Moxibustion (auch Moxen genannt) oder Lichtimpulse. Besprich am besten gemeinsam mit deiner Hebamme, welche Möglichkeiten du hast.

Als letzte Option gilt zudem die äußere Wendung: Hier versuchen dein Arzt oder deine Ärztin, dein Baby ab der 37. Schwangerschaftswoche von außen durch deine Bauchdecke in die Schädellage zu bewegen. Da durch die Manipulation Wehen ausgelöst werden können, wird die äußere Wendung ausschließlich im Krankenhaus durchgeführt – also auf keinen Fall zu Hause selbst ausprobieren!

Quellen: 

  • Stiefel, Andrea et al. (Hrsg.): Hebammenkunde: Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf, 5. Auflage, Hippokrates Verlag, Stuttgart 2013.
ELTERN

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