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Verbotene Namen Diese Wortschöpfungen sind als Vornamen in Deutschland nicht erlaubt

Verbotene Namen: Mädchen guckt erschrocken in die Kamera
© oes / Adobe Stock
Bierstübl, Atomfried, Waldmeister oder Verleihnix – diese Ideen gelten als verbotene Namen und wurden von deutschen Standesämtern abgelehnt. Welche merkwürdigen Vorschläge für Baby-Namen in Deutschland noch verboten sind und warum, erfahrt ihr hier!

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Der Kreativität bei Baby-Namen sind keine Grenzen gesetzt. Oder doch? Diese interessanten Namensschöpfungen von Eltern haben es jedenfalls nicht durch die Prüfung des Standesamtes geschafft und gelten in Deutschland als verbotene Namen. Aber warum eigentlich?

Warum gibt es verbotene Namen?

Grundsätzlich dürfen Eltern den Vornamen für ihr Kind frei und eigenständig aussuchen – es gibt keine konkreten gesetzlichen Vorgaben zur Namensgebung, die festlegen, welche Vornamen erlaubt oder verboten sind. Aber: Ob der Vorname am Ende wirklich an das Kind vergeben werden kann, entscheidet in Deutschland das Standesamt. Der oder die Standesbeamte kann die Ausstellung der Geburtsurkunde verweigern, wenn der Name Bedenken hervorruft. An erster Stelle steht hierbei das Kindeswohl: Ist die Namensidee entwürdigend oder lächerlich und kann so möglicherweise das Wohl des Kindes gefährden, werden der oder die Standesbeamte Zweifel über die Tauglichkeit anmelden und eine Prüfung in die Wege leiten. Eltern können in so einem Falle ein Gutachten erstellen lassen, das die Eignung ihrer Wortschöpfung als Vorname bestätigen soll. In manchen Fällen landet der Streit um einen Vornamen dann sogar vor Gericht: So versuchten Eltern beispielsweise schon, den Namen Lucifer gerichtlich durchzusetzen. Am Ende zeigten sie sich aber einsichtig und gaben ihrem Kind stattdessen lieber den Vornamen Lucian.

Obwohl es keine genauen Gesetzesvorgaben zu verbotenen Namen gibt, haben sich einige Richtlinien zur Namensgebung als sogenanntes Gewohnheitsrecht herauskristallisiert. An diesen orientieren sich auch die Standesbeamten oder Gerichte bei ihren Prüfungen:

  • Ein Vorname sollte eindeutig als ein solcher erkennbar sein.
  • Vornamen dürfen nicht entwürdigend, lächerlich oder abwertend sein.
  • Adelstitel und akademische Titel gelten nicht als Vornamen.
  • Krankheiten oder medizinische Begriffe werden ebenfalls als ungeeignet angesehen.
  • Außerdem nicht vornamentauglich sind: Markennamen, Ortsnamen und negativ besetzte Begriffe.

Aber: keine Regeln ohne Ausnahmen. So wurden Chanel oder Solarfried als Vornamen zugelassen, obwohl sie eigentlich gegen die Richtlinien verstoßen. Es handelt sich also immer auch um eine Ermessensentscheidung, welche Namens-Kreation als möglicherweise Kindeswohl gefährdend angesehen wird. Ein Sonderfall ist zudem der Name Adolf: Obwohl er in Deutschland sofort mit negativen Assoziationen verbunden ist, darf der Name aufgrund seiner langen Tradition als Vorname weiterhin vergeben werden.

Brauchen Kinder mit Unisex-Namen einen Zweitnamen?

Nein, nicht zwingend. Die Annahme, dass Unisex-Vornamen einen Zweitnamen benötigen, der eindeutig männlich oder weiblich ist, ist nicht mehr gültig. Es kann aber auch hier sein, dass das Standesamt im Einzelfall anders entscheidet.

Liste: Welche Namen sind in Deutschland verboten?

Weil es einfach lustig ist, haben wir die außergewöhnlichsten verbotenen Namen für euch in einer Liste zusammengefasst:

  • Schneewittchen        
  • Celle
  • Schroeder
  • Schnucki
  • Holunder
  • Blitz
  • Smoky
  • Theiler
  • Shogun
  • Waldmeister
  • Junge
  • Rosenherz
  • Schroeder
  • Tom Tom
  • Agfa
  • Lord
  • Bierstübl
  • Pillula
  • Grammophon
  • Atomfried
  • Satan
  • Jürgenson
  • Judas
  • McDonald
  • Holgerson
  • Lenin
  • Stone
  • Hummer
  • Superman
  • Puhbert
  • Verleihnix
  • Nelkenheini
  • Gucci
  • Whisky
  • Puppe
  • Pinocchio
  • Wildchild
  • Chaotica
  • Störenfried

Kann man seinen Namen später noch ändern?

Wenn man mit der Namensgebung der eigenen Eltern hadert und seinen Vornamen später ändern möchte, ist das in Deutschland gar nicht so einfach. Es gibt aber Ausnahmefälle: Wenn der Vorname beispielsweise lächerlich ist und der oder die Betroffene persönlich darunter leiden, ist eine Änderung möglich. Eine Namensänderung kann beim örtlichen Standesamt beantragt werden. 

Quellen:

ELTERN