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Schwangerschaftsübelkeit Das hilft gegen die lästige Morgenübelkeit

Junge Frau sind mit Übelkeit am gedeckten Frühstückstisch
© Goran / Adobe Stock
Schwangerschaftsübelkeit ist der Klassiker unter den frühen Schwangerschaftsanzeichen. Aber woher kommt das flaue Gefühl und der starke Ekel vor bestimmten Speisen? Alles über mögliche Ursachen und die besten Tipps gegen die sogenannte Morgenübelkeit.

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Wenn du dich zu Beginn deiner Schwangerschaft schon beim Gedanken an bestimmte Gerüche, Lebensmittel oder Kosmetikprodukte fast übergeben musst, bis du keinesfalls allein. Drei von vier Frauen sind im ersten Trimester von plötzlicher Übelkeit und Erbrechen betroffen. Blöd, wenn noch keiner von den neuen Umständen erfahren soll! Mit unseren Tipps gegen Schwangerschaftsübelkeit geht es dir hoffentlich bald besser und du kannst dein süßes Geheimnis noch etwas für dich behalten.

Welche Ursachen hat Schwangerschaftsübelkeit?

Die Ursachen für das flaue Gefühl und das lästige Erbrechen in den ersten Schwangerschaftswochen ist nicht eindeutig geklärt. Die Forschung geht aber von einer Kombination verschiedener Faktoren aus. Zu den wichtigsten gehört die rapide Umstellung der Hormone zu Beginn einer Schwangerschaft. Besonders Östrogen und der schnelle Anstieg des Schwangerschaftshormons hCG scheinen verantwortlich für Schwangerschaftsübelkeit zu sein. Dafür spricht, dass die Übelkeit dann zurückgeht, wenn auch der hCG-Spiegel wieder sinkt.

Weitere Ursachen und Theorien

Zusätzlich können Schilddrüsenstörungen, Stress, Angst, Schlafmangel, ein niedriger Blutzuckerspiegel und Kreislaufprobleme dazu führen, dass du dich nun häufig hundeelend in deinem Körper fühlst und den Tag am liebsten in der Nähe des Badezimmers verbringen würdest. Erbliche Faktoren können ebenfalls eine Rolle spielen. Litt deine Mama an Morgenübelkeit, ist die Wahrscheinlichkeit laut einer norwegischen Studie dreimal höher, dass es dich ebenfalls trifft.

Und dass du jetzt in Folge eines gestiegen Östrogen-Spiegels besonders empfindlich auf Gerüche reagierst, erklären einige Wissenschaftler mit dieser Theorie: Sie vermuten, dass der weibliche Körper das Baby auf diese Weise vor möglichen Schadstoffen und Verdorbenem schützt. Durchaus möglich, denn schwangeren Frauen wird häufig vom Geruch von Kaffee, Nikotin, Alkohol oder Fisch schlecht und eher selten vom Duft einer gesunden Gemüsesuppe, einem Salat oder Gummibärchen.

Ebenfalls nicht bewiesen ist die Rolle, die dein Unterbewusstsein spielen könnte. So könnte es funktionieren: Da du weißt, dass bestimmte Lebensmittel nun tabu sind, wird dir bereits beim Geruch von Salami, Schimmelkäse oder Sushi schlecht. Dagegen spricht, dass manche Schwangere gerade Heißhunger nach diesen Lebensmitteln entwickeln.

Wann tritt Schwangerschaftsübelkeit auf?

Schwangerschaftsübelkeit tritt meistens zwischen der 5. und 14. Schwangerschaftswoche (SSW) auf. Sie gilt somit auch als ein frühes Zeichen für eine Schwangerschaft. Auch wenn die Übelkeit an sich natürlich lästig und vielleicht sogar quälend ist, kommt sie also mit guten Nachrichten im Gepäck. Leider ist das erste Trimester aber auch die Zeit, in der du anderen meistens noch nichts von eurem Glück verraten möchtest. Jetzt gilt es, eine gute Ausrede für deine Beschwerden parat zu haben. Tipp: Magen-Darm kommt nicht so gut an. Schließlich wollen deine Kolleg:innen sich nicht anstecken.

Hier erfährst du noch mehr zum Thema  "Ab wann beginnt Schwangerschaftsübelkeit?"

Übrigens: Was die Uhrzeit angeht, hält sich die so genannte Morgenübelkeit nicht immer an ihren Namen. Einigen Frauen ist in der Frühschwangerschaft immer morgens schlecht, anderen aber auch nachmittags, abends oder nachts.

Wann endet die Morgenübelkeit wieder?

Um die 8. und 9. Schwangerschaftswoche ist die Schwangerschaftsübelkeit bei vielen werdenden Mamas am stärksten. Zu Beginn des zweiten Schwangerschaftsdrittels wird sie dann oft ganz plötzlich von Heißhungerattacken abgelöst. Hebammen stellen häufig fest, dass die Morgenübelkeit nachlässt, wenn der Mutterkuchen (Plazenta) vollständig ausgebildet ist. Das ist zwischen der 18. und 20. Schwangerschaftswoche (SSW) der Fall. Zum Ende der Schwangerschaft kann die Übelkeit auch zurückkehren. Die Ursache ist dann das Baby, das mit seinem Gewicht auf deinen Magen und andere Organe drückt.

Einige Frauen haben über die gesamte Schwangerschaft mit Übelkeit und Erbrechen zu kämpfen. Wenn du davon betroffen bist, ist es wichtig, mit deinem Arzt, deiner Ärztin oder deiner Hebamme zu sprechen.

Gibt es Schwangere, denen gar nicht übel wird?

Ein Viertel der werdenden Mütter sind nicht von Schwangerschaftsübelkeit betroffen. Gehörst du zu den Glücklichen? Klasse! Falls nicht, heißt es durchhalten! Meistens ist der Spuk zu Beginn des zweiten Trimesters wieder vorbei und der schöne Teil der Schwangerschaft kann beginnen. Bis dahin helfen dir hoffentlich unsere Tipps und Tricks gegen Übelkeit in der Schwangerschaft.

Was hilft gegen die Übelkeit? Die besten Tipps!

Gegen eine normale Schwangerschaftsübelkeit gibt es eine ganze Reihe von Tipps und Tricks. Ob sie bei euch helfen, probiert ihr am besten selbst aus. Eins ist aber ganz wichtig: Wenn du dich mehrmals am Tag übergeben musst, du kein Essen und keine Getränke bei dir behalten kannst und mehr als 1 Kilo abnimmst, helfen keine Hausmittel und guten Ratschläge. In diesem Fall handelt es sich vielleicht um Hyperemesis gravidarum. Mit dieser schweren Form der Schwangerschaftsübelkeit musst du unbedingt sofort zum Arzt. Dort wird man dir bei Bedarf ein linderndes Medikament verschreiben.

Unsere Tipps gegen „normale“ Schwangerschaftsübelkeit:

  1. Iss keine oder wenig fette, zuckerhaltige, saure oder stark gewürzte Speisen.
  2. Trink am besten Früchte- oder Kräutertee und Wasser ohne Kohlensäure.
  3. Meide zu heißes Essen. Es kann die Übelkeit verschlimmern.
  4. Gibt deinem Magen schon vor dem Aufstehen etwas zu tun. Iss zum Beispiel einen Zwieback oder ein paar Cracker und trink etwas leicht gesüßten Tee. Danach noch etwas liegenbleiben, bevor du dich langsam aufsetzt und an der Bettkante noch einmal durchatmest, bevor du aufstehst. Tipp: Vergiss nicht, den Snack schon am Abend bereitzustellen!
  5. Iss lieber viele kleine als zwei oder drei große Mahlzeiten am Tag, so wird dein Magen nicht leer. Achte darauf, dass sie mehr Kohlenhydrate und Ballaststoffe aus Obst und Gemüse enthalten als sonst. Auch Eiweiß und Vollkornprodukte beruhigen den Magen. Tipp: Pack dir Müsliriegel, Nüsse oder Trockenfrüchte in die Handtasche.
  6. Meide alles, was du im Moment nicht gerne riechst. Und bitte auch deinen Partner, dich zu unterstützen. Wenn du im Moment keinen Kaffee riechen kannst, muss er seine Portion Koffein eben in der nächsten Zeit außer Haus genießen.
  7. Gerüche machen Dir besonders zu schaffen? Steck ein Fläschchen Lavendelöl oder einen Zweig Rosmarin in deine Tasche, oder etwas anderes, das du gerne riechst. An ihnen kannst du schnuppern, wenn dir unterwegs von einem Geruch übel wird.
  8. Vitamine und Eisen in Kapselform können den Magen belasten. Sprich mit deinem Arzt, ob außer der wichtigen Folsäure gerade weitere Ergänzungsmittel notwendig sind.
  9. Zitronenwasser oder der Geruch von grünen Äpfeln sind bekannte Hausmittel gegen Übelkeit.
  10. Versuch, langsam und in kleinen Schlucken zu trinken.
  11. Und wenn das Trinken gerade auch Übelkeit verursacht, lutsche Eiswürfel.

Einigen Schwangeren helfen auch Akkupressurbänder. Sie wurden ursprünglich gegen Seekrankheit entwickelt und stammen aus der traditionellen chinesischen Medizin. Wichtig: Beide Armbänder gleichzeitig tragen.

Nicht jeder Schwangeren helfen diese Tipps. Schau, was am besten passt und führe ein Ernährungstagebuch. Wenn du ein Curry verträgst, Kaffee und Obstsalat aber nicht, weißt du selbst am besten, wie du die Übelkeit in Schach hältst.

Auch deine Hebamme hat sicher noch ein paar Tricks auf Lager, um dir zu helfen. Einige Geburtsbegleiter:innen bieten zum Beispiel eine Fußreflexzonenmassage oder Akkupunktur gegen Übelkeit an. Wird es gar nicht besser, ist zu Hause jetzt der beste Platz zum Entspannen und Ausruhen. Schwangerschaft ist keine Krankheit, aber die lästige Schwangerschaftsübelkeit kann ganz schön anstrengend werden. Wenn es nicht anders geht, lass dich also ruhig krankschreiben!

Ist die Morgenübelkeit schlecht für das Baby?

Solange sich deine Übelkeit im Rahmen hält, wird sie dir und deinem Baby nicht schaden. Natürlich ist sie kräftezehrend und du wirst vielleicht etwas müder und gestresster sein als gewöhnlich, aber sie ist für das Ungeborene nicht gefährlich.

Anders sieht es für die rund zwei Prozent der Schwangeren aus, die an einer schweren Form der Schwangerschaftsübelkeit leiden. Bei einer Hyperemesis gravidarum hält die Übelkeit den ganzen Tag über an. Außerdem nimmt die Betroffene ab, weil sie nicht genug Nahrung bei sich behält.

Symptome einer Hyperemesis gravidarum:

  • Du hast über ein Kilo Gewichtsverlust.
  • Du musst mehr als dreimal am Tag erbrechen.
  • Du kannst nichts essen und/oder trinken.
  • Du fühlst dich benommen und schwach.
  • Dein Urin bleibt aus oder ist dunkel.
  • Das Erbrochene ist blutig oder hat eine braune Farbe.
  • Du hast Herzrasen.

Wenn du solche Symptome hast, musst du sofort zum Arzt, da sonst eine Mangelversorgung und Austrocknung droht. Er oder sie werden dir Flüssigkeit über einen Tropf zuführen, dir ein Medikament gegen die Übelkeit verabreichen (Antiemetikum) und dafür sorgen, dass der entstandene Nährstoffmangel schnell ausgeglichen wird.

Und noch ein kleiner Trost zum Schluss: Studien legen nahe, dass Schwangerschaftsübelkeit ein gutes Zeichen für die Schwangerschaft ist: Schwangere, die mit Übelkeit zu kämpfen haben, erleiden seltener Fehlgeburten als der Durchschnitt.

Quellen:

Åse Vikanes et al. (2010): Recurrence of hyperemesis gravidarum across generations: population based cohort study, in: BMJ; 340:c2050.
Antonette T. Dulay (letzte Änderung, Oktober 2020): Hyperemesis gravidarum, in: MSD Manual.
Imlau, Nora und Sabine Pfützner 2018: Babybauchzeit: Geborgen durch die Schwangerschaft und die Zeit danach, Hebammenwissen für Mutter und Kind, Weinheim 2018.
Ärzte im Netz: „Schwangerschaftsübelkeit: Unangenehm, aber auch ein gutes Zeichen.

ELTERN

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