Sonnencreme fürs Baby
 
Sonnenschutz: Welche Sonnencreme bietet den richtigen Schutz für Kinder und Babys?

Sonne ist gut für die Vitamin-D-Bildung bei Babys, aber auch für die Haut? Dürfen Babys mit Sonnencreme eingerieben werden und wenn ja, mit welchem Sonnenschutzmittel? Die wichtigsten Fragen rund um Sonnencreme und den Lichtschutzfaktor beantwortet ELTERN online.

Sonnencreme Baby
Thinkstock - Anna Omelchenko
Inhalt: 
Darf ich mein Baby mit Sonnencreme einreiben?Wie lange dürfen Babys in die Sonne? Worauf muss ich beim Kauf von Sonnencreme für Kinder achten?Welche Sonnencreme bei Neurodermitis oder allergieempfindlicher Haut?Ist mineralische Sonnencreme wirklich besser für Kinder?Welche Sonnencreme für das Gesicht?Was genau gibt der Lichtschutzfaktor (LSF) an?Sonnencreme ohne AluminiumWelche Sonnencreme soll ich bei Sonnenallergie verwenden?

Darf ich mein Baby mit Sonnencreme einreiben?

Viele Experten raten davon ab, Babys Haut innerhalb des ersten Jahres mit Sonnencreme zu belasten. Die Gründe dafür sind:
 

  1. Sonnencreme kann unterschiedliche Chemikalien, die über die Haut aufgenommen werden, enthalten. Da die Hautoberfläche beim Baby im Verhältnis größer ist als bei Erwachsenen, nehmen sie so mehr Chemikalien auf.
  2. Babys können ihre Temperatur noch nicht selber regulieren. Sie müssen erst lernen richtig zu schwitzen. Durch Sonnencreme wird das Schwitzen noch zusätzlich erschwert.

 
Daraus lässt sich aber nicht schlussfolgern, dass ein Baby lieber ohne Sonnencreme in der Sonne oder sogar im Schatten sein sollte. Sobald das Baby im Sommer draußen ist, creme es mit Sonnencreme an ungeschützten Hautstellen ein. Achte darauf, eine kindergeeignete mineralische Sonnencreme zu verwenden.

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Wie lange dürfen Babys in die Sonne?

Babyhaut ist besonders zart und dünn. Sie kann sich noch nicht gegen UV-Strahlen schützen. Vermeide es, Dein Baby ungeschützt in die Sonne zu bringen. 10 – 15 Minuten reichen aus, um Babys Haut zu verbrennen. Besonders in der Mittagshitze solltest Du Deine Kinder im Haus oder nur im Schatten spielen lassen. Auch wenn Sonne die Vitamin-D Bildung bei Babys in Gang bringt, reicht dafür die indirekte Sonneneinstrahlung im Schatten völlig aus.

Auch im Schatten empfehlen wir einige Vorsichtsmaßnahmen zum Sonnenschutz:

  • Immer Sonnencreme auftragen.
  • Sonnenhut mit Nackenschutz besorgen.
  • Lange dünne Hose und ein langärmeliges, weites T-Shirt anziehen.
  • Babysocken oder –schühchen an die Füße.
  • Sonnenbrille, sofern Dein Kind sie freiwillig aufbehält, mit UVA und UVB Schutz.
  • Kleidung mit UV-Schutz kaufen. Achte auf die Kennzeichnung mit anerkannten Logos. Den besten Schutz bietet der UV-801 Standard, der auch nach mehreren Wäschen den Schutz hält.
  • Sonnensegel am Kinderwagen anbringen, aber auf Überhitzung im Kinderwagen achten.
  • Kinder nie alleine im Auto lassen auch nicht für kurze Zeit.

Worauf muss ich beim Kauf von Sonnencreme für Kinder achten?

Kaufe nur kindergeeignete mineralische Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor (LSF). Mindestens Faktor 30 ist zu empfehlen und für besonders helle Hauttypen Faktor 50+. Sonnenschutzmittel für Erwachsene können chemische Filter, Hormone oder Allergie auslösende Stoffe enthalten. Vermeide auch Mittel, die Alkohol enthalten. Diese trocknen Babys Haut aus. Sonnencremes für Babys und Kinder verwenden oft einen mineralischen Filter.

Tipps zum Eincremen:

  1. Am besten Du trägst die Sonnencreme 30 Minuten vor Sonnenkontakt auf. So kann sich die Schutzwirkung entfalten.
  2. Selbst bei wasserfester Sonnencreme solltest Du alle zwei Stunden das Schutzmittel erneut auftragen.
  3. Lasse keine Hautstellen aus, die der Sonne ausgesetzt sind – hinter den Ohren, die Füße, Knie und Hände der Kinder nicht vergessen.
  4. Viel hilft viel. Reibe die Haut großzügig mit Sonnencreme ein.
  5. Auch im Schatten muss die Haut eingecremt werden.
  6. Wiederhole das Eincremen alle zwei Stunden. Dadurch verlängert sich die Schutzdauer nicht, aber die Wirkung bleibt stabil.
  7. Abends pflege die Haut am besten mit rinrt After-Sun-Lotion oder Feuchtigkeitslotion. Die Sonne trocknet die Haut tagsüber stark aus.
  8. Auch Sonnencreme-Reste aus dem vergangenen Jahr kannst Du bedenkenlos weiter verwenden, sofern sie nicht komisch riechen und die Substanz sich nicht in dick und dünn aufgeteilt hat.
  9. Ob Du die Sonnencreme aufsprühst oder eine Sonnenmilch aus der Tube verwendest, macht keinen Unterschied. Beide müssen auf der Haut verteilt werden.

Welche Sonnencreme bei Neurodermitis oder allergieempfindlicher Haut?

Generell gilt, bevor Du eine Sonnencreme für Dein Kind kaufst, teste sie an einer Hautstelle Deines Kindes. Zeigt sich nach kurzer Zeit eine Rötung der Haut, dann verwende lieber sensitive Sonnencreme für Allergiker ohne Duftstoffe. Kaufe nur Sonnenschutzmittel, die dermatologisch getestet wurden. Gerade Allergiker sollten auf Produkte mit Konservierungs- und Duftstoffe in der Sonnenmilch verzichten, um Unverträglichkeiten zu vermeiden. Auch Parabene und Emulgatoren sollte das Sonnenschutzmittel nicht enthalten. Kindern mit Neurodermitis tut eine Pflegecreme nach dem Sonnenbad besonders gut, um der ohnehin schon trockenen Haut Feuchtigkeit zu geben. Gerade für die kranke Neurodermitis Haut ist das Meerwasser und die Sonne eine gute Mischung. Die Zellen regenerieren sich und Bakterien werden bekämpft. Hierbei hilft die UVA und UVB Strahlung. Oft verbessert sich das Hautbild deutlich nach einem Strandurlaub.
 

Ist mineralische Sonnencreme wirklich besser für Kinder?

Spezieller Sonnenschutz für Kinder enthält meist mineralische Filter wie Zink- oder Titandioxid. Die feinen Pigmente bilden einen Schutzfilm auf der Haut und reflektieren die UV-Strahlen. Im Gegensatz zu den chemischen Filtern dringt hier nichts in die Hautschicht ein. Beim Auftragen von mineralischen Sonnencremes wirst Du feststellen, dass sich diese Cremes nicht so leicht fleckenlos verteilen lassen auf der Haut. Die Cremes sind fester und hinterlassen einen weißen Schutzmantel auf der Haut.

Welche Sonnencreme für das Gesicht?

Für Babys Gesicht benötigst Du keine besondere Sonnencreme. Verwende hier die gleiche Sonnencreme, die Du auch für den restlichen Körper verwendest.
Erwachsene, die unter Akne leiden, greifen gern zu Sonnengel, da diese nicht so fettig sind.

Was genau gibt der Lichtschutzfaktor (LSF) an?

Der Lichtschutzfaktor, der auf Sonnencremes angegeben ist, ist lediglich ein Richtwert. Er gibt an, um welchen Faktor sich der Schutz der Haut durch das Auftragen des Sonnenschutzmittels erhöht. Wenn ich also ohne Sonnencreme nach zehn Minuten bereits eine Rötung meiner Haut feststelle, kann ich mit einer Sonnencreme mit LSF 30 30-mal länger in der Sonne bleiben. Also ungefähr fünf Stunden lang. Diese Werte sind unter Laborbedingungen entstanden und daher nur grobe Angaben.

Sonnencreme ohne Aluminium

Erste Studien zeigen ein erhöhtes Brustkrebsrisiko oder auch Alzheimer-Risiko durch hohe Aluminiumbelastung im Körper. Allerdings gibt es noch keine Folgestudien, die dies wirklich bestätigen. Wir nehmen täglich über das Trinkwasser, Deos und Cremes Aluminium auf. Teilweise ist unser Essen in Aluminium verpackt. Wer sich dafür entscheidet, eine Sonnencreme ohne Aluminium zu verwenden, sollte sich in einer Apotheke beraten lassen. Sonnencremes ohne Aluminium gibt es mit verschiedenen Lichtschutzfaktoren.
Die Auswahl an Sonnencremes ohne Aluminium ist allerdings nicht sehr groß. Wie Du beim genauen Studieren der Inhaltsstoffe feststellen wirst, enthält auch sogenannter Bio-Sonnenschutz oft Aluminium. Aluminium ist für die Konsistenz der Creme wichtig. Dadurch lässt sie sich besser verteilen und verhindert die so genannten „Weißflecken“ auf der Haut und in der Kleidung, die sonst durch Sonnenschutz entstehen.

Welche Sonnencreme soll ich bei Sonnenallergie verwenden?

Der Begriff Sonnenallergie ist umgangssprachlich im Gebrauch. Ob es sich dabei wirklich um eine Allergie handelt und welche Ursachen sie hat, ist noch nicht wirklich belegt. Sicher ist nur, das Licht eine entscheidende Rolle dabei spielt. Die Polymorphe Lichtdermatose tritt in Mitteleuropa bei jedem zehnten Menschen auf. Es handelt sich um Hautekzeme, die nach längerer Sonnenabstinenz und anschließender langer Sonneneinwirkung auftreten. Die Haut wird rot, fleckig, juckt und es können sich Bläschen bilden. Manche „Sonnenallergien“ treten durch die Wechselwirkung von Medikamenten und Sonnenlicht auf.
Die betroffenen Hautstellen sollten fortan mit entsprechender UV-Kleidung und hoher Sonnenschutz-Creme konsequent geschützt werden. Wenn Du unsicher bist, ob es sich um eine Sonnenallergie handelt, kannst Du Deinen Arzt bitten einen Lichttest (Phototest) vorzunehmen. Hierbei wird eine ausgesuchte Hautstelle unter kontrollierten Bedingungen mit UV-Licht bestrahlt. Anhand der Reaktionen der Haut, kann der Arzt die Vermutung bestätigen oder widerlegen. Dein Arzt wird Dir auch eine geeignete Sonnencreme empfehlen können.