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Ernährung Darf ich das essen? Der Lebensmittel-Check für Schwangere

Schwangere isst Obst
Was dürfen Schwangere essen?
© Dean Drobot / Shutterstock
Was darf man in der Schwangerschaft nicht essen? Und was ist erlaubt? Mit unserem kostenlosen Lebensmittel-Check kannst du über hundert Lebensmittel darauf prüfen, ob sie für Schwangere geeignet sind – von Avocado bis Zucker. Ein Klick genügt! Die Infos sind wissenschaftlich aktuell und mit praktischem Farbcode versehen: Grün für "erlaubt", Gelb für "mit Einschränkungen", Rot für "besser nicht".

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Warum ist es eigentlich so wichtig, was du in der Schwangerschaft isst und trinkst? Ganz einfach: Fast alles, was in deinen Körper gelangt, kommt über dein Blut und die Plazenta auch bei deinem Baby an. Die guten Nährstoffe, Eiweiß und Vitamine genauso wie schädliche Substanzen, etwa Alkohol und Koffein. Nur ist dein Baby viel, viel empfindlicher als du. Sein Körper ist winzig, unendlich zart und er wächst stetig. Deshalb können Substanzen, die dir nicht oder nur wenig schaden, für dein Baby schlimme Folgen haben.

Mit dem Lebensmittel-Check bist du schnell informiert

Klingt kompliziert? Unser Tool macht es Dir jetzt ganz leicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Du möchtest zum Beispiel wissen, ob du Tiramisu essen darfst, Salami oder Rote Bete? Einfach das betreffende Lebensmittel im Tool anklicken, schon erfährst du in Kurzform alles Wichtige. Außerdem sorgt der Farbcode für eine superschnelle Orientierung:

GRÜN bedeutet: Alles okay, das ist gut für dich und dein Baby.

GELB bedeutet: Mit ein paar Einschränkungen kannst du dieses Nahrungsmittel genießen.

Rot bedeutet wie bei der Ampel: Stopp, bitte nicht.

Dich interessiert ganz grundsätzlich, wann du bei der Ernährung in der Schwangerschaft vorsichtig sein solltest? Hier ein Überblick:

Obst, Gemüse & Hülsenfrüchte: Waschen ist wichtig

Obst, Gemüse, Linsen, Bohnen und Co sind die Basis einer gesunden Ernährung, sie versorgen Schwangere mit pflanzlichem Eiweiß, vielen Ballaststoffen und jeder Menge Vitaminen und Ballaststoffen. Wichtig:

  • Rohes Obst, Gemüse und Salat vor dem Verzehr sorgfältig waschen oder schälen und nicht lange lagern.
  • Lieber keine vorgeschnittenen Salate aus der Kühltheke essen, sie können Keime enthalten.
  • Hülsenfrüchte nur durchgegart essen

Für Infos über einzelne Sorten benutzt du am besten den Lebensmittel-Check.

Getreide, Reis & Kartoffeln: Fast immer unbedenklich

Getreide, Kartoffeln, Reis und Nudeln liefern jede Menge leicht verdauliche Energie. Außerdem schmecken sie recht neutral, weshalb sie sich auch gut für die Ernährung in der Frühschwangerschaft eignen, wenn jeder etwas stärkere Geruch Übelkeit auslösen kann.

Getreide, Reis und Kartoffeln sind in der Schwangerschaft unbedenklich. Ausnahme: frisches Getreide (etwa für Frischkornmüesli) und Getreidesprossen aus dem Supermarkt, sie können mit Keimen belastet sein.

Milch & Milchprodukte: Vorsicht vor Rohmilchprodukten

Milch und Milchprodukte versorgen dich und dein Baby mit hochwertigem Eiweiß, Kalzium für die Knochen und anderen wichtigen Stoffen. Wichtig: Keine Produkte aus Rohmilch wählen, sondern nur welche aus pasteurisierter Milch, denn über die Rohmilch kannst du dich mit Listeriose anstecken, einer bakteriellen Infektion, die für dein Baby im Bauch lebensgefährlich werden kann.

Bei manchem Weichkäse, etwa Rotschmieren- und Blauschimmelkäse, können sich Listerien sogar dann ansiedeln, wenn der Käse aus pasteurisierter Milch hergestellt ist. Gereifter Hartkäse aus pasteurisierter Milch ist dagegen ungefährlich, nur die Rinde solltest du besser liegenlassen, aber das tut man ja ohnehin.

Auch auf lose verkauften oder geriebenen Käse von der Käsetheke verzichtest du besser. Für Infos über einzelne Käsesorten verwendest du am besten das Tool.

Fisch, Fleisch & Eier: Bitte niemals roh essen

Fisch und Meeresfrüchte

Fisch ist sehr gesund in der Schwangerschaft, vor allem Seefisch: Er enthält nicht nur leicht verdauliches Eiweiß, sondern auch Omega-3-Fettsäuren und wichtiges Jod. Jetzt kommt das Aber: Auch wenn deine Lust auf Sushi noch so groß ist: Jede Art von rohem oder nicht ganz durchgegartem Fisch meidest du jetzt besser, auch hier können Listerien und andere gefährliche Keime lauern. Das Gleiche gilt für kalt geräucherten oder eingelegten rohen Fisch wie Graved Lachs.

Bei manchen Fischsorten droht neben den Listerien auch noch eine andere Gefahr: Thunfisch, Schwertfisch und Steinbeißer können mit dem Schwermetall Quecksilber belastet sein, also auch die jetzt lieber meiden.

Fleisch, Fleischprodukte und Wurst

Fleisch, vor allem Rindfleisch, ist wegen seines Eisengehalts ein guter Baustein bei der Ernährung von Schwangeren. Aber ganz wichtig: Jede Art von rohem Fleisch kann Toxoplasmose-Erreger enthalten, die dem Baby im Bauch unter Umständen schweren Schaden zufügen können. Das gilt auch für rosa gebratenes Fleisch! Also (leider) alles Fleisch für den Verzehr richtig durchgaren. Hier alles Wichtige zum Thema Toxoplasmose.

Eine zweite Gefahr beim Verzehr von Fleisch: Innereien, vor allem Leber, können mit Schadstoffen und vor allem mit sehr viel Vitamin A belastet sein. Zwar ist Vitamin A eigentlich ein wichtiges Vitamin, in zu hoher Dosierung kann es dem Ungeborenen aber schaden. Hier mehr zu Leberwurst in der Schwangerschaft.

Eier

Eier gehören zu den gesunden Lebensmitteln. In der Schwangerschaft sollten sie allerdings hartgekocht sein – auch das Eigelb. Der Grund: Rohe und nur wenig gegarte Eier können mit Salmonellen verseucht sein, die eine sehr unangenehme Vergiftung mit schwerem Durchfall hervorrufen. Im Extremfall kann dadurch das Ungeborene Schaden nehmen.

Deshalb ist es auch besser, auf alle Speisen zu verzichten, die rohes Ei enthalten können, etwa selbstgemachte Mayonnaise, roher Kuchenteig und Süßspeisen oder Kuchenfüllungen mit rohem Ei.

Süßes und Salziges: Kleine Mengen sind okay

Ein hoher Zuckerkonsum (zum Beispiel mit Limonaden und Fruchtsäften) fördert auch in der Schwangerschaft Übergewicht, was wiederum das Risiko für Schwangerschaftsdiabetes erhöht. Süßigkeiten sind natürlich keine gesunden Lebensmittel, auch sie genießt du am besten nur in Maßen. Besonders wichtig, falls du Lakritz liebst: Ein sehr hoher Konsum der Mutter kann dem Kind tatsächlich bleibenden Schaden zufügen. Hier mehr zum Thema Lakritz in der Schwangerschaft.

Zu viel Salz und schlechte Fette, etwa in Chips und Fast Food, sind ebenfalls in der Schwangerschaft ungesund. Also möglichst nicht zu viel davon essen!

Getränke: Bitte kein Alkohol – und Kaffee in Maßen

Alkohol ist ein Zellgift, das dem Ungeborenen schweren bleibenden Schaden zufügen kann, wenn die Mutter regelmäßig viel Alkohol in der Schwangerschafttrinkt. Auch wenn es oft heißt, dass ein Gläschen Sekt schon nicht schaden wird: Wissenschaftler mahnen, dass es keine Alkohol-Dosis gibt, von der sicher ist, dass sie für das Baby ungefährlich ist.

Koffeinhaltige Getränke können in hohen Dosen dem Ungeborenen schaden, es kommt dann eventuell zu früh und zu leicht auf die Welt. Für Infos über die einzelnen Getränke konsultierst du am besten den Lebensmittel-Check, hier erfährst du mehr über Kaffee in der Schwangerschaft.

Kräutertees sind nicht immer nur harmlos, weil sie "rein pflanzlich" sind. Auch hier findest du mehr Infos im Tool, außerdem in unserem Artikel zu Tee in der Schwangerschaft.

Verwendete Quellen

Familienplanung.de: Ernährungsrisiken in der Schwangerschaft

Bundeszentrum für Ernährung: Toxoplasmose und Listeriose

Bundeszentrum für Ernährung: Hülsenfruchte: Verbraucherschutz

Frauenärzte im Netz: Richtige Ernährung in der Schwangerschaft: eine Orientierung

Bertold Koletzko et. al.: Ernährung und Lebensstil vor und während der Schwangerschaft–Handlungsempfehlungen des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben

Bundesinstitut für Risikobewertung: Themenseite Schwangerschaft

Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Handlungsempfehlungen zur Ernährung in der Schwangerschaft