Nabelschnurpunktion
 
Neue Methode für genauere Ergebnisse

Für wen eignet sich eine Nabelschnurpunktion?

Eine Nabelschnurpunktion klärt, ob das Ungeborene an einer Infektion leidet

Bislang wenden die Ärzte dieses Verfahren relativ selten an. Wenn überhaupt, wird die Nabelschnurpunktion vor allem eingesetzt, wenn Mutter und Kind möglicherweise eine Blutunverträglichkeit haben. Das kommt vor, wenn eine Frau mit dem Blut der Gruppe "rhesus-negativ" zum zweiten Mal ein Kind bekommt, dessen Blut "rhesus-positiv" ist. Dann kann es sein, dass sich in der ersten Schwangerschaft im Blut der Mutter Antikörper gegen "rhesus-positiv" gebildet haben (Anti-D-Antikörper). Durch die Plazenta können sie zum Kind gelangen und seine roten Blutkörperchen, und damit die Sauerstoffträger, zerstören. Gibt es Grund zur Sorge, kann der Arzt durch eine Nabelschnurpunktion das Blut des Kindes direkt untersuchen, um den Gehalt an roten Blutkörperchen zu überprüfen. Zeigt sich hier, dass die Folgen der Unverträglichkeit für das Kind gravierend sind, kann man dem Ungeborenen noch im Mutterleib eine Bluttransfusion geben.

Auch die Frage, ob sich das Kind im Mutterleib mit Infektionen angesteckt hat, kann nur die Nabelschnurpunktion zweifelsfrei beantworten. Beispiele für Infektionen, an denen die Mutter in der Schwangerschaft erkrankt ist, und die für das ungeborene Kind gefährlich sein können, sind: Ringelröteln, Toxoplasmose, Zytomegalie. Das Ergebnis der Nabelschnurpunktion gibt Aufschluss, ob und welche Medikamente die Mutter einnehmen sollte, damit es dem Kind gut geht.