Schwangerschaft
 
Salbeitee in der Schwangerschaft: Heilkraut mit Risiko

Pflanzenmedizin gilt oft als harmlos und frei von Nebenwirkungen. Und Kräutertee als ideales Getränk für Schwangere. Aber: Kräuter, die wirken, können auch Nebenwirkungen haben. Dazu gehört der Salbei. Hier erfährst Du, warum er Schwangeren in hoher Dosierung gefährlich werden kann.

Salbeipflanze auf dem Feld
iStock, RayTango
Auf einen Blick
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  • Die Wirkstoffe der Salbeiblätter wirken zusammenziehend, schwach antibakteriell und virushemmend.
  • Salbei wird als Hausmittel eingesetzt zum Beispiel bei übermäßigem Schwitzen, Halsschmerzen und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut.
  • Allerdings enthalten die Blätter das Nervengift Thujon, das in hoher Dosierung schwere Nebenwirkungen haben kann.
  • Salbeitee im Übermaß könnte eine wehenfördernde Wirkung haben und das Risiko auf Blutungen, Fehlgeburten und vorzeitige Wehen steigern.

Mmmmmh, Salbeitee! Ob als wohltuender Hustentee mit Honig, beruhigend bei Halsschmerzen oder als Bestandteil von Teemischungen: Die samtigen, aromatisch duftenden Blätter des Echten Salbeis („Salvia Offizinalis“) wurden schon von den Römern geschätzt und kamen mit ihnen zu uns über die Alpen. „Salvia“ leitet sich ab vom salvare, was auf Deutsch „heilen“ bedeutet. Die Pflanze trägt ihre heilende Wirkung also schon im Namen.
Allerdings hat sie im wahrsten Sinne des Wortes auch eine bittere Seite: Sie enthält das Nervengift Thujon.

Salbei: Was ihn zum Heilkraut macht

Die Wirkstoffe der Salbeiblätter wirken zusammenziehend, schwach antibakteriell und virushemmend. In der Volksmedizin werden Tee und Tinkturen aus Salbeiblättern zum Beispiel eingesetzt bei

  • übermäßigem Schwitzen
  • Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut
  • Entzündetem Zahnfleisch
  • Halsschmerzen
  • Magen-Darm-Beschwerden

Wie können die Blätter in der Schwangerschaft gefährlich werden?

Entscheidend ist der hohe Anteil an ätherischem Öl. In großen Mengen ist das ätherische Öl durch seinen Gehalt an Thujon giftig. Thujon ist ein Nervengift und ist Hauptbestandteil der ätherischen Öle von Salbei. (Übrigens auch von Wermut und Beifuß!) In der richtigen therapeutischen Dosis wirkt Thujon krampflösend, desinfizierend, schweißhemmend und schmerzberuhigend. Zu hoch dosiert kann es zu unerwünschten Nebenwirkungen wie Erbrechen, Magen-Darmkrämpfen, Nierenschäden sowie Kopfschmerzen und Schwindel führen.
Deshalb wird es generell als bedenklich angesehen, wenn man Salbeitee dauernd als Kräutertee trinkt – das gilt auch außerhalb der Schwangerschaft.
Außerdem besteht der Verdacht, dass der Tee in der Schwangerschaft in hohen Dosen und im Dauergebrauch die Gebärmutter dazu anregt, sich zusammenzuziehen. Dies könnte eine wehenfördernde Wirkung haben und das Risiko auf Blutungen, Fehlgeburten und vorzeitige Wehen steigern.

Was ist mit salbei-haltigen Medikamenten in der Schwangerschaft?

Salbeiblätter
iStock, Stieglitz

Tinkturen mit einem hohen Gehalt an ätherischen Ölen aus Salbei sollten in der Schwangerschaft nicht verwendet werden.
Willst du mit Salbeitee gurgeln oder den Mund spülen, so solltest du darauf achten, den Tee hinterher wieder auszuspucken und höchstens geringe Mengen zu verschlucken.

Muss ich mir Sorgen machen, weil ich eine Tasse Salbeitee getrunken habe?

Nein. Wie immer macht die Dosis das Gift. Nur, weil etwas schädlich ist, heißt das nicht, dass es das unbedingt auch in der winzigsten Menge ist.
Beim Salbei sagt die bisherige Forschung, dass die schädlichen Wirkungen erst nach dem Konsum hoher Dosen über einen längeren Zeitraum auftreten können, nicht schon nach einer einzelnen Tasse oder einem Salbeiblättchen in der Schnitzelsoße. Da kannst du also ganz beruhigt sein. Zur Sicherheit aber sollten Schwangere diesen Tee generell lieber nicht trinken, sondern den erhöhten Flüssigkeitsbedarf lieber mit einer Tasse Kamillentee, anderen Kräutertees, Wasser oder Saft-Schorlen stillen.

Und wie ist es mit Salbeitee in der Stillzeit?

In der traditionellen Volksmedizin wird dem Kraut eine milchhemmende Wirkung nachgesagt – deshalb empfehlen Hebammen auch gerne Salbeitee, um das Abstillen zu unterstützen. In wie großen Mengen eine Frau den Tee trinken muss, um in der Stillzeit einen milchhemmenden Effekt zu haben, ist nicht sicher.
Umgekehrt machen sich manche Schwangere Sorgen, ob der Konsum von Salbei vielleicht zu Stillschwierigkeiten führen könnte. Aber ziemlich sicher gilt auch hier: Eine einzige Tasse Salbeitee oder ein paar Salbeibonbons werden dafür kaum ausreichen, schon gar nicht vor der Geburt, wenn das Baby noch gar nicht auf der Welt ist.