Pränataldiagnostik
 
Dürfen wir in die Gene des Babys blicken?

Ein neues Gesetz regelt künftig den Umgang mit genetischen Untersuchungen - auch bei der Pränataldiagnostik. Nur noch aus "medizinischen Gründen" sollen diese erlaubt sein. Doch welche sind das? Ein mögliches Down-Syndrom? Ein Krebsrisiko? Und was passiert danach mit den Daten? In dem Thema steckt Zündstoff.

Neues Gesetz zu Gentests

Pränataldiagnostik: Dürfen wir in die Gene des Babys blicken?

Der Bundesrat hat ein Gestz zu Gentests verabschiedet. Das setzt vor solche Untersuchungen künftig hohe Hürden. So sollen beispielsweise Arbeitgeber oder Versicherer von Mitarbeitern oder Kunden prinzipiell keine derartigen Tests verlangen dürfen. Denn die Ergebnisse könnten zu Diskriminierungen führen. Ebenso sollen heimliche Vaterschaftstests verboten werden - diese hatte die Regierung erst kürzlich bereits mit einem neuen Gesetz versucht, einen Riegel vorzuschieben.

Kern des Gesetzes ist jedoch das Recht des Patienten, um eventuelle Gesundheitsrisiken zu wissen - und ebenso sein das Recht, genau das nicht wissen zu wollen. Deshalb kommt der Beratung bei allen Untersuchungen eine zentrale Rolle zu, die durch qualifizierte Ärzten erfolgen soll. Und nur die sollen derartige Untersuchungen überhaupt veranlassen können. Dafür gab es Lob von der Bundesärztekammer. Allerdings bedauerte Vizepräsident Frank Ulrich Montgomery, dass die Eckpunkte "den Unsinn von Gendiagnostikangeboten im Internet" nicht eindämmen.

Was wird bei einer genetischen Untersuchung festgestellt?

Häufig erfahren Getestete nur, ob sie ein erhöhtes Risiko haben

Forscher identifizieren jährlich hunderte Gene, die bei Krankheiten eine Rolle spielen. Bereits heute gibt es nach unterschiedlichen Angaben 200.000 bis 300.000 Analysen im Jahr. Der Graubereich von zwielichtigen Testanbietern ist groß. Deshalb will die Bundesregierung hier erstmals eine rechtliche Grundlage schaffen. Doch die DNA-Analysen werfen grundsätzliche, ethisch heikle Fragen auf. Deshalb will die Bundesregierung hier erstmals eine rechtliche Grundlage schaffen.

Nur wenige Krankheiten wie das Nervenleiden Chorea Huntington können bislang eindeutig vorhergesagt werden. Häufig erfahren Getestete nur, ob sie ein erhöhtes Risiko etwa für Krebs oder Thrombose haben. Manchmal können dagegen Gewohnheiten verändert oder Vorsorgeuntersuchungen auf das Risiko hin ausgerichtet werden. Oft aber lässt sich die Wahrscheinlichkeit der Leiden nicht verringern.

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