Vorsorgeuntersuchung
 
Die wichtigsten Termine in der Schwangerschaft

Steht bei Ihnen die nächste Vorsorgeuntersuchung an? Mit der modernen medizinischen Vorsorge während der Schwangerschaft sind die Chancen für ein gesundes Baby so gut wie nie zuvor. Was genau bei den einzelnen Untersuchungen geschieht, erfahren Sie hier.

Inhalt: 
Blutdruck-Messungen bei der VorsorgeuntersuchungUrin-Untersuchungen bei der VorsorgeuntersuchungChromosomen-Test bei der VorsorgeuntersuchungHerzton-Kontrollen bei der VorsorgeuntersuchungUltraschalls bei der Vorsorgeuntersuchung

Für Schwangere heißt es: Mindestens zehn Mal zur Vorsorgeuntersuchung!

Vorsorgeuntersuchung: Die wichtigsten Termine in der Schwangerschaft

Schwangerschaft ist keine Krankheit - so steht es vorn im Mutterpass, dem blauen Heftchen, das jede Frau beim ersten Arzttermin ausgehändigt bekommt. Aber Krankheiten können das Ungeborene auch im geschützten Mutterleib gefährden. Gute medizinische Betreuung ist daher eine der wichtigsten Voraussetzungen, dass mit dem Baby alles gut geht. In Deutschland ist das kein Problem, im Gegenteil: Es gibt kaum ein Land, in dem allen werdenden Müttern eine so umfassende medizinische Vorsorge zur Verfügung steht. Mindestens zehn Termine für eine Vorsorgeuntersuchung sind heute für jede Schwangere eingeplant, bei gesundheitlichen Problemen auch mehr.
Das mag viel erscheinen, weil bei den meisten Frauen alles ganz normal verläuft. Aber werdende Mütter tragen ja Verantwortung für zwei. Studien beweisen immer wieder den Wert der häufigen Kontrollen: Die Chance auf ein gesundes Baby ist umso größer, wenn eine werdende Mutter möglichst frühzeitig zum Arzt geht und keine Vorsorgeuntersuchung versäumt!
Aber was wird bei der jeweiligen Vorsorgeuntersuchung gemacht? Und was testet der Arzt zusätzlich im Laufe der Schwangerschaft?

singlePlayer

Blut-Tests bei der Vorsorgeuntersuchung

Bei der großen Erstuntersuchung entnimmt der Arzt Blut aus der Armvene. Bestimmt werden die Blutgruppe der Mutter, der Rhesusfaktor (wegen einer möglichen Unverträglichkeit), die Abwehrkraft gegen Röteln und Toxoplasmose - Infektionskrankheiten, die das Ungeborene schädigen können. Aus dem Tropfen, der jedes Mal aus der Fingerspitze gewonnen wird, wird der Eisengehalt des Blutes errechnet. Denn der ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass das wachsende Baby genug Sauerstoff bekommt). Notfalls muss mit Eisentabletten ausgeglichen werden.

Blutdruck-Messungen bei der Vorsorgeuntersuchung

Bei jeder Vorsorgeuntersuchung prüft die Arzthelferin den Blutdruck. Ist er normal? Sind die Werte zu niedrig oder zu hoch, könnte das dem Ungeborenen schaden. Zudem könnte er ein Anzeichen für eine Gestose sein. Diese auch als Präeklampsie oder "Schwangerschaftshochdruck" bezeichnete Krankheit kann für Mutter und Kind gleichermaßen gefährlich werden. Der Arzt wird nach den Ursachen suchen und eventuell behandeln.

Urin-Untersuchungen bei der Vorsorgeuntersuchung

Bei jeder Urin-Untersuchung forscht das Labor, ob die werdende Mutter eine Entzündung hat. Ein Indiz dafür ist unter anderem eine zu hohe Konzentration von Leukozyten im Urin. Gesucht wird zudem nach Anzeichen einer Präeklampsie, die sich auch am Eiweißgehalt der Urinprobe erkennen lässt.

Chromosomen-Test bei der Vorsorgeuntersuchung

Die Untersuchung wird nur durchgeführt, wenn die Mutter zustimmt

Bei Müttern über 35 steigt das Risiko, ein chromosomengeschädigtes Kind auszutragen. Mit diesem Test wird vor allem nach dem Down-Syndrom gesucht. Für diesen Test braucht der Arzt Zellen des Ungeborenen. Entweder werden sie um die elfte Schwangerschaftswoche mithilfe einer Chorionzottenbiopsie aus dem Plazentagewebe entnommen, durch eine Amniozentese aus dem Fruchtwasser (zwischen der 14. und der 20. Schwangerschaftswoche) oder die Untersuchung erfolgt nichtinvasiv über einen Bluttest.
Beide Methoden bringen gewisse Risiken mit sich: Zum einen besteht die, wenn auch geringe Gefahr, einer Fehlgeburt, zum anderen dauert es oft mehrere Wochen, bis das Ergebnis feststeht. Diese Zeit der Ungewissheit kann für die Eltern sehr belastend sein, zumal am Ende die quälende Frage stehen kann, ob die Schwangerschaft abgebrochen werden soll.
Die Untersuchung der kindlichen Chromosomen ist keine Pflichtvorsorge, sondern wird nur durchgeführt, wenn die Mutter dem zustimmt. Bei Frauen über 35, Risikoschwangerschaften oder einem Verdacht übernehmen die Krankenkassen die Kosten.

Herzton-Kontrollen bei der Vorsorgeuntersuchung

Ab der zwölften Schwangerschaftswoche sucht der Arzt mit einem speziellen Gerät nach den Herztönen des Babys. Der Rhythmus und die Zahl der Schläge pro Minute geben Hinweise, ob es dem Ungeborenen gut geht. Gegen Ende der Schwangerschaft wird die werdende Mutter bei den Vorsorgeterminen mit dem CTG, dem Herzton-Wehenschreiber, untersucht.

Ultraschalls bei der Vorsorgeuntersuchung

Meist wird die Schwangerschaft heute auch per Ultraschall bestätigt

Im Mutterpass sind (mindestens) drei Untersuchungen per Ultraschall vorgesehen. Gibt es weder ein Risiko noch einen Verdacht, dann sind diese drei Untersuchungen auch ausreichend. Meist wird heute aber schon beim ersten Arzttermin "geschallt", um die Schwangerschaft festzustellen.
Allerdings ist der Arzt mittlerweile verpflichtet, vor den Ultraschalluntersuchungen so genannte Aufklärungsgespräche durchzuführen. Sie sollen abklären, ob die werdenden Eltern überhaupt Ultraschalluntersuchungen wünschen, und ob sie beim zweiten Ultraschalltermin (s. u.) ein erweitertes Screening möchten, bei dem nicht nur die normalen Messungen gemacht werden, sondern auch nach Auffälligkeiten wie etwa Fehlbildungen gesucht wird. So soll die Grenze zwischen normalem Ultraschall und Pränataldiagnostik deutlicher gezogen werden. Auch das Recht der Eltern auf Nichtwissen soll so gestärkt werden.
In der Neunte bis 12. Woche prüft der Arzt, ob das "Alter" der Schwangerschaft stimmen kann, und berechnet noch einmal den Geburtstermin.
In der 19. bis 22. Woche folgt die "große Inspektion": Ist das Ungeborene normal entwickelt und vital? Sind Mehrlinge unterwegs? Wächst das Baby richtig?
Gegen Ende der Schwangerschaft, in der 29. bis 32. Woche, werden die inneren Organe angeschaut - Herz, Nieren, Gehirn: Hat sich alles richtig entwickelt? Bei diesem Termin werden auch Größe, Gewicht und Kopfumfang des Babys für die Geburt berechnet. Der Arzt überzeugt sich, dass nicht zu viel oder zu wenig Fruchtwasser vorhanden ist.
Ist das Baby zu klein für sein Alter, kann mit Doppler-Ultraschall genau geprüft werden, ob das Ungeborene noch gut versorgt wird. In manchen Zentren gibt es auch noch den 3D-Ultraschall. Damit kann man das Baby fast wie im Kino sehen. Und: Die Diagnose bestimmter Entwicklungsstörungen wird damit leichter.