VG-Wort Pixel

Gesundheit Nabelbruch in der Schwangerschaft: Ursachen und Behandlung

Nabelbruch: Schwangere sitzt auf dem Sofa, Hände tasten ihren bekleideten Bauch ab
© Rawpixel / Shutterstock
Einen Nabelbruch in der Schwangerschaft erkennst du meist an einer ungewöhnlichen Wölbung beziehungsweise Ausstülpung im Bereich des Bauchnabels. Wie es überhaupt zu einem Nabelbruch kommt und wie er behandelt werden kann, liest du hier.

Vorneweg: Die Bezeichnung Nabelbruch ist nicht wörtlich zu verstehen, denn dein Bauchnabel zerbricht nicht. Vielmehr entsteht eine Lücke im Bindegewebe der Bauchwand. Eine sogenannte Bruchpforte wird in der Medizin als Umbilikalhernie oder auch Nabelhernie bezeichnet. Tatsächlich treten Hernien insgesamt öfter bei Frauen als bei Männern auf – sind unter Schwangeren aber relativ selten. Studien zufolge ist Schwangerschaft in gerade mal 0,08 Prozent aller Fälle ursächlich für einen Nabelbruch verantwortlich. Am häufigsten kommt eine Umbilikalhernie hingegen bei Neugeborenen vor.

Nabelbruch in der Schwangerschaft: Was sind die Ursachen?

Während der Schwangerschaft wächst dein Bauch stetig. Dein heranwachsendes Baby braucht Platz und in deinem Bauchraum wird es zunehmend enger. Gleichzeitig werden die Muskeln in der Bauchdecke dünner. Diese Kombination kann in der Schwangerschaft eine Hernie verursachen – oder eine bereits existierende verschlimmern. 

Neben der Schwangerschaft können folgende Faktoren einen Nabelbruch begünstigen:

  • eine bereits existierende Nabelhernie
  • Übergewicht
  • Aszites (zu viel Flüssigkeit im Bauchraum)
  • eine Bindegewebsschwäche
  • äußere Faktoren wie beispielsweise Heben oder Husten

Ab wann in der Schwangerschaft kann es zum Nabelbruch kommen?

Je weiter eine Schwangerschaft fortgeschritten ist, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Nabelbruch kommt. Im ersten Trimester kommt er so gut wie gar nicht vor. Ab dem zweiten Trimester wird er dann etwas wahrscheinlicher. 

Bauch einer Schwangeren mit einem Nabelbruch
© Nastyaofly / Shutterstock

Wie erkennst du eine Nabelhernie?

Du musst tatsächlich gar keine Symptome haben. Wahrscheinlich ist aber, dass du zunächst eine ungewöhnliche Wölbung um deinen Bauchnabel bemerkst. Wie stark ausgeprägt diese ist, kann ganz unterschiedlich sein – von einer kleinen runden Stelle bis hin zu einem Ball-ähnlichen Gebilde. 

Eine solche Nabelhernie wird meist von folgenden Symptomen begleitet:

  • Schwellung, die deutlicher wird, wenn du hustest
  • Druckgefühl
  • Schmerzen oder Sensibilität im betroffenen Bereich

In schweren Fällen, bei denen innere Organe im Bereich hervortreten oder sogar eingeklemmt werden können:

  • sehr starke Schmerzen
  • Übelkeit
  • unter Umständen Blut im Stuhl
  • eventuell auch Fieber und / oder Herzrasen
Grafik einer Umbilikalhernie
© logika600 / Shutterstock

Muss der Nabelbruch operiert werden?

Das kommt drauf, wie gravierend er ist. Bei einem leichten Nabelbruch, bei dem sich lediglich etwas Fett in die Lücke im Bindegewebe geschoben hat, muss gar nichts unternommen werden. Nach der Geburt, wenn der Druck nachlässt, sollte er meist von selbst wieder verschwinden. Rückbildungsgymnastik kann hierbei auch helfen. Sollte der Nabelbruch auch nach der Geburt bleiben und Schmerzen verursachen, dann kann er operiert werden.

In schweren Fällen, bei denen innere Organe (beispielsweise Darmgewebe) eingeklemmt werden, muss allerdings noch während der Schwangerschaft operiert werden. Denn hier kann der Blutfluss unterbrochen werden – was gefährlich ist! Der Eingriff selbst ist aber normalerweise minimalinvasiv und wird mit laparoskopischer Chirurgie durchgeführt. Das heißt, der Chirurg muss gar keine Schnitte machen, sondern operiert mithilfe einer Kamera und kleinen Werkzeugen durch kleine Löcher.

Fazit: Eine Nabelhernie ist eine Ausstülpung von Gewebe durch eine schwache Stelle in der Bauchwand. Eine solche Hernie ist in den meisten Fällen harmlos. Hast du aber den Verdacht, betroffen zu sein, dann lass dich auf jeden Fall schnellstmöglich von deinem Arzt oder deiner Ärztin untersuchen, um dich falls nötig entsprechend behandeln zu lassen.

Quellen:

ELTERN

Mehr zum Thema