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Pilze in der Schwangerschaft Welche Pilzsorten darf ich als Schwangere essen?

Frau schneidet Champignons auf einem Brett
© New Africa / Adobe Stock
Gerade in den ersten Wochen als Schwangere fragst du dich sicher öfter, was du jetzt alles noch essen darfst. Denn die Liste der bedenklichen Lebensmittel scheint immer länger zu werden. Gehören auch Pilze in der Schwangerschaft dazu?

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Das Thema Ernährung in der Schwangerschaft begleitet werdende Mütter von Anfang an – und sorgt gerade in der Frühschwangerschaft für große Verunsicherung. Lieb gewonnene Speisen wie Sushi, Carpaccio oder Tiramisu verschwinden vom Speiseplan, um das Ungeborene nicht zu gefährden. Zahlreiche Lebensmittel sind tabu, um möglichen Infektionen mit Listerien, Salmonellen und Toxoplasmosevorzubeugen. Wir geben einen Einblick, welche Pilze du in der Schwangerschaft essen kannst – und welche du besser nicht genießen solltest.

Kulturpilze: ohne Bedenken schlemmen

Als Kulturspeisepilze werden alle Pilzarten verstanden, die sich das ganze Jahr über kultivieren bzw. züchten lassen. Ganz klassisch zählen dazu etwa weiße und braune Champignons, Portobello, Austernpilze und Shiitake-Pilze. Auch Kräuterseitlinge – die Lieblinge aller Feinschmecker – gehören zu den sogenannten Kulturpilzen und erinnern geschmacklich an Steinpilze. Bei all diese Pilzarten können Schwangere bedenkenlos zugreifen.
Diese Pilzsorten darfst du essen:
  • Champignons
  • Shiitake-Pilze
  • Kräuterseitlinge
  • Austernpilze
  • Portobello

Pilzsorten: die richtige Zubereitung

Wenn du Lust auf eine dieser Pilzsorten hast, solltest du einige Dinge bei der Zubereitung beachten. Voraussetzung für den Kauf ist natürlich, dass die Pilze frisch sind und direkt weiterverarbeitet werden. Bevor du sie zubereitest, müssen sie gründlich geputzt werden. Es empfiehlt sich, die Pilze immer gut durchzugaren. Bei Kulturchampignons aus dem Supermarkt darfst du auch eine Ausnahme machen – und sie roh in den Salat werfen. Besser ist es jedoch, sie durchzubraten. Übrigens: Als Beikost für dein Baby eignen sich Pilze nicht, da sie Chitin enthalten und somit nur schwer verdaulich sind.

Wildpilze: besser in der Schwangerschaft vermeiden

Du isst gerne Bandnudeln mit Steinpilzen? Jeden Herbst freust du dich auf Pfifferlinge, weil sie in unzähligen Varianten zubereitet werden können? Dann müssen wir dich leider enttäuschen. Von Wildpilzen wird in der Schwangerschaft leider abgeraten. Das gilt sowohl für die selbst gesammelten als auch gekauften Pilze aus dem Supermarkt. Auch in Mischpilzen können übrigens Wildpilze stecken.
Diese Pilzarten solltest du vermeiden:
  • Pfifferlinge
  • Steinpilze
  • Trüffel
  • Morcheln
  • Maronenröhrlinge
  • Stockschwämmchen
  • Hallimasch
Doch warum sind Wildpilze eigentlich tabu in der Schwangerschaft? Insbesondere im Süden Deutschlands weisen verschiedene Wildpilzarten aufgrund des Reaktorunfalls in Tschernobyl eine erhöhte Konzentration an Radiocäsium (Cs-137) auf. Besonders stark belastet sind Maronenröhrlinge und Steinpilze. Neben der potenziellen radioaktiven Belastung können Wildpilze zudem Schwermetalle wie Cadmium oder Quecksilber anreichern, schreibt die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE). Aus diesem Grund rät die DGE, nicht mehr als 250 Gramm Wildpilze pro Woche zu essen. Und Schwangere sollten zugunsten ihres ungeborenen Babys ganz darauf verzichten.

Pilzerzeugnisse: immer Zutaten prüfen

Im Supermarkt gibt es eine Reihe an Pilzerzeugnissen, zu denen etwa Tiefkühlprodukte, Pilzkonserven, Pilzpulver und Essigpilze zählen. Grundsätzlich gilt hier: immer die Zutatenliste checken. Champignons aus dem Glas oder der Dose sind kein Problem in der Schwangerschaft. Du solltest allerdings auf die Qualitätsstufe achten. Die höchste Qualitätsstufe (erste Wahl) erlaubt nur geschlossene unbeschädigte Champignons mit einem Kopfdurchmesser von höchstens 35 Millimeter. Von Produkten, die Wildpilze enthalten, wird auch bei Pilzerzeugnissen abgeraten. In Mischpilzkonserven, Pilzpulver und getrockneten Pilzen sind diese oft enthalten. Auch tiefgefrorene Wildpilzgerichte tabu, da die mögliche Belastung durch Schwermetalle oder Radioaktivität weiterhin bestehen bleibt – trotz Weiterverarbeitung.

Sind Pilze in der Schwangerschaft gesund?

Einfach gesagt: ja. Pilze sind gesund und versorgen Schwangere mit komplexen Kohlenhydraten. Somit liefern sie jede Menge Energie und sättigen über einen längeren Zeitraum. Alle Pilzsorten sind kalorienarm und geben deinem Körper Vitamine sowie Ballast- und Mineralstoffe. Darüber hinaus kurbeln Pilze deine Verdauung an und halten deinen Blutzucker auf einem konstanten Niveau, weshalb sie besonders gut für Schwangerschaftsdiabetes geeignet sind. Pilze unterstützen zudem deinen Stoffwechsel und wirken sich positiv auf den Blutdruck und Cholesterinspiegel aus.
Die Vorteile von Pilzen auf einen Blick:
  • Sie sind gesund und kalorienarm.
  • Sie strotzen vor Vitaminen und Mineralstoffen.
  • Sie enthalten wertvolle Proteine und Ballaststoffe.
  • Sie versorgen Schwangere mit komplexen Kohlenhydraten.
Lesetipps: Darfst du Joghurt in der Schwangerschaft essen? Und wie sieht es mit Käse in der Schwangerschaft oder Frischkäse in der Schwangerschaft aus? Wir verraten es dir!
Quellen:
Dge.de: DGE gibt Tipps zu Steinpilzen, Pfifferlingen & Co.
Bzfe.de: Radioaktive Wildpilze, Stand: Oktober 2017

Bzfe.de: Lebensmittelkunde: Speisepilze

ELTERN

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