Schwangerschaftskalender
11. Schwangerschaftswoche (11. SSW)

SSW 11
Lushpix Illustration
Inhalt: 
Wichtige Daten zu Deiner 11. SchwangerschaftswocheSSW 11: So entwickelt sich Dein BabyUltraschall-Video der WocheWichtig für Dich: Woher kommen Heißhungerattacken?Für den Vater in der 11. SSW

Wichtige Daten zu Deiner 11. Schwangerschaftswoche

SSW: 11
Größe des Babys (SSL): ca. 4 cm
Gewicht des Babys: 7 Gramm

SSW 11: So entwickelt sich Dein Baby

Kleinhirn eines Embryos in SSW 13
www.praenatalmedizin-altona.de
Kleinhirn in SSW 13

In den vergangenen Wochen haben sich alle wichtigen Organe deines Kindes entwickelt. Nun, ab der 11. SSW, beginnt sozusagen die Feinarbeit. Die Schwimmhäute zwischen den kleinen Zehen und Fingern sind in dieser Woche verschwunden, die Fingernägel wachsen. Die Augen rücken von den Seiten des Kopfes immer weiter ins Gesicht. Dein Kleines kann in SSW 11 seinen Mund öffnen, es schluckt Fruchtwasser und scheidet Flüssigkeit aus. Ab und zu hat es sogar schon Schluckauf. Davon merkst du allerdings noch nichts. Erst später, wenn dein Kind größer ist, spürst du Schluckauf als regelmäßiges Klopfen im Bauch. Im Kiefer entwickeln sich nun auch Anlagen für die Zähne.
Die äußeren Geschlechtsmerkmale bilden sich aus und werden zu Schamlippen oder Penis – ob dein kleiner Mitbewohner im Bauch ein Junge oder ein Mädchen ist, kann die Frauenärztin jedoch erst in ungefähr drei bis vier Wochen bei der Ultraschall-Untersuchung sicher sagen.
Bisher bestand das Skelett deines Babys aus weicher Knorpelmasse. In der 11. Schwangerschaftswoche beginnt diese Masse zu verknöchern und wird damit fester. Auch die bisher durchscheinende Haut wird dicker. Bis zur Geburt werden sich weitere Hautschichten entwickeln.
 

Ultraschallbilder aus dem 1. Trimester

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Ultraschall-Video der Woche

Wahnsinn, oder? Bereits in der 11. Schwangerschaftswoche sieht das Baby wie ein fertiger kleiner Mensch aus. Und schau mal, wie kräftig das winzige Herz schlägt.

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Wichtig für Dich: Woher kommen Heißhungerattacken?

Saure Gurken mit Honig, Nutella löffeln und danach den Rollmops verdrücken – hast du manchmal Heißhungerattacken? Damit bist du nicht alleine. Viele Schwangere sind jetzt oft hungrig und manchmal regelrecht gierig nach Lebensmitteln, die sie vor der Schwangerschaft noch nicht einmal mochten. Warum das so ist, wissen die Mediziner bis heute nicht. Es gibt zwar verschiedene Theorien dazu, etwa, dass die Hormone schuld am veränderten Essverhalten sind oder der Körper mit Heißhungerattacken auf einen Nährstoffmangel reagiert, aber beweisen ließ sich bisher keine dieser Vermutungen. Natürlich weißt du, dass du dich in der Schwangerschaft möglichst gesund und ausgewogen ernähren sollst. Was aber tun, wenn die Gier nach Pommes frites, Steak und einem Schokoladenpudding einfach zu groß ist? Am besten vorbeugen! Das geht zum Beispiel, indem du deinen Magen gar nicht erst leer werden lässt und lieber mehrere kleinere Mahlzeiten über den Tag verteilt zu dir nimmst. Denn bei Nahrungsmangel sackt der Blutzuckerspiegel ab und gibt dem Körper das Signal, sofort für süßen Nachschub zu sorgen. Höre bei solchen Schüben einfach auf dich und deinen Körper. Und wenn du dich gerade verstärkt nach Süßem sehnst, versuche doch, ab und zu mit einem gesunden Gemüseteller gegenzusteuern. Grundsätzlich gilt: lieber doppelt so gesund statt doppelt so viel essen. Dass Schwangere nämlich für zwei essen sollten, ist ein Ammenmärchen und längst überholt.

Lakritz lieber meiden
Apropos Süßes. Wusstest du schon, dass Schwangere lieber wenig bis kein Lakritz essen sollten? Der Saft der Süßwurzel enthält nämlich einen Wirkstoff (Glycyrrhizin), der Bluthochdruck fördern und dem Ungeborenen schaden kann. Ein Forscherteam aus Finnland fand heraus: Kinder von Müttern, die in der Schwangerschaft mehr als 500mg Glycyrrhizin pro Woche zu sich nahmen, hatten ein dreimal so hohes Risiko, an ADHS zu erkranken und schnitten bei einem IQ- und Gedächtnistest deutlich schlechter ab als Kinder, deren Mütter in der Schwangerschaft Lakritz mieden. Außerdem waren die 12jährigen Mädchen im Durchschnitt 8 kg schwerer und bei 60% hatte die Pubertät bereits eingesetzt. Musst du dich nun sorgen, weil du neulich ein paar Lakritzschnecken verdrückt hast? Nein, keine Sorge. Bei der Untersuchung haben Kinder, deren Mütter bis zu 250 mg Glycyrrhizin in der Woche zu sich nahmen, keine Symptome gezeigt. Umgerechnet wären das etwas mehr als 100 g normale deutsche Lakritze, also etwa eine halbe Tüte. Umgekehrt konnten die Forscher aber auch keinen Schwellenwert nennen, bis zu dem der Verzehr von Lakritz in Ordnung ist. Wer auf Nummer sicher gehen will, verzichtet lieber auf die Süßigkeit während der Schwangerschaft. Und am besten auch auf Tees und Tropfen mit Süßholz, die häufig noch mehr Glycyrrhizin enthalten.
 
Ist mein Kleines gesund?
Jetzt beginnt die Phase deiner Schwangerschaft, in der verschiedene Methoden der vorgeburtlichen Diagnostik möglich sind. Natürlich fragen sich alle Eltern, ob das Kleine im Bauch gesund ist. Vielleicht hast du auch schon einen Termin für einen Ultraschall, eine Blutabnahme und vielleicht auch die Messung der Nackenfalte des Babys. Scheue dich nicht, dich von deiner Frauenärztin umfassend beraten zu lassen. Du hast ein Recht darauf, die Argumente für oder gegen pränatale Untersuchungen dabei genau abzuwägen.
Eine Möglichkeit der vorgeburtlichen Diagnostik, die besonders bei Müttern angewendet wird, in deren Familie erbliche Stoffwechsel- und Muskelerkrankungen wie beispielsweise Mukoviszidose oder Muskeldystrophie vorkommen, ist die Chorionzottenbiopsie. Sie ist ab der 11. Schwangerschaftswoche möglich und gehört zu den invasiven Methoden der Pränataldiagnostik. Denn: Bei einer Chorionzottenbiopsie entnimmt der Arzt mit einer Hohlnadel Gewebe aus der Außenmembran der Fruchtblase. Dies geschieht entweder durch die Bauchdecke oder durch die Scheide der werdenden Mutter. Damit es dem Baby während des Eingriffs immer gut geht, kontrolliert der Arzt sein Vorgehen per Ultraschall. Anhand der gewonnenen Zellen wird im Labor der Chromosomensatz des Kindes untersucht. Durch eine DNA-Analyse kann außerdem gezielt nach einer vererbbaren Muskel- oder Stoffwechselerkrankung beim Ungeborenen gesucht werden. Die Ergebnisse der Chorionzottenbiopsie liegen normalerweise innerhalb weniger Tage vor.

Blutwerte in der Schwangerschaft
Um Komplikationen frühzeitig zu erkennen und entgegenzuwirken, nimmt der Arzt dir regelmäßig Blut ab und lässt es im Labor untersuchen. Im Mutterpass auf den Seiten 2 und 3 kannst du einen Teil der Blutuntersuchungen sehen, die im Rahmen der Schwangerenvorsorge vorgesehen sind. Dazu gehören:

  • die Bestimmung der Blutgruppe (A, B, AB oder Null) und des Rhesusfaktors (Rh positiv oder Rh negativ). Insbesondere dein Rhesusfaktor ist für die Gynäkologen von Bedeutung. In Kombination mit dem Rhesusfaktor des Vaters gibt er Auskunft darüber, ob eine Unverträglichkeit zwischen Mutter und Kind vorliegen könnte, die das Baby gefährdet.
  • der Antikörper-Suchtest. Dabei wird getestet, ob dein Blut Antikörper enthält, die zu einer Blutgruppenunverträglichkeit (Rhesusunverträglichkeit) führen können. Der Test wird zu Beginn deiner Schwangerschaft durchgeführt und zwischen der 24. und 27. Schwangerschaftswoche noch einmal wiederholt.
  • der Röteln-HAH-Test. Er zeigt, ob du immun gegen das Rötel-Virus bist. Weil eine Infektion mit Röteln schlimme Folgen für das ungeborene Baby haben kann, wird dieser Test so früh wie möglich durchgeführt.
  • der LSR-Test oder auch Lues-Such-Reaktion. Lues bezeichnet die Geschlechtskrankheit Syphilis, die bei Schwangeren zu Fehl- und Frühgeburten führen und ungeborene Babys erheblich schädigen kann.
  • der Nachweis von HBs(Hepatitis B)-Antigenen. Der Hepatitis B-Test wird erst gegen Ende der Schwangerschaft durchgeführt, um vor der Geburt möglichst aktuelle Informationen zu haben. Sollte dein Test positiv sein, wird dein Baby gleich nach der Geburt geimpft.

Darüber hinaus gibt es aber auch noch Blutuntersuchungen, die nur durchgeführt werden, wenn ein medizinischer Grund vorliegt, bzw. du es ausdrücklich wünschst. Dazu gehören zum Beispiel:

  • ein HIV-Test, dessen Ergebnis übrigens nicht im Mutterpass festgehalten wird. Lediglich, dass du ihn hast durchführen lassen, ist vermerkt.
  • ein Toxoplasmose-Test. Toxoplasmose ist eine Infektion mit Parasiten, die bei Schwangeren zu Fehlgeburten und Missbildungen beim Baby führen kann. Das Gute: Eine Erkrankung der Mutter kann während der Schwangerschaft mit Antibiotika behandelt werden.
  • Tests auf weitere Infektionskrankheiten wie Ringelröteln, Zytomegalie, Windpocken oder B-Streptokokken, die in der Schwangerschaft die Entwicklung des Babys gefährden können.

Eisenmangel in der Schwangerschaft
Ein großes Blutbild gehört zu den Routineuntersuchungen während der Schwangerschaft. Besonderes Augenmerk legen Ärzte dabei auf den Eisenwert. Dein Körper benötigt das Spurenelement für den Sauerstofftransport im Blut. In der Schwangerschaft muss dein Körper aber nicht nur dich, sondern auch dein Baby mit Eisen versorgen. Zunächst kann er dafür noch auf Reserven zurückgreifen. In der zweiten Schwangerschaftshälfte benötigst du aber deutlich mehr Eisen, schließlich steigt dein Blutvolumen um bis zu 40% an. Die häufige Folge: Eisenmangel, der zu Frühgeburt und einem niedrigen Geburtsgewicht des Babys führen kann. Damit es gar nicht erst so weit kommt, kontrolliert dein Arzt regelmäßig deinen Eisen-Wert.

Woran erkenne ich einen Eisenmangel und was kann ich dagegen tun?
Solange dein Körper sich noch an Reserven bedienen kann, bleibt Eisenmangel zunächst oft unbemerkt. Ist der Speicher im Körper aufgebraucht, können sich Symptome wie Kopfschmerzen, Müdigkeit, Konzentrationsschwierigkeiten, Haarausfall und brüchige Finger- und Fußnägel zeigen. Was du tun kannst, um einem möglichen Eisenmangel entgegenzuwirken? Am besten, du isst viel mageres Fleisch, Hülsenfrüchte und Nüsse. Darin ist reichlich Eisen enthalten und dein Speicher wird ordentlich aufgefüllt. Reicht die Eisenzufuhr über die Nahrung nicht aus, wird dir dein Gynäkologe wahrscheinlich Eisenpräparate verschreiben. Das Unangenehme: Viele dieser Präparate verursachen Nebenwirkungen, wie dunkel gefärbten Stuhl, Übelkeit oder Magenbeschwerden. Das ist aber nicht weiter schlimm. Eisen als Nahrungsergänzungsmittel auch bitte immer nur in Absprache mit deinem Gynäkologen einnehmen, da es zu Wechselwirkungen mit anderen Mineralstoffpräparaten oder Schilddrüsenhormonen kommen kann.
 

Für den Vater in der 11. SSW

Hast du vor, deine Frau zum Ersttrimester-Screening zwischen der 11. und 14. SSW zu begleiten? Vielleicht habt ihr bereits über Pränataldiagnostik gesprochen und euch eine Meinung dazu gebildet. Falls ihr noch unsicher seid, findet ihr weiter unten weiterführende Links, die euch einen guten Überblick über die möglichen Untersuchungen geben.
 

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Hinweis zu Größe und Gewicht
Mit fortschreitender Schwangerschaft entwickeln sich Babys immer individueller. Daher sind die Größen- und Gewichtsangaben in diesem Schwangerschaftskalender Durchschnittswerte. Dein Kind ist ein bisschen kleiner oder größer und auch sein Gewicht entspricht nicht den durchschnittlichen Werten? Kein Grund zur Sorge. Dein Frauenarzt wird die Entwicklung deines Babys während der Schwangerschaft genau beobachten.

Die 11. SSW zusammengefasst:

  • Dein Kleines kann in SSW 11 seinen Mund öffnen, schluckt Fruchtwasser und scheidet Flüssigkeit aus.
  • Außerdem bilden sich in dieser SSW die äußeren Geschlechtsmerkmale aus.
  • Du hast immer mal wieder Heißhungerattacken? Kleine Mahlzeiten über den Tag verteilt beugen dem vor.
  • Auch wenn es noch so lecker ist – Lakritz sollten Schwangere nur in Maßen zu sich nehmen oder ganz meiden.
  • Dein Gynäkologe kontrolliert regelmäßig deine Blutwerte, um Infektionen oder Mangelerscheinungen, die dem Kind schaden könnten, auszuschließen.
  • Bis zur Geburt deines Babys vergehen noch ca. 29 Schwangerschaftswochen.