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Müdigkeit in der Schwangerschaft: Ist das normal?

Du bist schwanger und schon seit den ersten Wochen an sooo müde? Schwere Beine und Erschöpfung sind deine ständigen Begleiter? Damit bist du nicht allein! So manche Frau leidet schon unter Müdigkeit, bevor sie überhaupt weiß, dass sie schwanger ist. Warum ist das so? Damit die Zusammenhänge deutlich werden, lohnt ein Blick in den eigenen Körper.

Schwangerschaft: Müdigkeit in der Schwangerschaft: Ist das normal?
iStock, domoyega
Auf einen Blick
Artikelinhalt
  • Müdigkeit in den ersten Monaten der Schwangerschaft ist völlig normal und unter anderem hormonell bedingt.
  • Bewegung, viel trinken und Wechselduschen können Müdigkeit entgegenwirken.
  • Sollte die Müdigkeit auch im zweiten Trimester anhalten, kann Eisenmangel der Grund sein.
  • Im dritten Trimester kann die Müdigkeit wieder zunehmen.

Woher kommt die Müdigkeit?

Während der Schwangerschaft leistet der Körper der Frau Unglaubliches. Aus einer mikroskopisch kleinen Zelle entsteht binnen weniger Monate ein Baby. Der Stoffwechsel läuft auf Hochtouren und die werdende Mutter verbrennt deutlich mehr Energie. Die erhöhte Blutproduktion und die andauernde Zellteilung des ungeborenen Kindes gehen nicht spurlos vonstatten. Zudem wird zu Beginn der Schwangerschaft die Produktion des Hormons Progesteron hochgefahren.

Dieses sorgt dafür, dass sich das befruchtete Ei problemlos in der Gebärmutter einnisten kann. Allerdings hat Progesteron auch Auswirkungen auf das Gehirn. Es macht müde. Das Gefühl der Müdigkeit ist zu Beginn der Schwangerschaft deswegen völlig normal. Für die werdende Mama ist es nun wichtig, sich um sich selbst und das Baby zu kümmern. Dazu zählt neben einer ausgewogenen Ernährung genügend Schlaf und ganz viel Entspannung. Also keine Sorge, solltest du dich müde oder schläfrig fühlen.

Gibt es Unterschiede zwischen den Trimestern?

Die gute Nachricht: Normalerweise hält die bleierne Müdigkeit nicht die ganze Schwangerschaft über an. Die schlechte Nachricht: aber fast die ganze … Es kommt darauf an, in welchem Monat du bist.

1. Erstes Trimester
In den ersten Monaten leiden viele Schwangere unter extremer Müdigkeit. Dies liegt an den oben genannten Gründen. Die körperlichen Veränderungen sind für dich sehr ungewohnt und du musst erst einmal damit zurechtkommen, dass ein Baby in dir heranwächst. Genügend Schlaf ist in dieser Zeit sehr wichtig.

2. Zweites Trimester
Im zweiten Schwangerschaftsdrittel fährt die Produktion von Progesteron herunter, wodurch auch die ständige Müdigkeit nachlässt. Trotzdem ist es noch vollkommen normal, wenn du dich zwischendurch erschöpft fühlst. Immerhin wächst nach wie vor ein Baby in deinem Körper heran. Sollte die starke Müdigkeit allerdings weiterhin anhalten, kann auch ein anderer Grund vorliegen. Dazu später mehr.

3. Drittes Trimester
Im letzten Drittel nimmt die Müdigkeit wieder zu. Dies liegt vor allem an dem Gewicht, das du mittlerweile mit dir herumträgst. Das Baby ist fast ausgewachsen und die Geburt steht bevor. Durchschnittlich nimmt eine Schwangere von Beginn bis Ende der Schwangerschaft zwölf Kilogramm zu. Eine ganz schöner Kraftakt, dieses zusätzliche Gewicht zu schleppen!

Was hilft gegen Müdigkeit?

Müdigkeit in der frühen Schwangerschaft ist völlig normal. Und grundsätzlich gilt: Die werdende Mama sollte immer dann schlafen, wenn ihr danach ist, denn das kann sie nun am ehesten gebrauchen. Auch später ist es nie verkehrt, ab und an die Füße hochzulegen und zu entspannen. Aber natürlich ist das nicht immer so einfach umzusetzen. Für berufstätige Schwangere und solche, die schon mindestens ein Kind haben und deshalb keine Zeit für kurze Schläfchen finden, haben wir ein paar Tricks, wie sie schnell Energie zurückbekommen.

  • Trinke viel Wasser. Das hält den Kreislauf in Schwung.
  • Bewegung. Regelmäßige gemäßigte sportliche Aktivitäten wie Schwimmen oder Yoga halten fit. Hier gilt aber: Wer sich dabei unwohl fühlt, sollte aufhören!
  • Wechselduschen fördern die Durchblutung und damit den Kreislauf. Auch Rosmarinbäder wirken belebend.
  • Raus an die frische Luft. Ein Spaziergang an der frischen Luft macht müde Glieder munter und einen klaren Kopf.
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Müdigkeit durch Eisenmangel?

Sollte die Müdigkeit über das erste Trimester anhalten, kann der Grund dafür auch Eisenmangel sein. Rund ein Drittel aller Schwangeren ist davon betroffen. Bleibt das Defizit dieses Spurenelements unbehandelt, kann das Folgen für Kind und Mutter haben!

Was leistet Eisen im Körper?
In erster Linie bindet Eisen den eingeatmeten Sauerstoff an den Blutfarbstoff Hämoglobin, der ihn dann im ganzen Körper verteilt. Vom Gehirn bis zu den Muskeln sind sämtliche Körperteile auf Sauerstoff angewiesen und damit auch auf Eisen. Fehlt Eisen, kann dies die Versorgung der Zellen mit Sauerstoff beeinträchtigen.

Warum tritt Eisenmangel auf?
Zusätzliches Gewebe, Plazenta, Gebärmutter und natürlich das Baby selbst müssen mit Sauerstoff versorgt werden. Dies verlangt auch nach mehr Eisen. Bis zur 36. SSW hat eine Frau etwa einen Liter mehr Blut in ihrem Körper. Das zusätzliche Blut benötigt Eisen ebenso.

Woran erkennt man den Mangel an Eisen?
Ein Mangel an Eisen ist für den Laien nicht leicht auszumachen. Eben weil er sich lange Zeit nur durch eine ständige Müdigkeit äußert. Hat eine Schwangere allerdings auch nach dem ersten Trimester mit anhaltender Müdigkeit zu kämpfen, kann dies das erste Anzeichen für ein Mangel sein. Im späteren Verlauf kann sich ein Defizit an Eisen auch in Kopfschmerzen, brüchigen Fingernägeln, eingerissenen Mundwinkeln, Konzentrationsschwierigkeiten und blasser Haut äußern.

Woran erkenne ich schweren Eisenmangel?

Wird das Fehlen dieses wichtigen Spurenelements nicht behandelt, droht Blutarmut. Der Mangel an Eisen ist die häufigste Ursache für eine Anämie. Dabei kommt es durch das Defizit an roten Blutkörperchen zu einer Unterversorgung lebenswichtiger Organe mit Sauerstoff. Die Folgen sind starke Müdigkeit, Schwindel und das Gefühl der ständigen Erschöpfung.

Während der Schwangerschaft schaut der Arzt oder die Ärztin regelmäßig auf die Eisenwerte, damit es gar nicht so weit kommt. Unser Artikel Eisenmangel in der Schwangerschaft: Symptome, Diagnose und Behandlung geht diesem Thema auf den Grund.

Wie viel Eisen benötigst du während der Schwangerschaft?
Die Menge an Eisen, die eine werdende Mutter benötigt, hängt auch mit ihrer Lebensphase zusammen. Ältere Frauen benötigen etwas mehr Eisen als Jüngere. Ärzte raten dazu, täglich circa 30 Milligramm einzunehmen. Da wir Eisen nicht selbst herstellen können, muss es über die Nahrung zugeführt werden. Eine gesunde Ernährung ist während der Schwangerschaft sehr wichtig. Mageres Fleisch ist die beste Eisenquelle, das Eisen aus Fleisch kann der Körper besonders gut aufnehmen. Gute pflanzliche Eisenquellen sind zum Beispiel Weizenkleie, Kürbiskerne und Sojabohnen. Sie enthalten besonders viel Eisen und sind deshalb genau die richtige Ernährung für Schwangere. Auch Eisenpräparate können eine gute Alternative sein. Dies solltest du aber vorher mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen absprechen.

Quelle:
www.frauenaerzte-im-netz.de
www.familienplanung.de
www.gesundheitsinformation.de