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Sauna in der Schwangerschaft Ist ein Saunabesuch für Schwangere unbedenklich?

Sauna in der Schwangerschaft: Frau sitzt in einer Sauna
© leszekglasner / Adobe Stock
Wer gerne in der Sauna schwitzt, möchte darauf auch in der Schwangerschaft ungern verzichten. Aber ist der Saunabesuch auch als Schwangere gesund – oder ist die Hitze für werdende Mütter eher bedenklich? Wir haben alle wichtigen Informationen rund um die Schwitzkur für euch zusammengestellt.

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Regelmäßige Saunagänge fördern die Gesundheit und sorgen für Entspannung – auch in der Schwangerschaft. Doch es gibt auch Gründe, die gegen einen Saunabesuch sprechen können. Welche Einschränkungen es für Schwangere gibt und worauf du beim Saunieren als werdende Mutter achten solltest, erfährst du hier.

Ist ein Besuch in der Sauna während der Schwangerschaft erlaubt?

Um es direkt vorwegzunehmen: Ja, auch in der Schwangerschaft sind Saunabesuche erlaubt – wenn auch mit Einschränkungen. Wenn du bereits Erfahrungen im Saunieren hast, gesund bist und keine Risikoschwangerschaft mit Komplikationen bei dir vorliegt, kannst du auch als schwangere Frau weiterhin problemlos in der Sauna schwitzen. Und das sogar vom ersten Trimester an bis kurz vor der Geburt.

Hast du allerdings noch keinerlei Erfahrungen mit der Schwitzkur gemacht oder fühlst dich beim Saunabaden unsicher, verzichtest du laut Berufsverband der Frauenärzte e.V. die ersten drei Schwangerschaftsmonate – also während des ersten Trimesters – lieber auf einen Saunabesuch. Dein Körper ist durch die Schwangerschaft mehr als sonst gefordert und die Hitze könnte deinem untrainierten Kreislauf zu schaffen machen. Ab dem zweiten Trimester kannst du dich aber vorsichtig an das Saunieren herantasten, wenn dir danach ist.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, vor einem Besuch in der Sauna während der Schwangerschaft mit deiner Hebamme, deiner Gynäkologin oder deinem Gynäkologen Rücksprache zu halten. Sie kennen dich und deine Schwangerschaft und können dir eine gute Einschätzung darüber geben, ob der Saunabesuch für dich als werdende Mutter eine gute Idee ist.

Wann du die Sauna während deiner Schwangerschaft besser meidest

Es gibt einige wenige Kontraindikationen für einen Saunabesuch während der Schwangerschaft. Dazu zählen:

  • eine vorzeitige Wehentätigkeit
  • ein verkürzter Gebärmutterhals
  • eine Gestose
  • Bluthochdruck, Krampfadern und Nierenprobleme
  • Kreislaufprobleme
  • Risikoschwangerschaften und Schwangerschaftskomplikationen

Ob einer dieser Punkte in deinem Fall zu einer Hitzepause führt, besprichst du am besten mit deinem behandelnden Arzt oder deiner Ärztin. Und Achtung: Kurz vor dem Geburtstermin können die hohen Temperaturen sowie ätherische Öle aus Aufgüssen (zum Beispiel Zedernholzöl)wehenfördernd wirken. Also in den letzten Schwangerschaftswochen vielleicht lieber ohne Aufguss das Saunabaden genießen.

Dein Baby bekommt von der Hitze übrigens nichts mit: Es liegt geschützt in Fruchtblase und -wasser. Allerdings gibt es Studien, die eine erhöhte Körperkerntemperatur der werdenden Mutter mit Komplikationen in der Organbildung und Neuralrohrdefekten in Verbindung bringen. Ein kurzer Saunabesuch ist allerdings in der Regel nicht ausreichend, um deinen Körper beziehungsweise deine Körpertemperatur dermaßen zu erhitzen. Besprich dich bei Unsicherheiten hierzu mit deiner Hebamme, deinem Arzt oder deiner Ärztin.

Tipps für den Saunabesuch in der Schwangerschaft:

Auch wenn du bereits Erfahrungen mit dem Saunieren hast, gibt es ein paar Punkte, auf die du als Schwangere nun speziell achten kannst:

  • Nicht übertreiben:
    Während der Schwangerschaft empfehlen sich eher kürzere Aufenthalte in der Sauna: 5 bis 10 Minuten für ungeübte und maximal 15 Minuten für erfahrene Saunagängerinnen sind angeraten. Und zwei Saunagänge pro Besuch und Woche sind für schwangere Frauen ausreichend.
  • Lieber etwas kühler:
    Schwangeren Frauen werden Saunatypen aus dem Bereich der Niedrigtemperatur empfohlen. Große Hitze, wie sie mit 90 Grad Celsius in der klassischen finnischen Sauna herrscht, belastet deinen Kreislauf sehr stark. Als angenehm und gut verträglich werden Saunatemperaturen zwischen 50 Grad Celsius und 60 Grad Celsius empfunden.
  • Den Körper richtig vorbereiten:
    Um den Kreislauf auf die Wärme einzustimmen und die Durchblutung anzuregen, empfiehlt der Berufsverband der Frauenärzte e.V. schwangeren Frauen vor dem Saunabesuch ein warmes Fußbad.
  • Ausreichend trinken:
    Nach zwei Saunagängen von jeweils 15 Minuten verlierst du durch das Schwitzen knapp einen Liter Flüssigkeit. Gleiche den Flüssigkeitsverlust nach dem Saunieren mit Wasser, ungesüßten Fruchtschorlen oder isotonischen Getränken wieder aus. Eine gute Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, um Kreislaufprobleme zu vermeiden.
  • Auf die Hygiene achten:
    Achte darauf, in der öffentlichen Sauna immer ein frisches Handtuch unterzulegen. So vermeidest du Infektionen des Intimbereichs.
  • Höre auf deinen Körper:
    Auch wenn du vor der Schwangerschaft vielleicht schon häufig in der Sauna warst: Dein Körper – vor allem dein Kreislauf – kann nun komplett anders reagieren, als du es gewohnt bist. Falls dir schwindelig wird oder du dich anderweitig unwohl fühlst, breche den Saunabesuch lieber ab!
  • Ruhepausen einplanen:
    Plane zwischen den Saunagängen ausreichend Ruhepausen ein, damit sich dein Körper erholen kann. Nach dem Saunabesuch kannst du dir etwa eine kleine Massage gönnen
  • Lieber zu zweit:
    Gerade bei plötzlich auftretenden Kreislaufbeschwerden besteht Sturzgefahr. Hier kann es beruhigend sein, dass man nicht allein in der Sauna ist.
  • Richtig abkühlen:
    Nach dem Saunieren mit einem Wasserschlauch langsam von den Beinen über die Arme bis zu Rücken und Bauch vorarbeiten. Und besser keine Tauchbäder und krassen Temperaturwechsel, um den Kreislauf nicht zu überfordern.

Und was ist mit einem Dampfbad?

Die niedrigeren Temperaturen um 50 Grad Celsius in Dampfbad oder Dampfsauna werden von vielen Schwangeren zwar als angenehm empfunden, dafür belastet die feuchte Luft im Hammam aber den Kreislauf mehr. Hier also lieber vorsichtig sein.  

Vorteile: So gesund ist ein Saunabesuch

Besuche in der Sauna sind gesund und fördern unsere körpereigenen Abwehrkräfte. Wer regelmäßig schwitzt, kann sich über ein gestärktes Herz-Kreislauf-System, eine niedrigere Infektanfälligkeit und weniger Atemwegs- und Gelenkbeschwerden freuen. Zusätzlich werden in der Sauna vermehrt Endorphine ausgeschüttet: Das hellt die Stimmung auf und sorgt für Entspannung. 2015 wurde in einer finnischen Studie sogar die Vermutung aufgestellt, dass regelmäßige Besuche in der Sauna zu einem längeren Leben führen und das Risiko eines Herzinfarktes verringern können.

In der Schwangerschaft kann der Saunabesuch zudem noch weitere positive Effekte mit sich bringen. Durch das Schwitzen kannst du Wassereinlagerungen (Ödemen) vorbeugen. Und auch auf die Geburt sollen sich regelmäßige Saunabesuche positiv auswirken: Saunagängerinnen haben häufig eine entspanntere Muskulatur, was die Geburtsdauer verkürzen kann.

Lese-Tipp: Du hast bereits Nachwuchs und fragst dich, ob du auch mit Kindern in die Sauna gehen kannst? Hier bekommst du alle Antworten: Dürfen Kinder in die Sauna?

Quellen:

ELTERN

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