Operationen am Ungeborenen
 
Rettung im Mutterleib

Eingriffe bei Zwillingsschwangerschaften

Bei anderen Komplikationen haben Chirurgen bereits einige Erfahrung in Sachen fetaler Operation gesammelt: Etwa das so genannte feto-fetale Transfusionssyndrom, bei dem sich eineiige Zwillinge einen Mutterkuchen teilen und über Blutgefäße miteinander verbunden sind. Dabei bekommt manchmal ein Kind weniger Blut als das andere. Wenn nichts unternommen wird, ist diese Komplikation für beide Kinder gefährlich: Das eine wird zu wenig mit Blut versorgt, der Kreislauf des anderen ist überlastet. Fetalchirurgen indes können zwischen der 20. und der 30. Schwangerschaftswoche mit einem Laser die Blutgefäße zwischen beiden Babys trennen. In neun von zehn Fällen überlebt mindestens ein Kind.

Tragischweise kommt es bei Zwillingsschwangerschaften vor, dass eines der beiden Ungeborene erkrankt oder sogar verstirbt. Hatten sich die eineiigen Feten dann einen Mutterkuchen geteilt, besteht das Risiko, dass das gesunde Ungeborene Blut des anderen aufnimmt und so Gefahr läuft, Hirnschäden davon zu tragen. Die Ärzte können dies jedoch verhindern, indem sie die Nabelschnur des kranken oder verstorbenen Fötus verschließen. Der Eingriff kann ab der 17. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden.

Wenn Tumore den Kreislauf belasten

Tumore beim Ungeborenen? Auch wenn es grausam klingt, möglich ist es. So kennen die Ärzte so genannte Steißbeinteratome - das sind Fehlbildungstumore am Po des Babys, die bis ins Becken wachsen können. Weil diese manchmal so stark durchblutet werden, dass das Herz des Kindes extrem belastet wird, werden die Ärzte zwischen der 20. und der 32. Schwangerschaftswoche versuchen, mithilfe eines invasiven Eingriffs die Durchblutung der Tumore zu verringern, um den Kreislauf des Ungeborenen zu stabilisieren.

Wie Ärzte versuchen, Harnröhrenverschlüsse früh zu erkennen

Einige männliche Ungeborene weisen einen Verschluss der Harnröhre auf. Da der Stau des Urins die Nieren schädigen könnte, wird zunehmend versucht, durch serielle Ultraschalluntersuchungen und die Bestimmung der Urinzusammensetzung des Ungeborenen Babys mit einer solchen Fehlbildung frühzeitig zu erkennen, um durch eine fetoskopische Öffnung der hinteren Harnklappen die Ausscheidung des Urins wieder zu ermöglichen. Machbar ist das ab der 14. Schwangerschaftswoche.