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Querlage beim Baby Was bedeutet das?

Querlage beim Baby
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Du hast erfahren, dass sich dein Baby in Querlage befindet und fragst dich, was die Ursachen sind und was das für die Schwangerschaft und die Geburt bedeutet? Wir erklären es dir.

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Die meisten Kinder liegen zum Ende der Schwangerschaft in Schädellage, also mit dem Po nach oben und dem Kopf nach unten, im Bauch ihrer Mutter. Bei wenigen ist es anders herum: In der sogenannten Steißlage liegen sie mit dem Kopf nach oben und dem Steiß nach unten. Ganz selten kommt es vor, dass sich das Baby kurz vor der Geburt in Querlage befindet. In diesem Fall liegt das Kind quer im mütterlichen Bauch. Die kindliche Wirbelsäule steht dann also im rechten Winkel zur Wirbelsäule der Mutter, Kopf und Po befinden sich jeweils seitlich in der Gebärmutter etwa auf gleicher Höhe. 

Neben der Querlage beim Baby gibt es auch noch die sogenannte Schräglage. Hierbei kann man Po und Kopf des Kindes ebenfalls seitlich ertasten, jedoch liegen entweder Köpfchen oder Steiß etwas höher. Das Baby liegt demnach nicht ganz waagerecht in der Gebärmutter, sondern schräg. 

Querlage beim Baby: Mögliche Ursachen

Die Querlage bei deinem Baby kann verschiedene Ursachen haben. Meist ist eine große Beweglichkeit des Babys der Grund. Diese liegt oft darin begründet, dass das Ungeborene viel Platz zur Verfügung hat, entweder durch eine sehr große Menge Fruchtwasser oder eine schlaffe Gebärmutterwand (zum Beispiel als Folge vorangegangener Schwangerschaften). Auch bei bestimmten Beckenanomalien, Mehrlingsschwangerschaften oder einer Placenta praevia (die Plazenta sitzt vorm Muttermund) kann es zu einer Querlage beim Baby kommen. 

Selten kommt es auch vor, dass das Baby sich nicht aus der Querlage befreien kann, weil die Nabelschnur zu kurz ist. Dies ist allerdings auf dem Ultraschall nicht zu sehen.

Wie häufig kommt die Querlage beim Baby vor?

Nur etwa 0,6 Prozent aller Babys befinden sich in der 40. Schwangerschaftswoche in Querlage. Da der Platz in der Gebärmutter mit zunehmenden Wachstum des Ungeborenen kleiner wird, drehen sich die meisten Kinder etwa bis zur 34. Schwangerschaftswoche in die Schädellage. Aber auch danach ist eine spontane Drehung des Kindes noch möglich.

Wie wird die Querlage beim Baby festgestellt?

Die genaue Lage des Kindes wird bei den Vorsorgeuntersuchungen meistens per Ultraschall festgestellt. Aber auch durch die sogenannten Leopold-Handgriffe kann der Arzt/die Ärztin oder die Hebamme erkennen, wie das Kind liegt. 

Du selbst kannst auch spüren, ob sich dein Kind in Querlage befindet. Wenn es sich streckt, spürst du dies besonders links und rechts am Bauch, da hier Köpfchen und Füße nach außen drücken. 

Und auch an der Bauchform lässt sich in späteren Schwangerschaftswochen eine Querlage erkennen, denn er hat dann meist eine stärkere Ausdehnung zu den Seiten. Auch der sogenannte Fundusstand, also der höchste zu ertastende Punkt deiner Gebärmutter, ist dann tiefer als normalerweise in der entsprechenden Schwangerschaftswoche üblich. 

Querlage beim Bay: Was bedeutet das für die Geburt?

Bei einer Querlage ist eine natürliche Geburt nicht möglich. Meist wird in diesen Fällen ein Kaiserschnitt durchgeführt, da das Risiko für Mutter und Kind zu groß ist. Denn quer passt das Baby nicht durch den Geburtskanal. Auch wenn sich das Kind kurz vor den Eröffnungswehen noch in die Schädellage bringt, kann es vorkommen, dass Schultern oder Arme des Babys sich in einer für die Geburt hinderlichen Position befinden (Armvorfall). So wird auch in diesen Fällen meistens ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Befindet sich dein Baby in Querlage, wenn die Fruchtblase springt, ist die Gefahr erhöht, dass die Nabelschnur vorfällt (Nabelschnurvorfall). Das bedeutet, dass die Nabelschnur vor den vorangehenden Teil des Kindes rutscht und dabei abgeklemmt werden könnte. Darum sollte in diesem Fall möglichst ein Liegendtransport ins Krankenhaus durchgeführt werden. 

Was kann ich tun, wenn mein Baby in Querlage liegt?

Sollte sich dein Baby gegen Ende der Schwangerschaft noch in Querlage befinden, ist dies kein Grund zur Panik. Selbst nach der 38. Schwangerschaftswoche kann sich das Baby noch spontan drehen. Außerdem gibt es viele Möglichkeiten, das Baby zu einer Drehung zu motivieren. 

Indische Brücke

Zunächst kannst du es mit einer Reihe von Übungen versuchen. Die bekannteste davon ist die sogenannte indische Brücke. Es handelt sich hierbei um eine Position aus dem Hatha-Yoga. Dafür legst du dich auf den Rücken, stellst deine Füße hüftbreit unterhalb der Knie auf und hebst dein Becken nach oben. Diese Position solltest Du so lange halten, wie es für dich angenehm ist. Danach stehst du über die Seite schwungvoll auf. Die Übung kannst du mehrmals täglich durchführen. 

Durch die Hochlagerung des Beckens, die Tieflagerung der Schultern und die damit verbundene sanfte Streckung des Bauches, hat das Baby mehr Platz im Bauch und eine Drehung fällt ihm leichter.

Die indische Brücke sowie weitere Übungen für die Drehung deines Kindes solltest du dir am besten von deiner Hebamme zeigen lassen, damit du sie richtig durchführst und sie für dich und dein Baby angenehm sind.

Weitere Methoden

Neben der indischen Brücke gibt es noch weitere Methoden, die dein Baby zu einer Drehung animieren können. Dazu gehören:

  • Moxen/Moxibustion: Eine Methode, bei der ein Akupunkturpunkt an den kleinen Zehen beider Füße mithilfe einer angezündeten Beifußzigarre stimuliert wird. Das Becken der Frau wird währenddessen meist hochgelagert wie bei der indischen Brücke. Viele Hebammen können Moxibustion bei dir durchführen.
  • Lichtquelle bewegen: Das Baby kann mithilfe einer Lichtquelle (beispielsweise einer Taschenlampe) mit dem Kopf nach oben gelockt werden.
  • Geräusche: Das Ungeborene folgt einem bestimmten Klang (beispielsweise Glocke) mit dem Köpfchen nach oben und dreht sich damit von der Querlage in die Schädellage.
  • Äußere Wendung: Diese Methode kommt meist ganz zum Schluss zum Einsatz, wenn alles Andere nicht wirksam war. Ein/e Ärzti:n versucht, das Baby mit speziellen Griffen von außen, im Bauch der Mutter zu drehen.

Quellen:

  • Geist C., Harder U., Stiefel A.: Hebammenkunde – Lehrbuch für Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Beruf. Hippokrates Verlag in MVS Medizinverlage, 5. Auflage, Stuttgart 2012
  •  Stauber M., Weyerstahl T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Duale Reihe; Georg Thieme Verlag, 4. Auflage, Stuttgart 2013
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