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Zahnschmerzen in der Schwangerschaft Ein häufiges Phänomen und was du dagegen tun kannst

junge Frau putzt sich im Badezimmer die Zähne
© Rido / Shutterstock
Zahnschmerzen sind in der Schwangerschaft keine Seltenheit. Aber woher kommen sie? Und was können Schwangere tun, um möglichen Zahnproblemen vorzubeugen? Hier erfährst du alles Wichtige.

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Klar, eine Schwangerschaft bringt so manche körperliche Veränderung mit sich: Schwangerschaftsübelkeit, veränderte Sehkraft, ein wachsender Babybauch. Aber viele Frauen sind überrascht, wenn sie erfahren, dass auch ihre Zähne betroffen sein können. Und kleiner Spoiler vorneweg – mal wieder sind die Hormone nicht ganz unschuldig. 

Zahnschmerzen in der Schwangerschaft: Das sind mögliche Ursachen

Wie schon angedeutet, spielen auch bei Zahnschmerzen oder Zahnempfindlichkeit in der Schwangerschaft die Hormone eine Rolle. Genauer gesagt sorgt dein erhöhter Östrogen- und Progesteronspiegel dafür, dass sich Zahnbelag leichter bilden kann. Zusätzlich führt die erhöhte Durchblutung im Mundraum während der Schwangerschaft dazu, dass das Zahnfleisch anschwillt und so empfindlicher wird. Und das kann weitere Probleme wie entzündetes oder blutendes Zahnfleisch zur Folge haben. In solchen Fällen sprechen Zahnmediziner:innen dann von Schwangerschaftsgingivitis

Schwangerschaftsgingivitis ist keine Seltenheit. Dem amerikanischen CDC (siehe Quellen) zufolge sind zwischen 60 und 75 Prozent aller Schwangeren hiervon betroffen. Allerdings gibt es große Unterschiede im Schweregrad. Bei manchen Frauen sind die Veränderungen kaum merklich und andere haben sehr starkes Zahnfleischbluten und können sich kaum noch die Zähne putzen. In einem solchen Fall kann es sich um eine Parodontitis handeln – also um eine chronische bakterielle Entzündung des Zahnfleisches, die bis zur Zerstörung des Zahnhalteapparates führt. 

Weitere Ursachen für Zahnschmerzen in der Schwangerschaft sind Karies oder, falls du unter starker Schwangerschaftsübelkeit leidest und dich häufig übergeben musst, sensible Zähne (da die Magenflüssigkeit den Zahnschmelz schädigen kann).

Muss ich Schwangerschaftsgingivitis behandeln lassen?

Wenn du bei dir gerötetes und geschwollenes Zahnfleisch bemerkst, das vielleicht auch noch leichter blutet und das Zähneputzen schmerzhaft ist, suche auf jeden Fall deine Zahnarztpraxis auf und lass dich untersuchen. Denn unbehandelt können sich immer weiter Essensreste in den Zahnfleischtaschen absetzen – und so zu einer bakteriellen Infektion führen. Dringen die Bakterien ins Blut-Kreislaufsystem vor, können sie außerdem über die Plazenta zum heranwachsenden Baby gelangen und im schlimmsten Fall zu einer Fehl- oder Frühgeburt führen.

Grundsätzlich gilt auch in der Schwangerschaft: Hast du Zahnschmerzen, lass dich untersuchen beziehungsweise behandeln! Die meisten zahnärztlichen Behandlungen sind auch während der Schwangerschaft sicher. In manchen Fällen wird deine Zahnärztin oder dein Zahnarzt sie aber auf ein späteres Trimester oder auf einen Zeitpunkt nach der Geburt legen, sofern dies die sicherste Option ist.

Was hilft bei akuten Zahnschmerzen?

Wenn du akute Zahnschmerzen hast, sprich mit deinem Zahnarzt oder deiner Zahnärztin. Sie entscheiden dann über die beste Behandlung und können dir auch sagen, ob und welche Schmerzmittel in der Schwangerschaft sicher sind. Nimm keine Schmerzmittel ein, ohne dich vorab zu informieren.

Was sonst noch hilft:

  • Bei Schmerzempfindlichkeit sind oft zu kalte oder zu heiße Getränke oder Speisen schuld. Achte darauf, was eventuell Schmerzen auslöst und vermeide Entsprechendes.
  • Manchmal hilft es auch schon, die Wangen zu kühlen.
  • Bei Schwellungen im Mundraum kann eine Spülung mit lauwarmem Salzwasser zumindest zeitweise Abhilfe schaffen.

Wie kann ich Zahnschmerzen in der Schwangerschaft vorbeugen?

Damit es gar nicht erst so weit kommt, kannst du vorsorgen. Viele Zahnarztpraxen bieten Prophylaxebehandlungen in der Kinderwunschphase an. Eine professionelle Zahnreinigung ist aber auch während der Schwangerschaft unproblematisch und kann späteren Zahnschmerzen vorbeugen. Und ganz nebenbei gilt natürlich: gründlich Zähne putzen und regelmäßig Zahnseide verwenden. Iss so gesund wie möglich – heißt, versuche den Verzehr von zuckerhaltigem und kalorienreichem Essen einzuschränken. Falls du unter Schwangerschaftsübelkeit leidest und dich häufig übergeben musst, wasch dir anschließend gründlich den Mund aus, damit die Säure deinen Zahnschmelz nicht zu sehr angreifen kann. In manchen Fällen lohnt es sich auch, Vitamin C einzunehmen – dein Zahnarzt oder deine Zahnärztin kann dich hier beraten.

Warum gesunde Zähne in der Schwangerschaft so wichtig sind

Dass eine Schwangere gesunde Zähne hat, ist nicht nur für sie selbst wichtig, sondern auch für ihr heranwachsendes Baby. Studien belegen, dass Kinder einer Mutter, die während der Schwangerschaft gesunde Zähne hat, seltener an Karies erkranken. Zudem wird durch eine gute Mundhygiene nicht nur das Risiko von Zahnschmerzen allgemein, die ja ohnehin unangenehm sind, eingeschränkt, sondern auch das Risiko, an einer Parodontitis zu erkranken, die wiederum das Fehl- und Frühgeburtsrisiko erhöht.

Fazit: Wenn du eine Schwangerschaft planst, lohnt es sich, vorab eine Kontrolluntersuchung und professionelle Zahnreinigung durchführen zu lassen. Bist du bereits schwanger und leidest unter Zahnschmerzen, dann lass sich auf jeden Fall in deiner Zahnarztpraxis untersuchen/ behandeln. Grundsätzlich gilt: Achte auf dich und deinen Körper. Veränderungen gehören zu jeder Schwangerschaft dazu, aber unter Zahnschmerzen leiden brauchst du nicht. 

Quellen:

ELTERN

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