Schwangerschaft
 
Das hilft bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft

Wenn in der Schwangerschaft der Kopf brummt, kann das verschiedene Ursachen haben: Flüssigkeitsmangel, Hormonumstellung oder auch Stress. Wir erklären dir, wie du die Beschwerden ohne Medikamente lindern kannst und wann du besser zu einem Arzt gehst.

Frau mit Kopfschmerzen
iStock, dragana991
Inhalt: 
Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?Welche Ursachen haben Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?Welche natürlichen Methoden oder Hausmittel helfen bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?Wann sollte ich mit Kopfschmerzen lieber zu einem Arzt gehen?Starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: bitte zum Arzt gehen!Welche Medikamente kann ich bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft einnehmen?

Als wäre die Übelkeit nicht schon genug, leiden viele Schwangere besonders im 1. Trimester unter regelmäßigen Kopfschmerzen. Das Hämmern im Kopf lässt sich meistens mit ganz natürlichen Methoden bekämpfen. Tabletten sind selten nötig. Und noch eine gute Nachricht: Sind die ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft überstanden, werden häufig auch die Kopfschmerzen weniger.

Welche Arten von Kopfschmerzen gibt es?

Ziehend, pochend, hämmernd, pulsierend – Kopfschmerz ist nicht gleich Kopfschmerz. Tatsächlich gibt es über 200 verschiedene Kopfschmerzarten. Wir stellen euch hier die drei häufigsten während der Schwangerschaft vor:

  • Leichte Schmerzen: Kopfschmerzen gehören zwar nicht zu den typischen Schwangerschaftsanzeichen , sind aber ganz besonders im ersten Trimester nicht selten. Grund dafür ist häufig die Hormonumstellung deines Körpers. Aber auch Stress, der Verzicht auf Koffein, Flüssigkeitsmangel oder ein niedriger Blutdruck können Kopfschmerzen verursachen. Ein wenig Ruhe, viel Flüssigkeit und Bewegung an der frischen Luft helfen oft schon, die Schmerzen wieder loszuwerden.
  • Spannungskopfschmerz ist die häufigste Kopfschmerzart unter Erwachsenen. Etwa jeder zweite leidet mindestens einmal im Jahr an den dumpfen Schmerzen, die sich oft vom Nacken her über den Kopf ausbreiten. Betroffene haben häufig das Gefühl, einen engen Hut zu tragen oder irgendwie eingeengt zu sein. Dass du unter Spannungskopfschmerzen leidest, erkennst du vor allem daran, dass die Kopfschmerzen im Gegensatz zur Migräne beidseitig sind und durch normale Alltagsaktivitäten nicht stärker werden. Häufig verbessern sich die Beschwerden sogar durch Spaziergänge an der frischen Luft. Die Schmerzattacken können wenige Stunden oder auch mehrere Tage anhalten.
  • Deutlich stärker als normale Kopfschmerzen ist eine Migräne. Pulsierende Schmerzen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit und sogar Erbrechen gehören zu den typischen Symptomen. Bei etwa 15 bis 25% aller Betroffenen kündigt sich die Migräne durch eine Aura an. Das ist eine neurologische Störung, die sich vor allem in Sehbeschwerden äußert. Migränepatienten mit Aura haben, bevor die Kopfschmerzen einsetzen, plötzlich ein eingeschränktes Sichtfeld, sehen Blitzlichter oder grell pulsierende Zickzacklinien. Wenn du vor deiner Schwangerschaft unter Migräne gelitten hast, hast du jetzt vielleicht Glück, denn bei einem Großteil der Schwangeren bleiben die Attacken weg oder fallen zumindest deutlich schwächer aus.
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Welche Ursachen haben Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?

Mit Babykugel von Kopfschmerzen geplagt zu sein, ist besonders unangenehm. Schließlich sind die meisten Medikamente für Schwangere tabu. Dazu dann vielleicht auch noch die Sorge, ob mit dem Baby alles in Ordnung ist. Zunächst einmal: Deinem Kind geht es bestimmt gut. In den allermeisten Fällen hat ein Brummschädel harmlose Ursachen, die nicht unbedingt Einfluss auf die Gesundheit deines Babys haben. Dazu zählen zum Beispiel:
 
•    Hormonumstellung des Körpers während der Schwangerschaft
•    Stress, Aufregung oder Überanstrengung
•    Flüssigkeitsmangel
•    Bewegungsmangel
•    Verspannungen im Nacken- und Schulterbereich
•    Ernährungsumstellung
•    plötzlicher Verzicht auf Koffein während der Schwangerschaft
•    Niedriger Blutdruck
•    Bluthochdruck
•    Eisenmangel
 
Tipp: Um der Ursache von regelmäßigen Kopfschmerzen auf den Grund zu gehen, hilft es, ein Schmerztagebuch zu führen. Darin schreibst du am besten auf, wie dein Tag verlaufen ist. Zum Beispiel, ob du gearbeitet hast, was und wann du gegessen und getrunken hast und ob es besondere Belastungen gab. Zusätzlich notierst du, ob du Kopfschmerzen hattest und wie stark die Schmerzen auf einer Skala von 1 bis 10 waren. Vielleicht kannst du selber nach einer gewissen Zeit schon feststellen, wann die Kopfschmerzen gehäuft auftreten. Oder aber du nimmst deine Aufzeichnungen mit zu deinem Arzt.
 

Welche natürlichen Methoden oder Hausmittel helfen bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft?

Frau trinkt Wasser
iStock, laflor

Du möchtest den Brummschädel loswerden, ohne gleich zum Schmerzmittel zu greifen? Dann probiere doch Folgendes:

  • Ausreichend trinken und essen: Kopfschmerzen werden oft durch Flüssigkeitsmangel oder einen niedrigen Blutzuckerspiegel verursacht. Trinke deshalb bei den ersten Anzeichen von Kopfschmerzen erst einmal ein großes Glas Wasser und nimm einen kleinen Snack zu dir. Grundsätzlich gilt für Schwangere: gerne 2 bis 3 Liter täglich trinken. Ernähre dich möglichst gesund mit Lebensmitteln, die viel Eisen und Ballaststoffe enthalten. So haben mögliche Mangelerscheinungen, die häufig zu Kopfschmerzen führen, erst gar keine Chance.
  • Frische Luft und Bewegung: Fenster aufmachen oder besser noch eine Runde durchs Viertel drehen. Die Extra-Portion Sauerstoff tut dir und deinem Baby gut und vertreibt Kopfweh.
  • Schlafen und Pausen: Die letzten Nächte waren kurz? Das kann besonders in der Schwangerschaft zum Hämmern im Kopf führen. Versuche viel zu schlafen und dir ausreichend Pausen zu gönnen – auch im Job. Schon ein 5-Minuten-Nickerchen kann Wunder bewirken.
  • Stress und Anspannung vermeiden: Leichter gesagt als getan, besonders wenn du schon ein größeres Kind hast. Versuche trotzdem, auf dich und deinen Körper zu hören und stressige Situationen möglichst zu meiden. Am besten, du besprichst das auch mit deinem Umfeld. So fühlst du dich vielleicht besser, wenn du bei der Arbeit nicht nach allen Projekten greifst und dich nach Feierabend auf die Couch legst, anstatt das Familienfest zu organisieren.
  • Massagen: Wenn du das Gefühl hast, dass deine Kopfschmerzen von Verspannungen im Nackenbereich kommen, lass dich von deinem Partner mal massieren. Wenn das hilft, könnte das doch ein schönes Ritual werden, bei dem der werdende Papa Mutter und Kind etwas Gutes tut.
  • Öle: Ein bewährtes Hausmittel sind stark verdünnte ätherische Öle, mit denen Schwangere sich die Schläfen einreiben können. Welches Öl dafür geeignet ist, besprichst du am besten mit deiner Hebamme.

Wann sollte ich mit Kopfschmerzen lieber zu einem Arzt gehen?

Schwangerschaft: Das hilft bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
iStock, FatCamera

Du bist unsicher, woher die Kopfschmerzen kommen? Du hast versucht, ohne Medikamente auszukommen, aber das Hämmern im Kopf wird einfach nicht besser? Dann ist es auf jeden Fall ratsam, einen Arzt aufzusuchen. Er wird dich untersuchen und kann feststellen, ob vielleicht sogar Bluthochdruck oder ein Eisenmangel für die Beschwerden verantwortlich ist.

Starke Kopfschmerzen in der Schwangerschaft: bitte zum Arzt gehen!

In den allermeisten Fällen haben Kopfschmerzen ganz harmlose Ursachen. Oft helfen schon Ruhe und etwas frische Luft, um die Beschwerden zu lindern. Wenn Kopfschmerzen bei dir aber ungewohnt stark und plötzlich eintreten, anhaltend sind und du vielleicht weitere Symptome wie Sehstörungen, Übelkeit oder Schwindel hast, gehe bitte auf jeden Fall zum Arzt. Er kann dich einmal durchchecken und ausschließen, dass du an einer ernsthaften schwangerschaftsbedingten Erkrankung (Präeklampsie, Eklampsie, HELLP-Syndrom) leidest.

Welche Medikamente kann ich bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft einnehmen?

Schwangerschaft: Das hilft bei Kopfschmerzen in der Schwangerschaft
iStock, Vasyl Dolmatov

Vor deiner Schwangerschaft hast du bei Kopfschmerzen vielleicht einfach schnell zur Tablette gegriffen. Jetzt solltest du Medikamente aber lieber nur in Absprache mit deinem Gynäkologen einnehmen. Das gilt auch für rezeptfreie Präparate. Denn welches Schmerzmittel für dich geeignet ist, hängt davon ab, in welcher Schwangerschaftswoche du dich befindest.
 
Laut Embryotox ist Paracetamol zunächst das Mittel der Wahl, wenn die Schmerzen so stark sind, dass sie behandelt werden müssen. In begrenzten Dosen ist es während der gesamten Schwangerschaft unbedenklich und schadet deinem Kind nicht.
Ibuprofen hat neben der schmerzstillenden auch eine entzündungshemmende Wirkung. Nach der 28. Schwangerschaftswoche solltest du das Präparat nicht mehr einnehmen, denn es kann Auswirkungen auf die Herz- und Nierenfunktion deines Kindes haben.
 
Und wenn weder Paracetamol noch Ibuprofen bei einem Migräneanfall hilft? Keine Sorge, auch dann musst du dich nicht quälen. Für eine akute Migräne kann dein Gynäkologe dir auch Sumatriptan verschreiben. Dieser Wirkstoff ist gut erforscht und gilt in besonders hartnäckigen Fällen als Mittel der Wahl.