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Pickel in der Schwangerschaft Was hilft bei Pickelchen und Schwangerschaftsakne?

Pickel in der Schwangerschaft: Frau betrachtet sich im Spiegel
© New Africa / Shutterstock
Alle reden vom Glow – und du hast stattdessen Pickel in der Schwangerschaft? Wie nervig! Schwangerschaftsakne ist hormonell bedingt. Trotzdem musst du die Pickel nicht einfach ertragen. Hier unsere Tipps!

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Rosige Wangen, klarer Teint: Es gibt sie, die Schwangeren, die ihr großes Glück auch über die Haut ausstrahlen. Schwangerschafts-Glow nennt sich das. Das Leuchten entsteht durch Wassereinlagerungen und die stärkere Durchblutung während der Schwangerschaft.

Leider können sich nicht alle werdenden Mamas über ein rosiges Hautbild freuen. Bei vielen Frauen ist sogar das Gegenteil der Fall. Die hormonelle Umstellung belastet die Haut und verursacht lästige Pickel. In einigen Fällen entsteht sogar eine Schwangerschaftsakne. Die Macht der Hormone lässt sich natürlich nicht eindämmen, einige Symptome lassen sich aber schon behandeln. Wir verraten, was gegen Pickel in der Schwangerschaft hilft und sagen, welche Inhaltsstoffe in Cremes deinem Baby schaden können.

Was ist Schwangerschaftsakne?

Bei einer Schwangerschaftsakne bilden sich während der Schwangerschaft mehr oder weniger starke Mitesser und Pickel. Meistens entstehen die entzündlichen Hautunreinheiten im ersten und letzten Trimester. Bei einigen Frauen treten sie nur im Gesicht auf, bei anderen auch am Dekolleté und auf dem Rücken – wie bei der pubertären Akne.

Der Hautarzt Dr. Herbert Kirchesch berichtet aus seinem Praxisalltag in Pulheim bei Köln, dass die Akne in der Schwangerschaft eine eher geringe Bedeutung hat. Nur rund zehn Prozent der Schwangeren leiden überhaupt unter einer Schwangerschaftsakne. Betroffen seien vor allem Frauen, die auch in ihrer frühen Jugend schon mit einer schweren Akne zu kämpfen hatten, so der Dermatologe. Selbst bei ihnen sei aber das Auftreten sehr wechselhaft. „Es gibt Frauen, bei denen geht die ansonsten schwelende Akne weg und danach kommt sie wieder, und es gibt Frauen, bei denen die Akne in der Schwangerschaft stärker wird.“ Und auch von Schwangerschaft zu Schwangerschaft sei das Auftreten wechselhaft. Es gebe Frauen, so der Hautspezialist, bei denen die Akne sich in der einen Schwangerschaft verstärkte und in einer weiteren weniger wurde. Ein roter Faden sei da oft nicht zu erkennen.

Welche Ursachen haben Pickel in der Schwangerschaft?

Pickel entstehen in der Schwangerschaft aufgrund der hormonellen Veränderungen. Das Ungleichgewicht im Hormonhaushalt kann sich bei werdenden Mamas auch auf das Hautbild auswirken. Die vermehrte Produktion von männlichen Sexualhormonen (Androgenen) führt während der Schwangerschaft auch zu einer Überproduktion von Talg. Dieser verstopft die Poren und verhindert, dass die Haut Schweiß und Abfallprodukte nach außen abgeben kann. Die Poren entzünden sich und bilden Pickel oder andere Unreinheiten. Für deinen Körper ist die Schwangerschaft eine Ausnahmesituation. Hat er sich langsam auf die neuen Bedingungen eingestellt, gehen im zweiten Schwangerschaftsdrittel oft auch die Pickel wieder zurück.

Auch das Absetzen der Pille kann einen Akneschub auslösen, so Herbert Kirchesch. Wird eine Frau schnell schwanger, verwischen die zeitlichen Zusammenhänge. Nicht die Schwangerschaft, sondern der Wegfall des positiven Effekts der hormonellen Verhütung auf die zuvor vorhandene Akne sei dann der Hauptgrund für das erneute Aufblühen, so der Hautarzt. Allerdings sind die Hormone auch nicht an allem schuld. Auch Stress, Übergewicht, Allergien und eine ungesunde Ernährung können Pickel verursachen.

Übrigens: Dass Frauen, die mit einem Mädchen schwanger sind, mehr Pickel bekommen, ist ein Ammenmärchen und konnte bisher nicht wissenschaftlich belegt werden.

Bleiben die Pickel auch nach der Schwangerschaft?

Das lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Selbst wenn die Pickel bei dir ausschließlich eine hormonelle Ursache haben, kann es sein, dass sie vor der Geburt nochmal aufblühen. Denn dann verändert sich das hormonelle Gleichgewicht deines Körpers in Vorbereitung auf das Stillen erneut und die Unreinheiten kehren bei einigen Frauen zurück. Das muss aber nicht sein. Viele Frauen berichten, dass die lästigen Pickel nach dem ersten Trimester verschwunden waren.

Und: Wenn du im ersten Trimester keine Schwangerschaftsakne bekommen hast, ist es unwahrscheinlich, dass sie später noch auftritt.

Das könnt ihr selbst gegen Schwangerschaftsakne tun

Gegen das hormonelle Ungleichgewicht deines Körpers kannst du natürlich wenig ausrichten. Wenn deine Haut aber jetzt zu mehr oder weniger starken Unreinheiten neigt, bist du ihnen nicht hilflos ausgeliefert. Mit diesen Tipps kannst du die Pickel in den Griff bekommen:

1. Stress vermeiden
Die Hormone sind nicht die einzige Ursache für Pickel in der Schwangerschaft. Auch Stress zeigt sich bei vielen Menschen unmittelbar in einem schlechteren Hautbild. Nicht umsonst nennt man das Organ den Spiegel der Seele. Tu dir und deinem Kind etwas Gutes und baue mehr Pausen in den Alltag ein. Du musst niemandem beweisen, dass du alles noch bis kurz vor der Geburt schaffst. Es gibt auch andere, die sich um liegengebliebene Arbeit kümmern können, aber es gibt nur eine, die deinem Körper und deiner Seele Ruhepausen gönnen kann: du!

2. Sich gesund ernähren
Nicht nur in der Schwangerschaft ist gesunde Ernährung gut für dich. Aber jetzt ist sie doppelt wichtig. Mit einer ausreichenden Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen legst du die Grundlage für ein verbessertes Hautbild. Die Formel ist einfach, aber in einem Alltag mit Heißhungerattacken und sorgenvollen Gedanken nicht immer leicht umzusetzen. Nicht aufgeben! Morgen ist ein neuer Tag mit weniger Zucker und Weißmehl, dafür mit mehr Seefisch und magerem Fleisch, Hülsenfrüchten und viel frischem Gemüse und Obst.

Wenn du den Verdacht hast, dass deine Hautirritationen vielleicht eher eine allergische Reaktion sind, kann das auch mit deiner Ernährung zusammenhängen. Versuche mal, Lebensmittel wegzulassen, die du vielleicht kurz vor den ersten Pickeln gegessen hast und beobachte, ob deine Haut sich wieder bessert. Vielleicht hast du Glück, und kommst dem Auslöser auf die Spur. Auch ein Pflegeprodukt kann Auslöser für eine allergische Hautreaktion sein. Lass die neue Tagescreme oder das Make-Up für eine Woche weg und schau, ob sich etwas verändert.

Wichtig in beiden Fällen: Lass nicht mehrere Dinge zugleich weg, denn wenn die Pickel verschwinden, weißt du nicht, welches Lebensmittel oder Pflegeprodukt der Auslöser war. Und bei anhaltenden Beschwerden solltest du ärztlichen Rat suchen.

3. Möglichst auf Aknemittel verzichten
Pickel und Mitesser bringen viele Menschen mit mangelnder Hygiene in Verbindung. Die Reaktion ist häufig, die „schmutzige“ Haut mal ordentlich zu reinigen. Spezielle Aknemittel versprechen Erfolg, sind aber in vielen Fällen nichts für Schwangere. Da die Ursache für eine Schwangerenakne überwiegend hormonell ist, werden aggressive Aknecremes und Bürsten die Lage nicht verbessern. Im Gegenteil, deine Haut wird dadurch noch mehr gereizt. Außerdem können einige der Inhaltstoffe der Entwicklung deines Babys eventuell schaden. Zu diesen gehören Benzylperoxid, Tretinoin, Adapalen und Tetracyline. Frag unbedingt deinen Arzt, bevor du in der Schwangerschaft solch ein Aknemittel anwendest.

Herbert Kirchesch empfiehlt, eine laufende Aknetherapie schon bei einem Kinderwunsch zu unterbrechen. Am besten bespricht du eine mögliche alternative Therapie aber mit deinem Dermatologen.

4. Sanft pflegen
Um die Poren nicht noch mehr zu verstopfen, ist es sinnvoll, bei Pflegeprodukten auf sogenannte komedogene Inhaltstoffe zu verzichten. Dazu gehören zum Beispiel Mineralöle, Kokosöl, Palmöl, Kakaobutter, Erdnussöl, Nachtkerzenöl, Olivenöl und Wollfett (Lanolin). Zu empfehlen sind Produkte mit Heilerde oder Zink. Sie haben eine antibakterielle und beruhigende Wirkung auf deine Haut. Bei trockener Haut eignen sich Cremes mit Harnstoff oder Dexpanthenol. Sie helfen der Haut, wieder Feuchtigkeit zu speichern, und sie lindern den Juckreiz.

Auch die tägliche Reinigung ist wichtig, um Pickel in der Schwangerschaft in den Griff zu bekommen. Benutze am besten lauwarmes Wasser und eine ph-neutrale Seife (ph-Wert zwischen 5,5 und 6,5). Nach dem Waschen raten Experten, die Haut nur trocken zu tupfen und nicht zu reiben.

Zusätzlich kannst du zweimal in der Woche ein Dampfbad für dein Gesicht machen. Füll eine Schüssel mit heißem Wasser und lehne dich mit einem Handtuch über dem Kopf vorsichtig darüber. Die feuchte Hitze öffnet die Poren und verbessert so das Hautbild. Auch ein gelegentliches Peeling mit grobem Salz oder Heilerde kann deiner Haut helfen, wieder ins Gleichgewicht zu kommen. (Nur bitte keine Peelings, in denen Frucht- und ­Salicylsäure enthalten sind).

Wenn du dich trotz oder gerade wegen der unschönen Pickel schminken möchtest, kannst du das auch in der Schwangerschaft weiter tun. Achte aber bei den benutzten Produkten ebenfalls darauf, dass sie nicht komedogen sind (z.B. wasser- statt ölbasierte Grundierungen). Naturkosmetik ist in der Regel etwas leichter und belastet die Haut weniger. Wichtig ist, dass du das Make-Up abends vollständig entfernst.

5. Viel trinken
Dass es für dich und dein Baby gut ist, wenn du in der Schwangerschaft ausreichend Flüssigkeit zu dir nimmst, hast du sicher schon häufiger gehört. Auch für deine Haut ist es wichtig, dass du viel trinkst. Sie kann dann Schadstoffe besser nach außen transportieren und wirkt insgesamt elastischer. Am besten trinkst du stilles Wasser und ungesüßten Tee. Hier mehr über geeignete Teesorten für Schwangere.

6. Sich in Gelassenheit üben
Dein Körper hat gerade viel zu tun. Er versorgt und beschützt dein Baby und er bereitet sich mit jeder weiteren Schwangerschaftswoche auf die Geburt vor. Sei gnädig mit ihm. Auf ein paar unschöne Pickel kommt es nun nicht wirklich an. Sie sind lästig, ja. Aber sie schaden weder dir doch deinem Kind und sind aller Voraussicht nach bald wieder verschwunden.

Wann ist es besser, wenn ihr zum Arzt geht?

Ob es sich bei dir um ein paar lästige Pickel und Mitesser oder um ein ausgeprägtes Akne-Problem handelt, erkennst du sicher selbst am besten. Wenn du mit den empfohlenen Maßnahmen nicht weiterkommst, sich das Problem noch verstärkt und du psychisch leidest, ist klar: Du solltest besser einen Hautarzt oder eine Hautärztin aufsuchen.

Das schadet bei Pickeln in der Schwangerschaft

Die Dos haben wir ja schon ausführlich besprochen. Hier kommen nun in Kurzform die Dinge, die nicht gegen Pickel in der Schwangerschaft helfen oder die Lage sogar noch schlimmer machen.

  • Fett- und ölhaltige Kosmetikprodukte (komedogenen)
  • Reinigung und Pflege mit aggressiven Pflegeprodukten
  • Anwendung von Akneprodukten/ -medikamenten ohne Rücksprache mit deinem Arzt
  • ungenügendes Abschminken
  • zu wenig trinken
  • unausgewogene Ernährung
  • Ausdrücken oder Aufkratzen von Pickeln und Mitessern (Sie können sich entzünden, Narben können zurückbleiben.)
  • Teebaumöl (hilft bei einigen, löst aber bei anderen Allergien und Hautirritationen aus)
  • Zahnpasta (wird oft als Hausmittel empfohlen, trocknet aber die Haut aus)
  • Peelings mit Salicylsäure oder Trichloressigsäure
  • Haut beim Abtrocknen abrubbeln

Welche Hautprobleme treten noch während der Schwangerschaft auf?

Pickel und Schwangerschaftsakne sind nicht die einzigen Hauterscheinungen, die in der Schwangerschaft vorkommen. Vor allem zwischen der 12. und 14. Schwangerschaftswoche tritt bei einigen Frauen eine Schwangerschaftsneurodermitis auf. Auch hier liegt die Ursache in einem veränderten Hormonhaushalt. Lies in unserem Artikel Schwangerschaftsdermatose: Juckreiz, Ausschlag und mehr, was du gegen diese und andere Hauterkrankungen in der Schwangerschaft tun kannst.

Quellen

Hautarztzentrum Kiel: Haut und Schwangerschaft – die Haut in anderen Umstanden

Pharmazeutische Zeitung: Dermatika in der Schwangerschaft

ELTERN

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