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Salicylsäure in der Schwangerschaft Ist BHA für Schwangere unbedenklich?

Salicylsäure in der Schwangerschaft: Frau wendet Salicylsäure im Gesicht an
© puhhha / Shutterstock
Darf Salicylsäure in der Schwangerschaft angewendet werden? Wir erklären dir zusammen mit Dermatologin Dr. Sarah Bechstein, was wichtig ist.

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Was ist Salicylsäure?

Salicylsäure, auch BHA genannt, ist ein chemisches Peeling und wird aus ätherischen Ölen und Pflanzenhormonen gewonnen. Der Wirkstoff wird bei Akne, Pickeln, fettiger Haut, Mitessern und Verhornungsstörungen wie Reibeisenhaut und Schuppenflechte auf die betroffene Hautpartie oder das gesamte Gesicht aufgetragen. Dort befreit er die Haut von abgestorbenen Hautzellen.

Vielleicht kennst du bisher nur Peelings, die mit feinen Körnern arbeiten. Diese nennen sich mechanische Peelings, da sie die Haut mithilfe eines Schleifkörpers von toten Hautzellen befreien. Diese Art des Peelings könnte allerdings für Mikrorisse und -verletzungen auf der Haut sorgen. Entzündungen sind oftmals die Folge.

Chemische Peelings wie die Salicylsäure setzen auf eine sanftere Variante und entschuppen die verdickte Hautoberfläche, indem sie in die Hautschichten eindringen und die obere Hautschicht sanft abschälen. Das Ergebnis: Fahle Haut gehört der Vergangenheit an und sie gewinnt ihre Strahlkraft zurück.

Du erkennst Salicylsäure unter diesen Begriffen:

  • BHA
  • Salicylsäure
  • Benzylsalicylat
  • Generell an dem Wort Salicyl in Kosmetik

Nebenwirkungen treten bei der Behandlung mit Salicylsäure selten auf. Vorsichtig sollten Menschen mit empfindlicher Haut sein. Es kann zu folgenden Reaktionen kommen:

  • Rötungen
  • Brennen
  • Jucken
  • Austrocknen der Haut
  • Allergischen Reaktionen

In diesen Fällen solltest du Salicylsäure zum Beispiel gegen Akne oder dunkle Flecken nicht länger verwenden.

Wie schädlich ist Salicylsäure in der Schwangerschaft?

Im Gegensatz zu Retinol in der Schwangerschaft (Vitamin A) ist die Anwendung von Salicylsäure bei Schwangeren nicht ausreichend untersucht. Mediziner:innen unterscheiden jedoch in ihren Empfehlungen zwischen dem ersten und zweiten Schwangerschaftsdrittel, dem letzten Trimester und der Konzentration der Salicylsäure.

Erstes und zweites Schwangerschaftsdrittel

Wir haben uns durch viele Foreneinträge und Antworten von Mediziner:innen gelesen. Schwangere berichteten, unwissentlich Salicylsäure zu Anfang der Schwangerschaft benutzt zu haben, meist im ersten und zweiten Trimester. Sie fürchteten um die Gesundheit ihres ungeborenen Kindes. Doch die Expert:innen konnten beruhigen. Wenn die Salicylsäure lediglich kleinflächig (im Gesicht oder in Shampoos) angewendet wurde und nicht höher als zweiprozentig konzentriert war, besteht keine Gefahr für die kindliche Entwicklung. Frei verkäufliche chemische Peelings und Produkte für die Hautpflege und in Kosmetik liegen in der Konzentration nicht über zwei Prozent, da für die tägliche Anwendung zu Hause ein bis zwei Prozent optimal sind. Die Dermatologin Dr. Sarah Bechstein fügt hinzu:

Nur bei höher-prozentigen Salicylsäuren wird empfohlen, diese während der gesamten Schwangerschaft nicht anzuwenden. Gleiches gilt auch bei einer eingeschränkten Nierenfunktion.

Das letzte Schwangerschaftsdrittel

Im letzten Schwangerschaftsdrittel können Wirkstoffe, die die eigene Prostaglandinen-Produktion (Gewebshormone) hemmen, Herz und Nieren des Babys schädigen. Zu diesen Wirkstoffen zählt auch eine hochprozentige Salicylsäure. Sie wird über die Haut aufgenommen und gelangt zum Ungeborenen. Hohe Dosen von Salicylsäure können ab der 30. Schwangerschaftswoche daher laut Ärzt:innen zum vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus, der kindlichen Kreislaufverbindung, führen. 

Daher empfehlen Mediziner:innen sicherheitshalber vom Gebrauch einer hochprozentigen Salicylsäure (höher als zwei Prozent) während der gesamten Schwangerschaft abzusehen. Dabei wird ein Risiko, welches bisher noch nicht ausreichend erforscht ist, für das Ungeborene ausgeschlossen. Dr. Sarah Bechstein betont:

Die kurzzeitige und kleinflächige Anwendung von abwaschbaren, salicylhaltigen Produkten mit einer zweiprozentigen Formulierung, wie einer Waschlotion, stellt dabei keine Gefahr dar.

Salicylsäure in der Stillzeit

Während der Stillzeit gilt es, Salicylsäure nicht im Bereich der Brust aufzutragen, damit das Baby nicht mit dem Wirkstoff in Kontakt kommt. Es könnte systemisch wirken, also über die Haut in den Blutkreislauf des Säuglings gelangen.

Alternativen zu Salicylsäure in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft musst du jedoch nicht auf chemische Peelings verzichten. Denn meist ist es das Einzige, was gegen eine unreine Haut wirklich hilft. Benutze ein Exfoliant mit Glykol- oder Milchsäure (AHA). Sie sind in der Schwangerschaft unbedenklich.

Diese Hautpflege Wirkstoffe sind ebenfalls für Schwangere geeignet und in der Anwendung ungefährlich für das Baby:

  • UV-Schutz ohne Oxybenzon
  • Vitamin C
  • Azelainsäure
  • Hyaluronsäure
  • Benzoylperoxid (gegen Unreinheiten und Akne)

Fazit

Hochprozentige Salicylsäure (höher als 2 Prozent) sollte in der Hautpflege als Behandlung gegen unreine Haut und Hautkrankheiten allerdings besser vermieden werden. Um das Ungeborene zu schützen, verzichten wir lieber auf alle vermeidbaren Gefahren.

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Verwendete Quellen: pharmazeutische-zeitung.de, hautarztzentrum-kiel.de

ELTERN

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