Operationen am Ungeborenen
 
Rettung im Mutterleib

Amnionband-Syndrom: Kleiner Eingriff rettet Leben

Beim Amnionband-Syndrom schnüren die so genannten Aminonbänder, von den Fruchthüllen ausgehende Stränge, Gliedmaßen des Babys ab. Dadurch wird der Blutfluss in dem betroffenen Körperteil unterbrochen. Doch solange der betroffene Arm oder das Bein noch durchblutet wird, kann ein kleiner, bei lokaler Betäubung der Mutter durchführbarer Eingriff Rettung verschaffen: Durch einen gerade mal fünf Millimeter großen Zugang in die Fruchthöhle hindurch kann der Arzt das Amnionband durchtrennen und die Blutzirkulation wieder in Gang setzen.

Weil es bei einer solchen Komplikation wichtig ist, schnell zu reagieren, sollten Eltern, die mit einer solchen Diagnose konfrontiert werden, sich umgehend zu einem spezialisierten Zentrum begeben, wo der Eingriff so bald wie möglich durchgeführt werden kann.

Welche Folgen hat die Operation des Ungeborenen?

In einigen Jahren könnte die Operation durch eine haarfeine Nadel erfolgen

Egal, welcher Eingriff am Ungeborenen vorgenommen wird - zur Zeit führen alle Operationen zu einer Frühgeburt. "Eventuelle Schäden, die die Kinder davontragen, sind vor allem dadurch bedingt", erläutert Tchirikov. Umso wichtiger ist es deshalb jedoch, die Behandlung in einem perinatalen Zentrum durchführen zu lassen, wo den Frühchen danach die bestmögliche medizinische Behandlung zugute kommt.

Weshalb die OP die Schwangerschaft verkürzt, wissen die Mediziner nicht. Sie vermuten, dass dieser Effekt umso drastischer ausfällt, je größer die Öffnung zur Gebärmutter und der Stress für das Kind sind. "Wir versuchen, die minimal-invasive Technik noch minimaler zu machen", sagt Tchirikov. In einigen Jahren werde man nur noch über eine haarfeine Nadel zum Baby vordringen, glaubt er.

Was halten Sie von den Operationsmöglichkeiten mit dem Fetoskop? In unserem "Pränatale Diagnostik"-Forum können Sie sich austauschen.

Quelle: Universitätsklinkikum Bonn, Abteilung für Geburtshilfe und Pränatale Medizin