Die Geburt einleiten
 
Wenn das Baby nicht kommen möchte

Die Geburt einleiten oder der Natur ihren Lauf lassen? Wenn der Geburtstermin bereits seit längerem überschritten ist und das Baby noch nicht auf die Welt kommen mag, bleibt manchmal kein anderer Weg als nachzuhelfen. Was dabei passiert, lesen Sie hier.

Die Geburt einleiten - warum eigentlich?

Die Geburt einleiten: Wenn das Baby nicht kommen möchte

Weil im Laufe der zweiten Woche über den errechneten Geburtstermin das statistische Gesundheitsrisiko fürs Kind steigt. Sie sind sich nicht sicher oder würden gerne noch einmal nachrechnen? Hier können Sie mit dem Geburtsterminrechner den Stichtag berechnen.
Gründe, die Geburt einzuleiten, können außerdem Komplikationen sein wie Bluthochdruck oder gar Gestose, Mangelversorgung des Babys oder ein zu großes Kind. Auch nach einem Blasensprung, der zu lange ohne Wehen bleibt, wird die Geburt häufig eingeleitet.

Wie wird die Geburt eingeleitet?

Um die Geburt einzuleiten, gibt der Arzt per Nadel in der Armbeuge ein Wehenmittel, das dem natürlichen Wehen-Hormon Oxytozin gleicht. Denn auf einen hohen Oxytozin-Spiegel im Blut antwortet die Gebärmutter mit Wehen. "Gegen alle Erwartungen und Hoffnungen geht es leider selten sofort los", sagt Geburtsmediziner Kurt Hecher vom UKE in Hamburg. "Man muss Geduld mitbringen. Möglicherweise beginnt die Geburt auch erst zwei bis vier Tage nach Einnahme des Wehenmittels." Falls es zu lange dauert, dosieren die Ärzte das Wehenmittel nach einiger Zeit aber auch höher.

Wenn das Baby auf die Welt soll, der Muttermund aber einfach noch nicht weich ist, wird statt des Wehentropfes oftmals ein Zäpfchen oder Gel mit dem Hormon Prostaglandin in die Scheide gelegt. Dadurch ziehen sich die Muskelfasern am Muttermund rhythmisch zusammen - das ergibt vorbereitende Wehen, die allerdings auch schon richtig weh tun. Auch bei dieser Methode kann es durchaus dauern, bis die Geburt wirklich los geht.

Kann ich eine PDA haben, wenn die Geburt eingeleitet wurde?

Selbstverständlich können Sie auch bei einer eingeleiteten Geburt eine PDA bekommen. Es ist sogar so, dass statistisch gesehen etwa 80 Prozent der Frauen nach der Einleitung eine PDA brauchen.

Geburt einleiten für einen Kaiserschnitt - muss das sein?

Klingt zunächst paradox: Erst Wehen per Tropf provozieren, dann den (geplanten) Kaiserschnitt machen. Wird aber durchaus gemacht. Denn man hat festgestellt, dass die Atmung von Kaiserschnittbabys besser in Gang kommt, wenn vorher Wehen eingesetzt haben.

Deshalb wird die Schwangere in einem solchen Fall einen Tag vor der Sectio für etwa eine Stunde an den Wehentropf "gehängt". Die dadurch ausgeschütteten Hormone helfen dem Baby, sich auf das Leben draußen ein wenig vorzubereiten - das Risiko von Anpassungsschwierigkeiten verringert sich.

Welche Komplikationen kommen vor, wenn die Geburt eingeleitet wird?

Trotz der oben genannten Praxis: Laut Studien erhöht eine Einleitung nicht die Wahrscheinlichkeit eines Kaiserschnitts. Hat eine Frau jedoch schon mit Schnitt entbunden, muss schonend eingeleitet werden, da die Narbe eine Schwachstelle ist.

Wie häufig wird die Geburt eingeleitet?

"Unter den gesunden Schwangerschaften sind es fünf Prozent, bei denen die Geburt schließlich eingeleitet wird", sagt der Hamburger Geburtsmediziner Hecher. "Nimmt man die Einleitungen wegen Komplikationen hinzu, liegt die Häufigkeit in unserer Klinik bei zehn Prozent."

Wurde die Geburt bei Ihnen eingeleitet?

Die Geburt einleiten - stand das bei Ihnen auch zur Überlegung? Wurde Ihr Baby tatsächlich mithilfe eines Wehenmittels auf die Welt gelockt? Machen Sie mit bei unserer Umfrage - wir sind gespannt!

Wurde die Geburt Ihres Kindes in der Klinik eingeleitet?